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Nutzung des Rudel-Meuteriebes - Druckversion

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- kimmy - 31-07-2015

Hallo Voraus,
vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. Dieses Thema ist mehr, als 'nur interessant'!
Die Frage, welche nun in meinem Kopf herumschwirrt, ist, wie sieht das konkret bei Prüfungen aus? Durch einen intensiven Blickkontakt?
Ende November werde ich die Vorprüfung zu Mondoiring ablegen. Diese Prüfung ist Vorraussetzung dafür den Sport als solchen führen zu können. Diese Vorprüfung wird bereits ohne Halsband abgelegt. Unterordnung und Schutzdienst. Zuerst wird ca. drei Meter gegangen. Da kann der Hund nochmals korrigiert werden.
Danach herrscht absolutes Stillschweigen. Jede Fehlbewegung seitens Hund / Mensch wird als Fehler bewertet. Gino kann mich also nicht durch anspringen auffordern. Jede Handbewegung ect. wird als Fehler / zusätzliche Hilfestellung / bewertet. Nur Befehle sind erlaubt - Punkt. Kein Wort. Der Hund / Mensch soll aufmerksam sein. Zudem ist es ja bei Mondioring so, dass ein Thema vom Richter ausgewählt wird, dass vor der Prüfung den Teilnehmern durch einen sogenannten 'blauen Hund' gezeigt wird, soll heißen, diese Person zeigt den Teilnehmern was sie wann wo wie zu tun/ zu lassen haben. Es gibt somit kein festes Schema.
Der eigentliche Sinn dahinter ist, dass Mensch/Hund solch ein Team bilden, dass sie sich auch ohne Worte / Gesten verstehen.
Bitte verstehe meine Fragen nicht als Angriff!! Mich interssiert nur der richtige Abbau der anfänglichen Hilfestellungen.

Mit freundlichem Gruß,
Kimmy


- voraus - 31-07-2015

WoWi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166131#post166131 schrieb:Ich weiß, ich weiß, Hunde sind keine Wölfe, und doch:

kann man bei beiden, auch wenn man den Wölfen nachsagt, dass sie über eine differenziertere Mimik verfügen, ein Spielgesicht erkennen. Dieses ist bei nach meinem Konzept ausgebildeten Hunden deutlich zu unterscheiden in der UO vom Stressgesicht traditionell ausgebildeter Hunde.


- voraus - 31-07-2015

kimmy,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166133#post166133 schrieb:Hallo Voraus,
vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. Dieses Thema ist mehr, als 'nur interessant'!
Die Frage, welche nun in meinem Kopf herumschwirrt, ist, wie sieht das konkret bei Prüfungen aus? Durch einen intensiven Blickkontakt?

In Prüfungen sieht das so aus, dass der Hund die Übungen freudig ausführt und der HF auf diese entsprechend der PO reagiert. In IPO ist das so, dass der HF den Hund kurz berühren darf und ein Lobwort aussprechen darf.

Ein intensiver Blickkontakt während der Übungen ist oft nicht möglich und nach meinem Stil auch nicht z.B. in der Freifolge sinnvoll, weil Kopfhaltung von Hund und HF dann dazu führen, dass der HF nicht geradeaus sieht und der Hund verführt wird, zu weit vorne und schräg zu laufen, um den Blick des HF zu erhaschen.
Deshalb ist ja die animationslose passive Körperhaltung des HF mit Nichtanschauen des Hundes bei der Anbahnung des aktiven Aufforderungsverhaltens des Hundes so wichtig.


- tinka - 31-07-2015

kimmy,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166126#post166126 schrieb:Hallo Reinhard,
da hilft nur genaues Hinsehen und Beobachten. Stimmt's?
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy

ich denke einfach, dass man viel zu früh den hund mit reizstarker umgebung konfrontiert, bevor er überhaupt ein stückweit gelernt hat, das es unsinnig ist, diesen reizen auch nachzugehen. spätestens, wenn man einem jungen motivierten hund das gefühl gibt gegen ihn zu arbeiten, wird er immer mehr versuchen aus dieser kiste rauszukommen. findet er die schlupflöcher, so wird er sie nutzen.

das wort komfort ist gefallen, voraus hat geschrieben, dass es einen unterschied macht, ob der komfort darin liegt, dass man aus sorge bestimmte sachen läßt, darüber seine ruhe findet, oder aber, ob der komfort darin liegt aktiv bereiche zu suchen, wo man sich eben wohl fühlt.

wenn du das gefühl hast, dass du in bestimmten bereichen eben nicht zum komfort dazu gehörst, er dir nicht gerne zuarbeitet, sondern selbstbelohnend was anderes vorzieht, dann würde ich einen schritt zurückgehen...

