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Wie weit weg sind wir noch vom Unterschied, Arbeiten oder Kunststückchen machen lassen?
#91
@Sören
Danke!

In Abt. A muß sich HF auf Hd verlassen. In Abt. B verläßt sich Hd auf HF und tut nur seine Arbeit, ohne nach links oder rechts zu schauen. In Abt. C verläßt sich der HF auf seinen teilweise selbständig agierenden Hund und greift nur dirigierend ein.
Ich verstehe nicht, was daran unnatürlich sein soll?

Vor ein paar Jahren habe ich auf einer DV-DM einen Hund gesehen, der beim Apport über die Schrägwand das Holz aufgenommen hat, wieder ablegte, kurz an die Trainerbank ging und die darin sitzende Gruppe begrüßte, wieder zum Holz, Aufnahme, Rücksprung und Rest waren einwandfrei. Nun könnte der ein oder andere sagen, dass das ein toller Hund ist, der sich vergewisserte, ob vielleicht unter den Leuten ein Scheintäter dabei ist. Soll er dafür volle Punktzahl bekommen?

Ich glaube, hier verwechseln einige etwas! Kunststückchen ist das, was der Belustigung der Massen dient und sonst keiner braucht. Arbeit ist das, was getan werden muß, um eine Aufgabe zu erfüllen. Ein Hund im Diensteinsatz, der von seinem Hundeführer an den rechten Busch geschickt wird, weil dort ein Täter vermutet wird, kann nicht von sich aus nach links laufen, weil er etwas wackeln gesehen hat.
Eine andere Situation stellt sich, wenn ich den Hund so einstelle, dass er selbständig arbeiten soll.

Selbst im SD gibt es Sachen, wo ich nicht dem Hund die Entscheidung überlasse. Gebe ich HZ Fuß, so hat er konzentriert (auf mich) neben mir zu sitzen oder zu laufen, egal, ob neben oder vor ihm der Helfer mit sonstwas rumwedelt. Für alle anderen Sachen, wo der Hund teilweise selbständig agieren soll, gibt es andere HZ. Zur hohen Schule der Ausbildung gehört z.B. die Grundstellung beim Seitentransport. HZ Fuß heißt Blick zu mir, HZ Transport = Blick zum Helfer und "Erlaubnis" bei dessen Fehlverhalten einzugreifen. Spreche ich die beiden HZ schnell mehrmals abwechselnd hintereinander, so pendelt ein gut ausgebildeter Hund mit dem Kopf. Ist das ein Kunststück oder echte Arbeit?

Ich meine, es ist kein Kunststückchen sondern Kunst. Denn Kunst kommt von Können. Der Hundeführer, der dieses Können hat und der Hund, der ihm blind vertraut, bekommen zu Recht mehr Punkte als die, die nebenher noch andere Dinge im Kopf haben.

Wenn man einen gehorsamen Hund als abhängig oder triebblöd betitelt, polarisiert man genauso wie bei der Endlosdiskussion bezg. Wattebäuschchenwerfer und Zwanganwender. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
MfG
Maik
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#92
Ach Nadin und Sören,



ihr sprecht mir mal wieder aus dem Herzen!



Im Übrigen muß ich mich hier wohl auch als "triebblöd" outen: Ich weiß schon gar nicht mehr wie oft ich beim üben in der Unterordnung irgendwo dagegengelaufen bin, wiel ich mich auf meinen Hund k o n z e n t r i e r t habe. Und das ist doch der Punkt: wenn ich mich auf etwas konzentriere kann mir schon mal etwas anderes entgehen. Dazu gehört auf jeden Fall Vertrauen: ich vertraue darauf, das niemand Fallgruben in den Hundeplatz gegraben hat, mein Hund vertraut auf mich (im Idealfall).

