05-11-2010, 11:11
Hallo Ihr Lieben,
ich habe mir aufmerksam alle Beiträge hier durchgelesen und möchte gerne hier als Vertreter der oft gescholtenen Fährtenleger einige Gedanken aufschreiben.
Vorab, bevor hier der eine oder andere Internethundeführer oder -fährtenleger meine Qualifikation grundsätzlich in Frage stellt: ich lege im DVG Westfalen mittlerweile seit 10 Jahren regional und überregional Fährten, im VPG- und FH-Bereich, der ein oder andere Hundeführer hier im Forum hatte schon das Vergnügen :-) Im FH-Bereich habe ich von der DVG-BSP über die DHV-DM bis zu VDH-DM legen dürfen. Im VPG-Bereich besteht nächstes Jahr bei der FCI WM Gelegenheit zu meckern :-))))
Womit wir beim Thema wären. Ich bin voll auf Ascans Welle, was einen Fährtenlegerpass anbetrifft, auf welchem die Legeerfahrungen dokumentiert werden. Ich selbst habe auf ALLEN höheren Prüfungen erlebt, das relative Anfänger eingesetzt wurden, teils echte Naturtalente, teils das, was zu erwarten war. Die Qualität der einweisenden Richter ist unterschiedlich, besonders was das Einweisen der Fährtenleger anbetrifft, und hier meine ich nicht nur das blosse Einpfeifen.
Wir haben in Westfalen mitlerweile eine relativ festen Fährtenlegerpool, der auch sehr gleichmäßig arbeitet. Inzwischen greift auch der SV gerne auf uns zurück. Ich denke, dies sollte auch Ziel für die anderen Landesverbände bzw. Rassezuchtverbände sein. Zum Legen einer überregionalen FH-Fährte gehört nicht nur das Legen der Winkel sowie der Gegenstände sondern auch ein Auge für das Gelände, für dessen Lage sowie Beschaffenheit. Dazu gehört auch das Gedächtnis für die Geländestellen, an welchen der Winkel ist, nur für den Fall, das der Hund diesen leider gefunden hat und abgepfiffen wurde (wer von Euch kann das auf planem Betonboden? Hier helfen auch Schrittzahlen wenig.)
Alles Dinge, die nur mit der nötigen Erfahrung erreicht werden können. Die Aussage, das kann ja jeder, ist schlicht Unsinn !
Kommen wir zur andere Seite, den Ansprüchen der Hundeführer:
- es wird ein gleichmäßiges Legen der Gegenstände gefordert, ok. Aber was ist richtig? Längs quer, zwischen den Tritten, im Tritt? Hier will jeder HF etwas anderes.
- es wird ein gleichmäßiges Legen der Winkel gefordert, ok. Aber was ist richtig? Eckig, rund, ohne zu verkürzen? Auch hier will jeder, was er am häufigsten geübt hat.
- wie soll der Absatz aussehen? Abgetreten oder nicht?
Mal ne Zwischenfrage, hat sich schon mal jemand von Euch Gedanken darüber gemacht, das man auf unterschiedlichem Gelände unterschiedlich laufen muss, d.h. die Füsse anders aufsetzen muss? Was ist Normalschritt? Klar, einfach drüber laufen wird jetzt der ein oder andere sagen. Gute Idee, einmal selber so machen und dann die Steinigung über sich ergehen lassen :-)))
Meine Erfahrung ist, das die HF, die Erfolg haben, sich auf alles einstellen und dann wenn es z.B bei einem noch recht jungen Hund noch nicht klappt, nicht anfangen rumzuzetern sondern einen neuen Ansatzpunkt zur Weiterarbeit haben.