gruß reinhard







- tinka - 31-07-2015

voraus,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166130#post166130 schrieb:
tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166124#post166124 schrieb:Es
geht genau um diesen Ausdruck:

-belastbare Aufmerksamkeit-

Ich hatte absichtlich den Komparativ „belastbarere Aufmerksamkeit“
benutzt, weil das relativ und nicht absolut ist. Jede Methode hat ihre
Grenzen, jeder Hund und jeder HF auch. Mein Konzept will etwas
zusätzlich nutzen und nicht alles andere ersetzen. So wie ich auch nicht
verabsolutierend vorgeschlagen habe, dass man lebenslang mit seinem
Hund in einem Bett schlafen sollte.

und nur du hast es gemerkt. war kein zufall, beim ersten mal habe ich - belastbarere Aufmerksamkeit geschrieben -.

ich habe eigentlich damit gerechnet, dass es darüber die diskussion etwas anschiebt.

aber was nützt es, wenns nur dem autor auffällt...?!

gruß reinhard


- voraus - 31-07-2015

Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166110#post166110 schrieb:Durch die sozialen Komponenten können durchaus auch "Rangniedere" Tiere zuerst fressen.

Könnte einem schnuppe sein, wenn man nicht die Folgerungen aus der falschen These, dass das ranghöhere Tier immer zuerst frisst, als Dogma nimmt. Denn dann landet man automatisch beim überholten Alphakonzept, das auf Macht und Durchsetzung dieser unter allen Umständen beruht.

Bei Gehegewölfen ist dieses unnatürliche Verhalten häufig zu beobachten. Bei natürlich lebenden Wölfen zeichnet sich der Alpha dadurch aus, dass er zu allen anderen eben nicht in permanent zu demonstrierender Machtausübung steht, sondern in Förderung aller Mitglieder in ihrem Potenzial. So wie ein kluger Sport-HF nicht permanent beweisen will, dass sein Hund nach seiner Pfeife tanzt, sondern im Gegenteil eben keine schwarze Pädagogik anwendet, sondern ein weisse. D.h. das Selbstbewusstsein seines Hundes fördert und es nicht unterbuttert.

D.h. in meinem Konzept, dass der Hund frech sein darf, und ich mir keinen Zacken aus der Krone breche, wenn er mich anspringt und ich positiv darauf reagiere, statt ihn zu massregeln, dass Anspringen generell kontextlos verboten ist.

Wir kommen hier wieder zu den Ursprüngen, ob ein Sporthund ein Nutztier ist, was höchstens erwarten darf, dass ihm bei erwünschtem Verhalten nichts Schlimmes passiert („Komfortbereich“) und der sowieso in der UO nach PO keine Freude zeigen kann, weil Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps. Es gibt diese Auffassung vor allem bei HF, die spätestens im Jahr 2000 stehengeblieben sind, wahrscheinlich aber schon bei der Währungsreform.


- tinka - 31-07-2015

WoWi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166131#post166131 schrieb:Die Rede vom "Tanz" zur Einleitung des Geschehens hat mich daran erinnert, dass Wolfsrudel häufig vor der Jagd - also vor einem Geschehen, dass einen hohen Grad an sozialer Kooperation verlangt und bei dem nicht nur das anführende Elternpaar für den Erfolg wesentlich ist - spielen, und zwar - was keineswegs für alle Spiele im Rudel zutrifft - so, dass auch das Elternpaar sich auf die Spielangebote der Jüngeren sehr weit einlässt, ja manchmal sogar spielerisch Unterlegenheit mimt. Und wenn man Aufnahmen dieser Spiele hin und wieder gesehen hat .

das machen nicht nur wölfe so. schaut man sich andere in gruppen lebende beutegreifer an, z.b. löwen oder hyänen, findet das dort vor der jagd auch so statt.

gruß reinhard


- tinka - 31-07-2015

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- voraus - 31-07-2015

tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166137#post166137 schrieb:das wort komfort ist gefallen, voraus hat geschrieben, dass es einen unterschied macht, ob der komfort darin liegt, dass man aus sorge bestimmte sachen läßt, darüber seine ruhe findet,

Wenn du dann die Prüfungen dieser Hunde siehst, wirst du feststellen, dass sich ihre Sorge u.a. in Kopfwackeln, Rutenhaltung, gedrückter Haltung darstellt.



- voraus - 31-07-2015

tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166138#post166138 schrieb:aber was nützt es, wenns nur dem autor auffällt...?!

Nicht alle aufmerksamen Leser wollen sich hier bestimmten Kommentatoren aussetzen. Ich würde hier ja auch nicht mehr schreiben, wenn es nicht viele positive Rückmeldungen gäbe.