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Impuls- vs. Erregungskontrolle
#1
Unterscheidet ihr bei der Arbeit zwischen Impuls- und Erregungskontrolle? Haltet ihr das für sinnvoll und wenn ja wie geht ihr da vor? (Beispiele). Ich meine beispielsweise folgendes: Ein Hund prescht bei Fuß gehen vor. Ich kann versuchen den Impuls zu unterbinden, ich kann aber auch versuchen, ihn so weit "runterzufahren", dass er nicht mehr vorprescht. (ein anderes Beispiel wäre die sichere Ablage und v.a.m.)
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#2
m.E. heißt Impulskontrolle, das Hund lernt sich zurück zu nehmen und nicht seitens des HF einen Impuls zu unterbinden.
Wie willst du denn den Impuls unterbinden?
Durch welche Maßnahmen willst du denn den Hund "herunterfahren"?



Schau mal hier:

http://www.berensmann.de/2012/03/12/impulskontrolle/
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#3
Ich denke das bei der Impulskontrolle, das wichtigste ist, das der Hund lernt sich selbst dazu zu entscheiden sich zurueckzunehmen und man dem Hund nicht das "Kommando" dazu gibt. Das spiegelt sich auch im Platz in der Ablage wieder und ein netter Nebeneffekt ist das man die Motivation darueberhinaus steigern kann.
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#4
Wie soll der Hund lernen, sich zurück zu nehmen, obwohl der Impuls ihm genau das gegenteil sagt - wenn man nicht zumindest temporär den Hund mittels Kommando ein klares "Nein" in diesen Situationen vermittelt?
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#5
Bettina Balters,'index.php?page=Thread&postID=133856#post133856' schrieb:Wie soll der Hund lernen, sich zurück zu nehmen, obwohl der Impuls ihm genau das gegenteil sagt
hallo bettina, wie meinst du das, .... der impuls würde ihm das gegenteil sagen??
es geht ja hierbei darum das der hund fähig ist zu lernen nicht "IMPULSiv zu handeln, sondern sich bewußt durch gemachte lernerfahrungen in seinem instinktverhalten zurück zu nehmen um erfolgreich zu sein bzw eine belohnung einfordern zu können.
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#6
Du brauchst kein Zurechtweisen. Alles was du brauchst ist Futter. Selbst ein Hund ohne Futtertrieb kann es am Anfang uber das Futter lernen und spaeter kann man dann auf ein Spielzeug umstellen.

Man faengt in einer Transportbox an und das wichtigste ist das man kein Wort dabei sagt. Der Hund entscheidet sich von selbst hinzulegen. Daraufhin belohnt man und fuettert, fuettert, fuettert. Wenn der Hund begriffen hat "Aha, ich werd belohnt wenn ich mich hinlege." faengt man an die Tuer offen zu lassen und macht einen Schritt zurueck. Normalerweise stehen die meisten Hunde auf. Anstatt zuruechtzuweisen, wird die Tuer geschlossen und das Spiel geht von vorne los. Man legt die Hand an den Tuerriegel, die Hunde muessen bis dahin gelernt haben - geht die Hand an den Riegel, muss ich mich hinlegen.
Legen die Hunde sich nicht hin, muss man wieder einen Schritt zurueck.
Legt sich der Hund direkt hin, geht die Tuer auf und der Hund wird mit Futter belohnt. Man geht einen Schritt zurueck, kommt zurueck, belohnt. Geht zwei Schritte zurueck, kommt zurueck und fuettert. Steht der Hund auf, geht die Tuer zu.

Das wichtigste ist wirklich das man nichts dabei sagt. Der Hund entscheidet fuer sich ganz alleine und haelt sich dann selbst zurueck, aus eigenem Willen und nicht weil es ihm gesagt wurde. Darueberhinaus steigert sich gleichzeitig die Motivation des Hundes, er arbeitet mit dir, weil er mit dir arbeiten will und nicht weil man ihm gesagt hat das er das jetzt so machen muss.

Irgendwann faengt man dann an den Hund aus der Transportbox abzurufen, dreht ihn herum und schickt ihn zurueck. Da bekommt man dann blitzschnell Hunde fuer das Vorrausschicken oder Abrufen.