Gruß

Barbara (Die die gleichen Sprüche, "der sieht ja gar nicht, wo er hinläuft" schon vor 25 Jahren gehört hat)
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#93
Nadin,'index.php?page=Thread&postID=131161#post131161' schrieb:Meiner Meinung nach ist vieles nicht wirklich "natürlich" im IPO Sport heutzutage, vom extrem langsamen Suchen, zum Fusslaufen, zu gewünschten extrem trockenen Griffen.....nur finde ich das nicht schlimm, Spass macht mir der Sport trotzdem, allerdings finde ich ihn eben auch nicht ideal zur Selektion ALLER Merkmale, die in der Zucht wichtig sein sollten, aber das wurde ja auch schon genug gesagt.
Das hast du sehr schön auf dem Punkt gebracht Nadin!!! wichtig ist sie brennen......lach :hallo:

MfG Detko
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#94
Meine Hunde "brennen" darauf auf dem Platz zu arbeiten, mein junger Rüde bot sich von selbst an, so zu laufen, soll ich ihn daran hindern?
Meine Hunde gehen auch von Welpenalter an spazieren, fahren mit in den Urlaub an den Strand und dürfen dann einfach nur "Hund sein". Meine Hunde "leben" also auch, oder nicht?
@Barbara, du bezeichnest diese Hunde als bedauernswert, sagst ihnen die Fähigkeit ab, auf Ihre Umwelt zu reagieren. ICH möchte aber, daß der Hund sich in der UO auf MICH konzentriert und nicht auf seine Umwelt! Und ich kann nicht sagen, daß den beiden an positiver Ausstrahlung fehlt, die Ohren sind oben und der Pinsel wackelt mit. Trotzdem behalten sie ihre Konzentration, mit den Worten eines Richters: Triebbeständig bis zum Schluß.
Mir ist das lieber, wie ein Hund, der sich dauernd über die Lippen leckt, permanent nach vorne schaut und grade noch so mitbekommt, daß er einen HF hat, weil er sich lieber mit seiner "Umwelt" beschäftigt.
Wenn ich einen Hund sehe, der neben seinem HF herläuft, geduckt und immer auf der Hut; technisch perfekt, DAS ist das Bild, was ICH nicht mehr sehen möchte.
... in der Fährte möchte ich ja auch, daß mein Hund konzentriert sucht, ohne auf irgendwelche Umweltreize zu reagieren....

LG Petra
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#95
Zitat:Sehe ich jedoch einen Hund, der so ausgebildet und vorgeführt wird, dass man sein Wesen, seine Stärken und auch Schwächen, seine Fähigkeit zur Reaktion auf Umwelt und HF erkennen kann, dann erfreue ich mich an dem Hund. Denn ich habe das Gefühl "der lebt"!


Hallo Barbara,

ich frage jetzt mal in vollem Ernst, weil ich versuchen möchte, Dich wirklich richtig zu verstehen: Wie läuft denn ein solcher Hund? WAS macht einen solchen Hund in der UO für Dich aus? Ich meine, wir sprechen von einer Prüfung, die eben unter anderem auch die Konzentrationsfähigkeit eines Hundes abfragen soll. Ich kann mir eigentlich das, was Du sehen willst, nur so vorstellen, dass der Hund sich ablenken läßt, indem er sich von der Umwelt ablenken läßt und auf sie reagiert, in welcher Form nun jetzt auch immer.

Persönlich sehe ich es in jedem Falle so, dass ein Hund, der freudig und konzentriert seinem HF folgt, sehr viel "Leben" zeigt, ebenso seine Fähigkeit, auf den HF zu reagieren. Eine konzentrierte UO ist doch im Idealfall eine intensive, hochaktive Form der Kommunikation zwischen Hund und HF!

Aber sag mir, wie ein Hund vorgeführt werden muss, damit Du "sein Wesen, seine Stärken und Schwächen, seine Fähigkeit zur Reaktion auf Umwelt und HF" erkennen kannst??!! Wie muss ein Hund dann laufen???