Dann gibt es aber diejenigen, die sich als FH-Spezialisten bezeichnen. Man hat einen Hund, der recht gut sucht und man möchte gerne z.B. zur DVG BSP. Zur Qualifikation werden zwei möglichst hohe FH2-Prüfungen benötigt. Was macht man also? Ausgewählte Prüfung, ausgewähltes Gelände, ausgewählter Richter, ausgewählter Fährtenleger, der entsprechend durch den HF instruiert wurde, wie die Winkel und die Gegenstände (auch noch eigene) zu legen sind. Resultat: super. Der Hund ist ein Knaller, heißt es dann ! Dann kommt die BSP und alles ist anders, und die Fährte ist auch noch viel länger. Resultat: der Fährtenleger strampelt sich auf Betonboden ab um dem Hund noch eine Cahnce zu lassen. Der Hund kommt bis zum ersten Winkel - Ende. Aussage: "Für mich ging der Winkel nach rechts und nicht nach links, ausserdem soll der Fährtenleger mir erst einmal zeigen das DA der Winkel überhaupt war!" Gesagt getan, man merkt sich ja die Stellen. Dann das Angebot, an kurzer Leine absuchen zu lassen und mitzugehen: "Nein, das mach mal schön selber" SSSSSUUUUUUUUPER !!! Und das ist im VPG-Bereich nicht anders. Bekannter Rassezuchtverein, Landesausscheidung. Aussage: "Die Fährtenleger sind welche vom DVG und machen Riesenschritte und eine Fährtenabriss im Winkel"
Es gibt im FH-Bereich mittlerweile sogar die Tandenz nomadenartig von Prüfung zu Prüfung zu ziehen, sich erstmal proforma anzumelden um sich dann erst das Fährtengelände zeigen zu lassen und dann zu entscheiden, ob man mitmacht.
Da verstehe ich schon, das viele Vereine da keinen Bock mehr drauf haben. Die besorgen Gelände, machen sich vielleicht auch Gedanken und dann ?Viele qualifizierte Fährtenleger hören deshalb auf, bzw. der Zahn der Zeit nagt an Ihnen :-)
Ich selbst sage nach jeder großen Prüfung, es war meine letzte. Na ja, bis dann der nächste Anruf kommt :-)
So, nun muss ich mal weiterarbeiten :-)
Ich musste mich hier einfach mal auskotzen. Ich würde mich freuen den ein oder anderen von Euch auf der nächsten großen VPG- oder FH-Prüfung zu sehen !
LG, Carsten
ich habe mir aufmerksam alle Beiträge hier durchgelesen und möchte gerne hier als Vertreter der oft gescholtenen Fährtenleger einige Gedanken aufschreiben.
Vorab, bevor hier der eine oder andere Internethundeführer oder -fährtenleger meine Qualifikation grundsätzlich in Frage stellt: ich lege im DVG Westfalen mittlerweile seit 10 Jahren regional und überregional Fährten, im VPG- und FH-Bereich, der ein oder andere Hundeführer hier im Forum hatte schon das Vergnügen :-) Im FH-Bereich habe ich von der DVG-BSP über die DHV-DM bis zu VDH-DM legen dürfen. Im VPG-Bereich besteht nächstes Jahr bei der FCI WM Gelegenheit zu meckern :-))))
Womit wir beim Thema wären. Ich bin voll auf Ascans Welle, was einen Fährtenlegerpass anbetrifft, auf welchem die Legeerfahrungen dokumentiert werden. Ich selbst habe auf ALLEN höheren Prüfungen erlebt, das relative Anfänger eingesetzt wurden, teils echte Naturtalente, teils das, was zu erwarten war. Die Qualität der einweisenden Richter ist unterschiedlich, besonders was das Einweisen der Fährtenleger anbetrifft, und hier meine ich nicht nur das blosse Einpfeifen.
Wir haben in Westfalen mitlerweile eine relativ festen Fährtenlegerpool, der auch sehr gleichmäßig arbeitet. Inzwischen greift auch der SV gerne auf uns zurück. Ich denke, dies sollte auch Ziel für die anderen Landesverbände bzw. Rassezuchtverbände sein. Zum Legen einer überregionalen FH-Fährte gehört nicht nur das Legen der Winkel sowie der Gegenstände sondern auch ein Auge für das Gelände, für dessen Lage sowie Beschaffenheit. Dazu gehört auch das Gedächtnis für die Geländestellen, an welchen der Winkel ist, nur für den Fall, das der Hund diesen leider gefunden hat und abgepfiffen wurde (wer von Euch kann das auf planem Betonboden? Hier helfen auch Schrittzahlen wenig.)