Ich bin gerade vom Futter zur Beisswurst uebergegangen, wenn das sitzt, werd ich einfach anfangen Tennisbaelle vor ihrer Nase zu werfen. Da braucht man dann aber noch jemanden, denn steht sie auf, geht die Tuer zu. So lernen die Hunde das sie eben liegen bleiben und man sichert sie fuer die Ablage ab, bis du kommst und sie freigibst. Wink

Das ist eine Form der Impuls/Selbstkontrolle. Gibt bestimmt noch jede Menge anderer Methoden.

Das alles haben wir uebrigens bei Debbie Zappia gelernt. Die Frau ist eine super Ausbilderin. Wir arbeiten auf die BH und die SchH1 hin.
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#7
Detlef Berensmann,'index.php?page=Thread&postID=133857#post133857' schrieb:
Bettina Balters,'index.php?page=Thread&postID=133856#post133856' schrieb:Wie soll der Hund lernen, sich zurück zu nehmen, obwohl der Impuls ihm genau das gegenteil sagt
hallo bettina, wie meinst du das, .... der impuls würde ihm das gegenteil sagen??
es geht ja hierbei darum das der hund fähig ist zu lernen nicht "IMPULSiv zu handeln, sondern sich bewußt durch gemachte lernerfahrungen in seinem instinktverhalten zurück zu nehmen um erfolgreich zu sein bzw eine belohnung einfordern zu können.

Richtig, durch gemachte Lernerfahrungen. Was Sandra K zuerst schrieb klang so, als solle der Hund dies ohne jegliche Lenkung durch uns selbst entscheiden.

@ Sandra, auch bein Dir gibt es das "Nein". Es ist in Deinem Fall das Schließen der Kenneltüre.

Darüber hinais frage ich mich bei Beiträgen wie Deinen immer, daß diese doch sehr hundetypen-spezifisch sind.

Hast Du schon einmal einen an allem Möglichen, aber nicht an Futter oder Beute interessierten Hund gehabt?

Und jetzt komme mir bitte keiner mit "dann gib dem Hund mal drei Tage nichts zu fressen", das ist Unsinn.

Gerade aber diese Hunde, die wenig Will to Please haben, wenig Interesse an Zusammenarbeit zeigen, wenig motivierbar sind durch vom HF steuerbare Belohnungen, gerade diese Hunde sind oft die, bei denen Impulskontrolle dringend nötig ist.

Nur Positiv oder vorwiegens positiv geht einfach nicht immer, und Deine Beschreibung der absoluten Impulskontrolle durch Futter stelle ich mir gerade bei einem passionierten Jäger vor... viel Erfolg.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#8
Bettina Balters,'index.php?page=Thread&postID=133922#post133922' schrieb:Gerade aber diese Hunde, die wenig Will to Please haben, wenig Interesse an Zusammenarbeit zeigen, wenig motivierbar sind durch vom HF steuerbare Belohnungen, gerade diese Hunde sind oft die, bei denen Impulskontrolle dringend nötig ist.
hallo bettina, aus welchem grund haben diese hunde eine impulskontrolle dringend nötig?? kannst du da ein beispiel geben, oder das erklären?
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#9
Bettina Balters,'index.php?page=Thread&postID=133922#post133922' schrieb:
Detlef Berensmann,'index.php?page=Thread&postID=133857#post133857' schrieb:
Bettina Balters,'index.php?page=Thread&postID=133856#post133856' schrieb:Wie soll der Hund lernen, sich zurück zu nehmen, obwohl der Impuls ihm genau das gegenteil sagt
hallo bettina, wie meinst du das, .... der impuls würde ihm das gegenteil sagen??
es geht ja hierbei darum das der hund fähig ist zu lernen nicht "IMPULSiv zu handeln, sondern sich bewußt durch gemachte lernerfahrungen in seinem instinktverhalten zurück zu nehmen um erfolgreich zu sein bzw eine belohnung einfordern zu können.

Richtig, durch gemachte Lernerfahrungen. Was Sandra K zuerst schrieb klang so, als solle der Hund dies ohne jegliche Lenkung durch uns selbst entscheiden.