LG

Bine
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#96
moin m. lorenz

wohl eher ein kunststück.wenn der helfer im sichtfeld das hundes ist hat er dahin zu schauen und das auch zu wollen.alles andere ist überflüssig und nicht notwendig.

wird auch so nicht von der PO gefordert.

man kann das auch so sehen, wenn ich im sichtfeld des helfers das Hz fuß gebe und der hund schaut mich an und ich brauch ein Hz damit der hund dann wieder zum helfer schaut stimmt doch etwas mit der qualität des hundes oder der ausbildung nicht.
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#97
erwin,'index.php?page=Thread&postID=131191#post131191' schrieb:wohl eher ein kunststück.wenn der helfer im sichtfeld das hundes ist hat er dahin zu schauen und das auch zu wollen.alles andere ist überflüssig und nicht notwendig.
Doch Erwin, es ist notwendig! Wenn ich Fuß sage, heißt das für den Hund, dass er den Helfer Helfer sein lassen soll. Wie soll ich sonst vernünftig nach dem Seitentransport in die Lauerstellung gehen?
Sieht man ja kaum, dass die Hunde auf dem Weg dahin den HF umkreisen, weil sie den Hl nicht aus dem Sichtfeld lassen wollen. :wink2:

erwin,'index.php?page=Thread&postID=131191#post131191' schrieb:man kann das auch so sehen, wenn ich im sichtfeld des helfers das Hz fuß gebe und der hund schaut mich an und ich brauch ein Hz damit der hund dann wieder zum helfer schaut stimmt doch etwas mit der qualität des hundes oder der ausbildung nicht.
Die Qualität des Hundes kann man damit nicht beurteilen, die Ausbildung schon.
Hat noch keiner erlebt, dass ein Hund im Stadion bei der UO den HF im Zelt bemerkt hat und sich daraufhin laufend zu diesem orientiert hat? Was soll das sein? Ein toller Hund der einen vermeintlichen Scheintäter erspäht hat? Oder doch ein Mangel in der Ausbildung?

Ich finde es lustig, wenn gerade diejenigen, die eine "an die Wirklichkeit angelehnte" PO fordern, gerade bei solch realitätsnahen Dingen auf das natürliche Wesen des Hundes anspielen und nicht optimale Ausbildung damit abtun wollen.
Ich persönlich lege z.B. Wert darauf, beim Training meinem Hund zu sagen, was gerade dran ist, ob UO oder SD. Auch stelle ich mich manchmal ans Tor, wenn ein anderer Hund gerade am Helfer arbeitet und erkläre meinem Hund, dass er noch nicht dran ist, dass es nicht "sein" Helfer ist. Wie sonst könnte ich einen Hund händeln, der nach dem letzten SD in der nächsten Gruppe als erster mit UO dran ist, der beim Warmmachen das Geschrei auf dem Platz mitbekommen hat? Würde ich das nicht machen und der Hund steht nicht im Gehorsam, geht also bei HZ Fuß konzentriert auf mich, ginge seine Birne wie eine Rundumleuchte, wenn ich den Platz betrete, weil er den Helfer sucht.

Ich glaube die Kunststückchen, die der Themenstarter meint, sind die, wo man einem Hund im SD etwas antrainiert, was das Wesen des Hundes eigentlich gar nicht her gibt, wo man Schwächen mit bunter Farbe übertüncht, die bis zum nächsten Regen hält. Da hier in den letzten Beiträgen aber auf der UO herumgeritten wurde, wollte ich das klar stellen.
Mich überzeugt kein Hund, der in den Gehorsamsphasen die Sau raus hängen läßt und deshalb unkorrekt arbeitet, sondern der, der den entsprechenden Gehorsam hat und in den Kampfphasen allen Zweiflern zeigt, dass er eben doch (trotzdem) anders kann. Nicht umsonst gibt es den Spruch: "Mach den Dackel sauber und schau dann, was von ihm übrig bleibt."
MfG
Maik
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#98
M. Lorenz,'index.php?page=Thread&postID=131192#post131192' schrieb:Mich überzeugt kein Hund, der in den Gehorsamsphasen die Sau raus hängen läßt und deshalb unkorrekt arbeitet, sondern der, der den entsprechenden Gehorsam hat und in den Kampfphasen allen Zweiflern zeigt, dass er eben doch (trotzdem) anders kann. Nicht umsonst gibt es den Spruch: "Mach den Dackel sauber und schau dann, was von ihm übrig bleibt."
Danke, für mein Empfinden auf dem Punkt gebracht! :appl:
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#99
sehe ich genauso :thumbup:

