Beiträge: 1.271
Themen: 48
:
: 0
Registriert seit: Sep 2006
Herrschende und ich glaube auch einhellige Meinung ist, dass der reine Fährtengeruch (Pflanzensäfte, Aktivität der Bodenbakterien) nach ca. 20 Minuten seinen Höhepunkt erreicht und danach wieder langsam weniger wird.
Aber auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine mind. 1 Stunde alte Fährte besser abgesucht wird.
Das liegt meiner Meinung nach daran dass der Hund die Nase nicht mehr in eine grandiose Duftbombe aus Fährtengeruch steckt, die aufgrund ihrer Masse eben auch Ungenauigkeiten mit sich bringt und wo Verwirbelungen durch Wind grössere Irritationen hervor rufen können.
Wenn der Geruch dagegen weniger wird, konzentriert er sich dagegen viel stärker auf die Tritte und schwebt nicht mehr großflächig drumrum.
Ergo wird so eine Fährte sauberer abgesucht, weil der Hund sich konzentrieren muss und der Fährtengeruch tatsächlich AUF der Fährte zu finden ist. statt in einer Duftbombe drumherum.
Meine FH-Hündin sucht eine Fährte ohne Liegezeit super, eine 2-3 Stunden alte optimal, und wenn ich ihr einen "Gefallen" tun wollte mit einer 20 Minuten alten Fährte - ungenau, schludrig, fahrig.
Für Anfänger die erst einmal die Verknüpfung "Fährtengeruch = Futter" herstellen sollen, würde ich dagegen aber immer die 20-30 Minuten "Anfängerliegezeit" empfehlen.
Gruß Bettina
"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
Beiträge: 970
Themen: 56
:
: 0
Registriert seit: Aug 2014
Ich versuche nicht zuviel auf einmal zu tun. Momentan verteile ich weniger Futter auf größere Abstände und lasse die Fährte nicht länger als zwei Stunden liegen, da er dies bereits kennt. Mit Schnee zu fährten ist auch für mich noch Neuland. Deshalb neige ich auch dazu besser in kleinen Schritten vorwärts zu kommen, denn ihn zu überfordern.
Momentan habe ich ihm eine Fährte in unmittelbarer Nähe gelegt. Direkt neben unserem Grundstück sind Schafe. Ich möchte sehen, wie Gino darauf reagiert. Schafe-Schnee. Das ist das erste Mal, dass Schafe direkt neben unserem Grundstück grasen. Das Ende der Fährte führt in Richtung Weide und mit genügend Abstand etwas am Zaun entlang, da gibt es Duft -und Trittspuren von ihnen und dem Hund, welcher half sie in ihr neues Domizil zu bringen.
Schaun wir mal....
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
Beiträge: 970
Themen: 56
:
: 0
Registriert seit: Aug 2014
....Nochmal gut gegangen....der Schäfer war, früher, als die Tage zuvor zurückgekommen, um dort einen neuen Zaun zu errichten, wo meine Fährte sein würde. (Die Schafe werden alle zwei Tage auf den nächsten Weideabschnitt gebracht) Glücklicherweise hörte ich das Motorgeräusch und wie er begann, den Zaun zu befestigen. Wir zwei Anfänger gingen also schnurstracks zu dem Fährtenanfang. Der Schäfer war so freundlich und ging mit seinem Hund zu den Schafen. Gino war am Anfang etwas nervös, doch er beruhigte sich schnell und suchte die Fährte ab. Nur an einer Stelle kam er ins Schleudern. Dort trafen etliche Geruchs und Trittfährten zusammen. Ich hatte damit gerechnet, dass er eventuell meine Hilfe benötigen würde. Ich zeigte ihm kurz die richtige Fährte und gut war es....
Weder Schafe, noch Hund lenkten ihn ab. Allerdings suchte er zügiger, was aber nicht verwundert, da ich etwas hektischer war.
Doch eine Frage hätte ich noch - ab wann legt ihr Fährten in ein ''Geruchs - und Tritt gemisch''? Ich habe keine extra Futterstückchen hineingelegt, keine extra verbalen Ermutigungen gegeben, da ich möchte, dass auch solch eine Situation für ihn 'normal ist'.
