Ich nehme mal dies hier als Aufhänger:
Sören,'index.php?page=Thread&postID=160133#post160133' schrieb:Hallo,
ich lese wie Monika ebenfalls sehr amüsiert mit. Einige Ideen sind geradezu haarsträubend... auf OG-Ebene (und es finden immer noch ein Großteil aller Prüfungen auf der Ebene statt) haben die Hundeführer mit der momentanen PO genug Probleme... da ist eine Verschärfung, eine ständige Veränderung der Reihenfolge oder sonstiger Firlefanz absolut kontraproduktiv. Die sind mit der aktuellen Situation teilweise massiv überfordert, wissen in der Prüfungssituation weder wie sie heißen, wo sie sind oder was sie machen sollen und sollen dann noch zuhören, wenn irgendwelche Übungen angesagt werden oder plötzlich ein Seitenwechsel oder Rückwärtslaufen gefordert wird.
Ich teile diesen Standpunkt nicht. Aus Richtersicht mag das so scheinen, dass die Hf überfordert sind. Sie sind stattdessen schlecht trainiert-sozusagen. Ihnen fehlt Erfahrung, Routine und das know how, ihren Hund zu führen. Und zwar deshalb, weil nicht mehr von ihnen verlangt wird. Die Trainer wissen es oft auch nicht, kennen nur „fuß“, weil „mehr“ von ihnen nicht verlangt wird. Müssten die Hf ihren Hunden mehr beibringen als jetzt, hätten sie mehr Erfahrung in verschiedenen Metiers. Je mehr ein Hund kann, umso besser wird er die Kernübungen zeigen und umso sicherer wird der Hf. Der Kontakt von Hund und Hf wird besser. Wer lehrt, der führt.
Die Verringerung von Anforderungen, wie z.B. bei der „leichten Sprache“, führt nicht zu einem besseren Verständnis des Inhalts des Textes, sondern zu mehr Unvermögen. Es ist richtig, für manche ist auch die leichte Sprache zu anspruchsvoll. Muss der Rest aber deshalb zu Analphabeten werden?
Will man Nichtprofis gerecht werden, könnten Zeitvorgaben helfen anstatt ausschließlich Punkte zu geben.
Müssen Hunde nun rückwärtsgehen können, dann ist das nicht albern, sondern formt meinen Hund. Ich selbst erlange Wissen anderer Hf bei den Tonnenhopsern. Das bringt mich vorwärts. Auch ein Fallschirmspringer will fun. Er überlegt aber trotzdem sehr genau, was er (nicht) macht.
Was der Prüfung fehlt, ist der Bezug zur und der Nutzen in der Praxis. Das ist eine wichtige Motivation zur Ausbildung. Bringen wir nun fun und Praxis sowie Nutzen zusammen:
Zwischen den Beinen gehen: Hier hast Du den Hund „zentral“ unter Kontrolle. Von oben, unten, rechts und links. Du hast die Hände frei und ohne hinzusehen spürst Du, wie der Hund drauf ist und wenn, wo er etwas wahrnimmt. Bei Bedarf ist er so besser regulierbar, beherrschbar, als ihn von der Seite heranzuziehen oder er kann unauffällig akkurat auf ein sich näherndes Problem ausgerichtet werden.
Rückwärts gehen: Du gehst mit deinem Hund die Straße entlang und Dir kommt ein Problem entgegen. Du gehst auf die andere Straßenseite, das Problem auch. Hände gehoben, „Alter, alles gut, ich will keinen Stress.“, um das Problem herum gehen, das sich mitdrehen wird und zusammen -> rückwärtsgehend aus der Situation raus.
Die Seiten wechseln: Hund läuft links, es kommt ein anderer Spaziergänger mit nicht hörendem Hund. Mein Hund wechselt nach rechts und ich stehe zwischen meinem Hund und den anderen Situationen.
Ich gehe die Straße entlang, der Hund läuft rechts, wie immer. Es kommt ein Problem entgegen. Der Hund wechselt nach links und steht zwischen mir und dem Problem.
Du läufst mit deiner Freundin auf der linken und deinem Hund auf der rechten Seite. Es kommt ein Problem entgegen, du musst daran vorbei oder es läuft Dir nach. Deine Freundin wechselt hinter dir nach rechts und um euch alle der Hund nach links Das Problem guckt blöd und ihr geht rückwärts aus der Situation raus. Solltest du dein Schlüsselbund oder die 8-er Muttern in der Hand haben, kannst du sie nun wieder wegpacken.
Das Problem hat etwas in der Hand. Du lässt deinen Hund alleine etwas zurückgehen, gehst um das Problem herum. Das Problem wird sich i.d.R. mitdrehen und dann mit dem Rücken zum Hund stehen: „Attack“
Muss ein Problem mal transportiert werden, ist es ggf. zweckmäßig, der Hund läuft rückwärts vor dem Problem und man selbst hinter dem Problem.
Naja, ist sicher nur für furchtsame Hausfrauen interessant :whistling: Könnte man sie damit von den Tonnenhopsern zurückholen?
Und noch etwas: Ich halte jeden Hund, der o.g. bewältigt, für zuchttauglich. Dafür brauche ich keinen Schein.