oder sind die Hunde etwa schlecht, haben wenig Trieb usw., wenn sie korrekt gearbeitet wurden? Und die Hunde, die nur den Helfer ansehen, sind die guten? Hm...komisch. Meine HZ Hündin damals hat auch nur den Helfer angesehen und hat die Sau rausgelassen, wenn ich Fuß gesagt habe...Gehorsam? Nö...
machte der Helfer aber nen richtigen Angriff, konnte ich meinen Hund suchen gehen Big Grin
die war halt nicht gut ausgebildet.
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Oswald Stanka,'index.php?page=Thread&postID=131193#post131193' schrieb:Mich überzeugt kein Hund, der in den Gehorsamsphasen die Sau raus hängen läßt und deshalb unkorrekt arbeitet, sondern der, der den entsprechenden Gehorsam hat und in den Kampfphasen allen Zweiflern zeigt, dass er eben doch (trotzdem) anders kann. Nicht umsonst gibt es den Spruch: "Mach den Dackel sauber und schau dann, was von ihm übrig bleibt."
Na ja,mein Lieber,das ist aber mal ganz stark vereinfacht.
Wenns denn so wäre,bräuchten wir uns hier nicht zu zanken.Fakt ist,das,je höher du führste,die Belastungen weniger werden,zumin. im SV.Von anderen Rasseverbänden ganz zu schweigen.
Einzig die Malis machen da eine rühmlich Ausnahme.
Dein Widerspruch in sich fängt ja schon da an,wo du den "Dackel sauber" machst,nach der modernen Auslegung schon eine Resultat von Steinzeitausbildung.
Wenn du den "Dackel Big Grin " aber halt nicht sauber machen mußt,so stellt sich doch die Frage,warum nicht?
Sollte für einen Hund,der die Bezeichnung Gebrauchshund" bekommt,nicht die Auseinandersetzung,/ bzw der Interessenskonflikt der Indikator für Qualität stehen.
Für einen Hund,wie ich ihn haben möchte,steht Einsatzwille und Härte in keinem Gegensatz zum Gehorsam,nur fangen die Problem bei der Definition "Gehorsam" an.
Dein Beispiel der HZ Kopf/ Fuß machen ja schon klar,es ist nicht nötig,dem Hund das beizubringen?Nein,es gibt dir allerdings Sicherheit für die UObereitschaft deines Hundes.
Ich selbst bezeichne so etwas bestimmt nicht als Kunststückchen,lege persönlich aber keinen Wert darauf,weil bei den größeren Prüfungen das HZ "Transport" verwendet wird,und da achte ich mehr auf die Position,in der mein Hund bei Fuß geht,oder auf die Winkel,die nicht rund,sondern 90`gezeigt werden sollten,mit einem Hund,dem man jederzeit ansieht,das er lieber mit dem Helfer kämpfen würde.
Ich denke,du weißt,wie ich das meine,Unterordnung sollte sich,ganz speziell im SD darin zeigen, das der Hund seine Interessen hinter meine stellt,und nicht gehorsam,weil erfolgreich,fixiert neben seinem HF trabt.
Und noch mal wieder,ich habe nichts gegen saubere,führige Hunde,ich bewerte sie halt nicht höher als sperrige,Konfliktsuchende Hunde.
Wenn beide PO gerecht arbeiten,ist das schon ok.
Kommentare wie"nicht mehr Zeitgemäß,wer will schon sowas,etc." kotzen mich an,weil sie in den meisten Fällen die Hilflosigkeit ihrer HF demonstrieren,die einfach nicht die Qualität haben,solche Hunde auszubilden.
Und zum Schluß,die mich kennen,wissen,das ich den Hunden nicht auf dem Schädel rumkloppe,um sie auszubilden,und arbeite trotzdem nicht mit Bällchen oder ähnlichem Pillepallezeugs.
LG Heinz
Das Hirn ist keine Seife - es wird nicht weniger, wenn man es benutzt!

(Hinweis: Die Signatur ist wie eine Visitenkarte: Sie dient der selbstdarstellenden Information über den Autor - nicht der Beurteilung des Lesers)
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