@ Sandra, auch bein Dir gibt es das "Nein". Es ist in Deinem Fall das Schließen der Kenneltüre.
Da muss ich dir jetzt einfach mal Recht geben. Wenn man es so sieht, ja dann ist das schliessen der Tuere ein "Nein!". Das wichtige dabei ist jedoch dass das Nein nicht von der Stimme kommt. Weshalb muss ich mir noch mal erklaeren lassen. Aber ich denke das es darum geht das der Hund das ganze nicht mit der Person sondern mit dem Kaefig selbst verknuepft.

Darüber hinais frage ich mich bei Beiträgen wie Deinen immer, daß diese doch sehr hundetypen-spezifisch sind.

Hast Du schon einmal einen an allem Möglichen, aber nicht an Futter oder Beute interessierten Hund gehabt?
Meine Huendin ist so gar nicht Futtergetrieben aber auch sie hat es ueber das Futter gelernt. Zumindest das sie sich hinzulegen hat und warten muss wenn die Tuer aufgeht. Dann musste ich jedoch auf Beutespiel umstellen, denn als es mit den Motivationsspielchen losging war das Futter einfach nicht mehr genug und die Motivation war nicht vorhanden.

Und jetzt komme mir bitte keiner mit "dann gib dem Hund mal drei Tage nichts zu fressen", das ist Unsinn.

Gerade aber diese Hunde, die wenig Will to Please haben, wenig Interesse an Zusammenarbeit zeigen, wenig motivierbar sind durch vom HF steuerbare Belohnungen, gerade diese Hunde sind oft die, bei denen Impulskontrolle dringend nötig ist.
Meiner Meinung nach sollte jeder Hund durch die Impulskontrolle gehen. Ich selbst war ueberaus skeptisch und konnte nicht begreifen wieso wir das ueberhaupt machen muessen und warum wir nicht an etwas wichtigerem arbeiten. Mittlerweile weis ich warum und ich bin wirklich begeistert. Meine eine Huendin war Roh als ich sie bekam. Sie kannte nichts, wenn sie nur einen Ball gesehen hat, war kein halten mehr. Wenn sie den Ball mal hatte und dein Finger steckte dazwischen, Pech gehabt... wenn auch nur der Baendel von einem Ball aus der Tasche hing und du weggelaufen bist, die waer dir hinterher und haette dir die Jacke zerfetzt nur an den Ball zu kommen (so passiert). Das war vor der Impulskontrolle. Wir haetten da auch anders einen Riegel vorschieben koennen aber ueber die positive Impulskontrolle ist es soviel besser wie andersrum.

Nur Positiv oder vorwiegens positiv geht einfach nicht immer, und Deine Beschreibung der absoluten Impulskontrolle durch Futter stelle ich mir gerade bei einem passionierten Jäger vor... viel Erfolg.
Ich denke es kommt einfach auf die Balance an. Nur weil man positive Impulskontrolle betreibt heisst es ja nicht das man zwischendurch auch mal durchgreifen kann. Das "Aus" wurde ihr blitzschnell beigebracht weil es anders einfach gar nicht moeglich war. Einmal richtig durchgegriffen und gut wars. Wenn man einen guten Trainer hat dann nutzt der nicht nur eine Ausbildungsmethode sondern hat viele verschiedene Ausbildungsmethoden in seiner "Tool-Box" und passt die Ausbildung dem Hund an und nicht den Hund seiner Ausbildungsmethode.

Das gefaellt mir so gut an unserer Trainerin da sie sich blitzschnell auf den Hund und den HF einstellen kann und die Ausbildung individuel anpasst. Die Balance stimmt einfach und ich fuehle mich in den richtigen Haenden, das erwarte ich allerdings auch von jemandem wie ihr.
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#10
Detlef Berensmann,'index.php?page=Thread&postID=133926#post133926' schrieb:
Bettina Balters,'index.php?page=Thread&postID=133922#post133922' schrieb:Gerade aber diese Hunde, die wenig Will to Please haben, wenig Interesse an Zusammenarbeit zeigen, wenig motivierbar sind durch vom HF steuerbare Belohnungen, gerade diese Hunde sind oft die, bei denen Impulskontrolle dringend nötig ist.
hallo bettina, aus welchem grund haben diese hunde eine impulskontrolle dringend nötig?? kannst du da ein beispiel geben, oder das erklären?

Beispielsweise Hunde, die bei jedem Artgenossen völlig aus dem Häuschen geraten und dorthin möchten, um beispielsweise zu spielen.

Oder passionierte Jäger.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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