Alles Dinge, die nur mit der nötigen Erfahrung erreicht werden können. Die Aussage, das kann ja jeder, ist schlicht Unsinn !
Kommen wir zur andere Seite, den Ansprüchen der Hundeführer:
- es wird ein gleichmäßiges Legen der Gegenstände gefordert, ok. Aber was ist richtig? Längs quer, zwischen den Tritten, im Tritt? Hier will jeder HF etwas anderes.
- es wird ein gleichmäßiges Legen der Winkel gefordert, ok. Aber was ist richtig? Eckig, rund, ohne zu verkürzen? Auch hier will jeder, was er am häufigsten geübt hat.
- wie soll der Absatz aussehen? Abgetreten oder nicht?
Mal ne Zwischenfrage, hat sich schon mal jemand von Euch Gedanken darüber gemacht, das man auf unterschiedlichem Gelände unterschiedlich laufen muss, d.h. die Füsse anders aufsetzen muss? Was ist Normalschritt? Klar, einfach drüber laufen wird jetzt der ein oder andere sagen. Gute Idee, einmal selber so machen und dann die Steinigung über sich ergehen lassen :-)))
Meine Erfahrung ist, das die HF, die Erfolg haben, sich auf alles einstellen und dann wenn es z.B bei einem noch recht jungen Hund noch nicht klappt, nicht anfangen rumzuzetern sondern einen neuen Ansatzpunkt zur Weiterarbeit haben.
Dann gibt es aber diejenigen, die sich als FH-Spezialisten bezeichnen. Man hat einen Hund, der recht gut sucht und man möchte gerne z.B. zur DVG BSP. Zur Qualifikation werden zwei möglichst hohe FH2-Prüfungen benötigt. Was macht man also? Ausgewählte Prüfung, ausgewähltes Gelände, ausgewählter Richter, ausgewählter Fährtenleger, der entsprechend durch den HF instruiert wurde, wie die Winkel und die Gegenstände (auch noch eigene) zu legen sind. Resultat: super. Der Hund ist ein Knaller, heißt es dann ! Dann kommt die BSP und alles ist anders, und die Fährte ist auch noch viel länger. Resultat: der Fährtenleger strampelt sich auf Betonboden ab um dem Hund noch eine Cahnce zu lassen. Der Hund kommt bis zum ersten Winkel - Ende. Aussage: "Für mich ging der Winkel nach rechts und nicht nach links, ausserdem soll der Fährtenleger mir erst einmal zeigen das DA der Winkel überhaupt war!" Gesagt getan, man merkt sich ja die Stellen. Dann das Angebot, an kurzer Leine absuchen zu lassen und mitzugehen: "Nein, das mach mal schön selber" SSSSSUUUUUUUUPER !!! Und das ist im VPG-Bereich nicht anders. Bekannter Rassezuchtverein, Landesausscheidung. Aussage: "Die Fährtenleger sind welche vom DVG und machen Riesenschritte und eine Fährtenabriss im Winkel"
Es gibt im FH-Bereich mittlerweile sogar die Tandenz nomadenartig von Prüfung zu Prüfung zu ziehen, sich erstmal proforma anzumelden um sich dann erst das Fährtengelände zeigen zu lassen und dann zu entscheiden, ob man mitmacht.
Da verstehe ich schon, das viele Vereine da keinen Bock mehr drauf haben. Die besorgen Gelände, machen sich vielleicht auch Gedanken und dann ?Viele qualifizierte Fährtenleger hören deshalb auf, bzw. der Zahn der Zeit nagt an Ihnen :-)
Ich selbst sage nach jeder großen Prüfung, es war meine letzte. Na ja, bis dann der nächste Anruf kommt :-)
So, nun muss ich mal weiterarbeiten :-)
Ich musste mich hier einfach mal auskotzen. Ich würde mich freuen den ein oder anderen von Euch auf der nächsten großen VPG- oder FH-Prüfung zu sehen !
LG, Carsten

