Aufgrund eines nicht guten Gehorsamsapports bei einer Hündin musste ich mir was einfallen lassen und habe mit dem Futterbeutel ausprobiert. Da es toll klappte, habe ich das für mich und meine Hunde ausgebaut.
Seit gut 15 Jahren baue ich den Apport so mit einem Futterbeutel auf. Ich fange direkt mit dem ca. 12 Wochen +- alten Welpen an.
Ich nehme einen kleinen Futterbeutel (eher Rolle) stopfe sie mit etwas aus, dass sie stabiler wird und packe dann natürlich Leckerlie rein.
Dann lernt der Welpe, wenn er mir den Beutel gibt, Futter daraus bekommt.Ich fange das in der Küche an. Der Welpe sieht das ich Futter in den Beutel lege, den Reißverschluss zu und dem Welpen zeigen. Klar will er den haben. Ich setze mich auf den Boden und lege den Beutel auch auf den Boden und lasse den Welpen erstmal in Ruhe.Er interessiert sich für den Beutel, an dem eine Leine befestigt ist und will das Futter draus haben, bekommt es aber selbstständig nicht, dann nimmt er den Beutel irgendwann auf (loben, loben, loben) und ich dirigiere ihn mit der Leine in meine Richtung. Dann wird gefeiert und aus dem Beutel gefressen.
Nach ein paar Übungseinheiten bringt er mir den Beutel gezielt. Wenn das gut klappt, kommt das Futter nicht mehr in den Beutel, sondern auf den Küchen- oder Terrassentisch, der Hund bringt mir den Futterbeutel (bei einigen Hunden habe ich das auch geclickert) gibt ihn ab und bekommt Leckerlie aus der Hand.
Dann drehe ich den Spieß um, der Hund kommt zu mir, er weiß das die Leckerlie auf dem Tisch liegen und setzt sich in Erwartungshaltung vor mir hin und bekommt den Beutel kurz (1 Sekunde), nehme ihn sofort wieder ab und er bekommt Leckerlie. Beim Abnehmen kommt immer das Kommando „Aus“. Mit der Zeit kommt das Kommando immer später.
Dann nehme ich ein Lind Mod oder ein Stück Gartenschlauch statt Futterbeutel. Dann habe ich verschiedene Dinge die er gerne mag in der Küche liegen, Gartenschlauchstücke, Ball, Mod, BW, Stofftier.
Unser aktueller Junghund bringt mir morgens erstmal sein Stoffschaf (ist ja ein schließlich ein Schäferhund

), ich nehme ihm mittlerweile alles erst ab, wenn er sich vor mir hinsetzt, es eine Weile gehalten hat und ich auch schon dran gezogen habe. Dann kommt „Aus“ und er bekommt Leckerlie.
Bevor es abends Futter gibt, müssen meine Hunde erst ihre Spielsachen aufräumen. Wenn ich das Kommando „Aufräumen“ gebe, sind sie in einem Affenzahn wieder da und halten mir ihre Bälle hin. Dann gibt’s endlich Futter.
Mir ist auch wichtig, dass der Hund alles was er aufnimmt zu mir bringt. Egal was. Ungewaschene Socken, Steine, Stöcke etc.pp. Er wird immer gefeiert und bekommt meistens etwas anderes dafür. Schon alleine damit er nicht im Stress etwas hinunter schluckt, was er nicht soll.
Wenn sie gezielt etwas bringen sollen, dann werden sie flott, da sie ja wissen, dafür gibt es was.
Wenn das Halten und Abgeben von den Hunden gerne gemacht wird. Schaue ich wie ich weitermache. Ist völlig abhängig vom Hundetyp. Ich habe mal nach Lind apportiert, was super war, auch Heuwinkel ausprobiert, war okay, aber nicht so meins. Paul Kufner / Knut Fuchs ist gar nicht meins.
Kleine Anekdote dazu: Ich war auf einem Knut F. Seminar im BK. Er zeigt den Apport an einem Boxer und mir wurde schon ganz anders. Am Ende fragte er dann, wem das zu hart war. Die einzige die den Arm hob, war ich. Er setzte sich dann in der Mittagspause zu mir und fragte wie ich den Apport den aufbaue. Das fand ich klasse. Seinen Apport finde ich trotzdem nicht gut.
Ich baue von Welpe an auf und habe dann ja lang und schmutzig Zeit. Wenn ich dann irgendwann mit einem Holz anfange, ist es das Lindholz. Die Zähne eines Hundes sind, soweit ich weiß, erst mit 2 Jahren vollständig gefüllt und da ist die Gefahr nicht so groß, wenn sie in den Steg hacken, dass es den Zähnen schadet.
Beim ersten werfen des Holzes sind sie meist so irre, dass sie wie bekloppt hinrennen, wild reinbeißen, um in Windeseile wieder bei mir zu sein und es abgeben wollen.
In meinem Verein haben ein paar Leute meinen Aufbau übernommen und selbst bei älteren Hunden (in kürzerer Zeit) eine prima Arbeit hinbekommen.
Eine Vereinskollegin hat statt dem Futterbeutel, dann so feste Futterstangen (Zahnreinigung) genommen. Wenn es dann gut geklappt hat, durfte der Hund die Stange fressen. ^^