Auch nachdem die Fährte beendet war, gab es das Lob wie immer. Mit freundlicher, etwas lachender Stimme, danach verlasse ich die Fährte ruhig. Ab und zu gibt es eine kleine Portion Futter, eine freundliche Berührung - da ich versuche ihm das Fährten an sich als das große Highlight zu bringen. Also die Arbeit ist die Belohnung. Meine vorigen Hunde erhielten Lob, Ball, Futter, doch das puschte sie immer so hoch und irgendwann verknüpften sie das Fährten mit den folgenden Emotionen, was sie am Fährtenende immer schneller werden ließ. Mit Gino erlebe ich das nicht mehr. Er versteht auch das 'ruhige Lob' als solches, ist hocherfreut darüber, aber nicht so aufgeputscht.
LG,
Kimmy
Beiträge: 1.271
Themen: 48
:
: 0
Registriert seit: Sep 2006
Ich suche von Anfang an auch auf begangenem Gelände.
Auf der Wiese vor unserem Hundeplatz lege ich gerne Fährten, die liegen dann 2-3 Stunden. In der Zwichenzeit laufen alle anderen Hundesportler mit ihren Hunden da drüber, es wird sich dort gelöst, es wird gespielt und die Hunde rennen gemeinsam da drüber.
Gruß Bettina
"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
[quote='kimmy','http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25097-Fährten-bei-Schnee/?postID=169949#post169949' - da ich versuche ihm das Fährten an sich als das große Highlight zu bringen. Also die Arbeit ist die Belohnung. Meine vorigen Hunde erhielten Lob, Ball, Futter, doch das puschte sie immer so hoch und irgendwann verknüpften sie das Fährten mit den folgenden Emotionen, was sie am Fährtenende immer schneller werden ließ. Mit Gino erlebe ich das nicht mehr. Er versteht auch das 'ruhige Lob' als solches, ist hocherfreut darüber, aber nicht so aufgeputscht.
LG,
Kimmy[/quote]
Meiner - ganz persönlichen - Meinung nach ein Denkfehler.
Was ist fährten ? Im Prinzip ein ritualisiertes Jagdspiel.
Im Rudel ( HF/Hund ), aufrufen zur Jagd ( Ansatz ), verfolgen der Fährte, erzielen von Beute ( Futter/Spielbelohnung )
Wofür soll Dein Hund denn arbeiten - für Dich bestimmt nicht. Er ist Egoist und arbeitet für die Befriedigung seiner Triebe, Du kanalisierst sie nur in Deine Ausbildung.
Ob das mit der absoluten Ruhe der richtige Weg ist - hab da so meine Zweifel.
Denn, woher soll der Hund seine Motivation auf einer schwierigen FH nehmen ? Gibt doch nur zwei Möglichkeiten: entweder exestenziell ( absoluter Gehorsam mit allen Konsequenzen ) oder Hoffnung auf Beute.
Wobei ich - persönlich - Zweifel habe, dass Variante 1 die belastbarere ist.
Das Problem des schneller werdens gegen Ende ist nicht der hochwertigen Beute geschuldet, sondern durch Ausbildungsfehler verursacht, da Ende - aus welchem Grund auch immer - für den Hund vorhersehbar.
Das kann man aber in den Griff kriegen und trotzdem hochwertig belohnen und Endorphine freisetzen( Jagderfolg ).
Beiträge: 970
Themen: 56
:
: 0
Registriert seit: Aug 2014
Hallo Burkhard,
das ist vielleicht der 'springende Punkt'. Ich möchte nicht, dass Gino Fährten mit Jagd gleichsetzt, da der junge Mann leider sehr gerne jagd. Also versuche ich alles zu vermeiden, was in diese Richtung abzielt. Es wurde mir sogar geraten generell mit einem Hund, welcher gerne jagd, keine Fährten auszuarbeiten, da dies seinen Trieb unterstützen würde, sprich es würde Öl in das Feuer gegossen werden. Das sehe ich nun nicht so, möchte aber kein unnötiges Risiko eingehen.
