Ich kann es mal anhand des Apportierens versuchen zu erklären.
Meine Hündin wird und wurde bisher fast ausschließlich über Ignorieren von Fehlverhalten und postiver Bestätigung von korrektem Verhalten ausgebildet.
D.h. ich habe sie bereits als Welpen für alles bestätigt, was ich wollte und auch gleich HZ eingebaut und alles Fehlerhafte lediglich mit HZ für falsch bzw. Abbruch ignoriert.
Dadurch hat sie zum einen gelernt, aktiv zu agieren und zudem hat sie sich praktisch bei Fehlverhalten selbst bestraft...es gab weder mein Lob, noch Lecker noch Ball.
Ebenso habe ich ihr sofort als Welpe völlig stressfrei das "Aus" verinnerlicht und zwar über den Beutetausch: Aus wurde positiv belegt mit Lecker. Ich habe ihr also ein Stück Wurst hingehalten und sobald ich merkte, dass sie den Ball los ließ folgte HZ "Aus". Lerneffekt: "Aus" ist positiv, weil ich danach Lecker bekomme oder den Ball eben wieder geworfen bekomme.
Letztlich habe ich auch den Apport so aufgebaut: Holz hingeghalten, Hund schnuppert daran = Lecker/Ball
Hund greift kurz danach = Lecker/Ball
Hund nimmt Holz 1 Sekunde = Lecker/Ball
So wurde das immer weiter ausgebaut bis sie zum Holz lief und es mir brachte. Den Vorsitz habe ich unabhänging vom Laufvorgang ebenso geübt und das ganze dann später zusammengesetzt.
Für das Halten gab es HZ "Fest" - wurde das Holz vorzeitig fallen gelassen, folgte prompt von mir HZ "nein, falsch" und Ignorieren ihres Verhaltens. So konnte ich sie dazu bringen, mir zum einen wirklich zuzuhören und zum anderen, sich selbst den richtigen Weg und Ablauf einer Übung zu erarbeiten.
Ihre Wille zum korrekten Arbeiten WOLLEN ist dadurch mit der Zeit immer größer geworden und da Hunde bekanntlich Egoisten sind, ist sie immer bemüht alles richtig zu machen - denn nur dann gibts den geliebten Ball!!
Größte Einwirkung war bisher ein Zupfen am Stachel (kein Ruck).
Ich führe mittlerweile aber alle Abteilungen nur mit Kettenhalsband - ich gestehe, ich hatte eine Zeit das Gefühl, ohne Stachel irgendwie...hilflos zu sein nach dem Motto: das kann doch gar nicht gehen.
Zudem konnte ich an ihr eine sehr interessante Beobachtung machen: war ich in gewissen Momenten geneigt, doch mal energischer körperlich einzugreifen....folgte prompt ein ebenso energisches Gegensetzen ihrerseits.
Wir würden uns als beide in einen "wer ist hier der Boss"-Status schaukeln.
Ich ziehe meine Linie komplett durch: Anbeißen am Versteck hat nichts zur Folge außer...es geht nicht weiter sondern wieder das ganze von vorn und zur Not in den Hänger zurück.
Was will der Hund? SD machen! Was tut der Hund? "Schitt, das war falsch...wie komme ich zum Ziel? AHA - nicht anbeißen!" Ist auch für den ein oder anderen Helfer seltsam, absolut nur mit "nein" zu reagieren, aber bisher klappt alles bestens. Und ich bleibe absolut der Boss in unserer Beziehung, denn auch hier wurde sanft aber bestimmt von Welpe an klar gemacht, dass ich das auch durchsetze was ich möchte. Schmerzhafte Einwirkungen waren dafür nicht nötig. Sie reagiert sofort auf mein "Knurren" in jeglicher Lage und bricht das Verhalten unverzüglich ab.
Der Weg mag vielleicht aufwendiger und länger sein - das Ergebniss macht mich sehr stolz, denn mit diesem Hund bin ich ein absolutes Team, das mit Vertrauen und gegenseitigem Respekt zusammen arbeitet.
Hier das Video vom Apport (Gegenstand ist sein Stiftemäppchen) im Alter von 14 Monaten. Noch nicht ganz ausgereift, war die Geschwindigkeit.
http://www.myvideo.de/watch/8198010/Ilwie_Apport