Was ich früher tat, war, dass ich mit ihm einige Schritte ging, bevor er etwas von seinem Trockenfutter erhielt. Ball werfen ist zu unsicher geworden.
An welchen Ausbildungsfehler hast Du denn gedacht? Ich achte schon darauf, dass ich nicht schneller werde, nicht zusätzlich rede. Wie belohnst Du denn am Fährtenende?
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
kimmy,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25097-Fährten-bei-Schnee/?postID=169962#post169962 schrieb:. Ich möchte nicht, dass Gino Fährten mit Jagd gleichsetzt, da der junge Mann leider sehr gerne jagd. Also versuche ich alles zu vermeiden, was in diese Richtung abzielt. Es wurde mir sogar geraten generell mit einem Hund, welcher gerne jagd, keine Fährten auszuarbeiten, da dies seinen Trieb unterstützen würde, .....................................
An welchen Ausbildungsfehler hast Du denn gedacht? Ich achte schon darauf, dass ich nicht schneller werde, nicht zusätzlich rede. Wie belohnst Du denn am Fährtenende?
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
Nun, zunächst einmal zu den " Ratgebenden ": ich würde sie nicht ernst nehmen.
Nochmal, ich hatte es schon gesagt: Fährten ist in ritualisiertes Jagdspiel. Wenn Du alles vermeiden möchtest, dürftest Du nicht fährten !
Zur Belohnung:
a) das Fährtenende darf für den Hund nicht vorhersehbar ( Deine Körpersprache ) und riechbar ( Futterjackpot ) sein.
b) das Fährtenende bestimme ich. Das kann der letzte Gegenstand sein, es kann aber auch sein, dass ich ihn den Weg weitersuchen lasse, auf dem ich die Fährte verlassen habe. Irgendwann kommt dann ein Gummiring am Hund vorbei geflogen, der rollt und springt wie ein Kaninchen. Hund schlägt Beute und darf dann mit mir auch sehr heftig um den Ring kämpfen.
Er wird also nie nach einem Ende suchen. Er hat gelernt, irgendwann wird er zuverlässig Beute machen.
Ausnahme: schlechte Arbeit bei Aufgaben, die er beherrscht. Weil - nicht jeder Jagdtag ist ein guter Jagdtag. Ist in der Natur ebenso.
Beiträge: 970
Themen: 56
:
: 0
Registriert seit: Aug 2014
Hallo Burkhard,
danke für Deinen Ratschlag mit dem Fährtenende. Bei Gino würde das sehr gut funktionieren, da er von sich aus weitersuchen würde. Das werde ich das nächste Mal versuchen.
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
Beiträge: 601
Themen: 15
:
: 0
Registriert seit: Sep 2006
Hi Kimmy
Mein Briard war ein passionierte Jäger aber einmal beim Fährten liefen ihn vor der Nase 3 Rehe vorbei. Er war so viertieft in der Arbeit, dass er sie nicht wahr nahm.
Auch beim "Sanitätsarbeit" (Schweiz) war jagen nie ein Problem.
Beim spazieren im Wald hatte ich ihn so weit, dass wenn er rechts oder links aufgeschaut hat, genügte ein "Nein" ihn abzuhalten. Fatal war einmal als ich mich niederknien musste, um meine Schursenkel frisch zu binden.
Gill
Life, z.B. Hundesport, is really simple but we insist on making it complicated
Beiträge: 970
Themen: 56
:
: 0
Registriert seit: Aug 2014
Hallo Gill,
ich hoffe auch, dass mein Knäblein den Unterschied begreift. Interessanterweise habe ich ja vergangenen Herbst ihm Freifährtenn gelegt - mit Winkel und er hat keine Anstalten gemacht, zu jagen. Das Fatale an dem ''Jagdthema'' ist, dass ich ihn sogar frei laufen lassen konnte. Er ließ sich zuverlässig abrufen, bis ein wirklich dummer Hase direkt vor ihm aufsprang. Seitdem bin ich nicht nur bei Null, vielmehr im Minus, sprich, selbst an der Schleppleine rast er in solcher Geschwindigkeit weg, dass ich auf dem Acker -Wiese lande. Also beginnt alles wieder von vorne. C'est la vie....
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
|