Beiträge: 390
Themen: 16
Registriert seit: Sep 2006
lusna,index.php?page=Thread&postID=80264#post80264' schrieb:niemand hier im Thread hat "der Methode Clicker etwas angelastet" - es wurde nur darauf hingewiesen, daß auch diese Methode bei falscher Anwendung Probleme verursachen kann.
Was ja auch Du bestätigst.
Dass jede Methode bei falscher Anwendung Probleme verursachen kann, unterschreibe ich dir sofort. Auch bin ich nicht der Ansicht, dass der Clicker das Allheilmittel, die notwendige Voraussetzung oder gar der Garant für moderne und tiergerechte Ausbildung ist. Allerdings behaupte ich, dass die Folgen der Anwendung tierpsychologisch unsachgemäßen Zwangs und in der Regel auch die Folgen falscher Motivationsarbeit ungleich schlimmer sind als die Folgen der unsachgemäßen Anwendung des Clickers.
Zitat: Ich weiss ehrlich nicht, was das Problem dabei ist, dies so festzustellen.
Die meisten Methoden, denen ich in jüngster Zeit im Hundesport begegnet bin, sind toll, wenn sie von Leuten angewandt werden, die sie beherrschen. Und oftmals eine Katastrophe, wenn die Menschen die Methode nicht beherrschen. Das macht aber die Methode an sich nicht zu einer schlechten Methode.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, die Grenzen der Clickerausbildung zu benennen (siehe oben). Dass jede Methode letztlich mit dem sie praktizierenden Ausbilder steht und fällt, ist doch eine Binsenwahrheit.
Zitat:Und was das Shapen anbelangt, so findest Du im WWW massenweise Berichte und Fragen von Leuten, die damit grosse Probleme haben.
Ich selber habe es als Clicker-Anfänger erlebt, wie mein mit einer Kombination aus Motivation und Korrektur ausgebildeter Hund begeistert shapen konnte mit einer Könnerin am Clicker - und wenn ich den Clicker in der Hand hatte, sofort in Stress kam und schließlich einfror. Und das lag eindeutig NUR an mir - und in keinsterweise an der Methode.
Natürlich gibt es Menschen und Hunde, die mit dem Shapen riesige Probleme haben. Der schlimmste anzunehmende Unfall, der beim Shapen eines nicht mit negativen Erstlernerfahrungen belasteten Hundes auftreten kann, ist aber nur der, dass der Hund sich entzieht anstatt aktiv Verhaltensweisen anzubieten. Das ist alles.
Außerdem sollte man beachten, dass das Clickern mehrheitlich wahrscheinlich immer noch von Hundehaltern praktiziert wird, die allgemein nicht so viel Ausbildungserfahrung und auch nicht so triebige, aktive Hunde haben wie die meisten Hundesportler. Dass diese Menschen dann Probleme mit solchen Essentialia wie punktgenauem Timing und der Fähigkeit, den Hund zu lesen, haben, ist eigentlich naheliegend.
Zitat: Ich sitze immer wieder mit Erstaunen vorm Computer, wenn ich sehe wie wenig es hier möglich ist, Themen differenziert zu diskutieren.
Erfahrungen anderer User werden negiert - die eigene Meinung als Non-Plus-Ultra gesehen. Auf Argumente wird nicht eingegangen - es wird nicht hinterfragt.
Wir sind hier doch um miteinander zu diskutieren und nach Möglichkeit von den Erfahrungen anderer User zu profitieren. Dazu gehört auch mal, daß jemand mit einer bestimmten Ausbildungsmethode Erfahrungen gemacht hat, die man selber nicht gemacht hat. Erfahrungen, die einem helfen können, kritisch bei seiner eigenen Arbeit zu bleiben - vielleicht Fehler nicht zu machen - und die Augen offen zu halten.
Wo ist da das Problem?
Also ich hab eigentlich keins.  Weder mit Leuten, die clickern noch mit Leuten, die nicht clickern.
Ich möchte auch deine Erfahrungen gar nicht negieren, sondern nur darauf hinweisen, dass die Folgen unsachgemäßer Clickeranwendung meiner Meinung nach nicht so gravierend sind wie von Grahams Jubilee dargestellt.
LG
Nina
All great dogs, like all great men work because they have to, but because they want to action is their chief medium of happiness.
Beiträge: 532
Themen: 2
Registriert seit: Jan 2008
Hallo Nina,
NinaD,index.php?page=Thread&postID=80269#post80269' schrieb:Also ich hab eigentlich keins. Weder mit Leuten, die clickern noch mit Leuten, die nicht clickern.
... so hatte ich Dich persönlich auch nicht verstanden. Ich hätte wohl ab dem 3. oder 4. Absatz deutlich machen sollen, daß meine Bemerkungen "allgemeiner" gemeint sind.
Grüsse,
Claudia
Beiträge: 781
Themen: 53
Registriert seit: Jun 2007
NinaD,index.php?page=Thread&postID=80269#post80269' schrieb:Außerdem sollte man beachten, dass das Clickern mehrheitlich wahrscheinlich immer noch von Hundehaltern praktiziert wird, die allgemein nicht so viel Ausbildungserfahrung und auch nicht so triebige, aktive Hunde haben wie die meisten Hundesportler. Dass diese Menschen dann Probleme mit solchen Essentialia wie punktgenauem Timing und der Fähigkeit, den Hund zu lesen, haben, ist eigentlich naheliegend.
LG
Nina
Das sehe ich aber ganz anders. Viele , vielleicht sogar die meisten erfolgreiche Hundeführer setzen den Clicker ein.
Die Farbe beißt nicht
Beiträge: 390
Themen: 16
Registriert seit: Sep 2006
britta_vamos,index.php?page=Thread&postID=80272#post80272' schrieb:Das sehe ich aber ganz anders. Viele , vielleicht sogar die meisten erfolgreiche Hundeführer setzen den Clicker ein.
Wirklich? Wer denn alles? Mir fallen unter den erfolgreichen und bekannteren Schutzhundesportlern spontan nur Uta Bindels und Mario Verslijpe ein.
Die Frage ist auch immer, was unter "Clickern" zu verstehen ist (siehe Uwes Thread), nur operantes Clickershapen oder auch die Benutzung des Clickers in der alleinigen Funktion als punktgenauer sekundärer Verstärker.
All great dogs, like all great men work because they have to, but because they want to action is their chief medium of happiness.
Beiträge: 965
Themen: 49
Registriert seit: Jul 2007
Ok, es sind keine Deutschen Schäferhunde, es ist kein Schutzdienst, aber - soweit ich das weiß und auch schon live gesehen hab - alles geclickert. Wenn man es beherrscht, ist es faszinierend!
[video]http://www.youtube.com/watch?v=VNkaQGCy9d4[/video]
Gruß Gaby
NinaD,index.php?page=Thread&postID=80273#post80273' schrieb:Mir fallen unter den erfolgreichen und bekannteren Schutzhundesportlern spontan nur Uta Bindels und Mario Verslijpe ein.
Nach dem Clickerprinzip arbeiten wirklich fast alle Guten (Balabanov, Skogster usw.), die sich von der klassischen Korrekturausbildung, pressing usw. verabschiedet haben:
keine Einwirkungen bis der Hund die Übung wirklich an unterschiedlichen Orten sehr gut kann
teilen jeder Übung in kleinste Lernschritte
richtiges Verhalten mit Clickerwort markieren
dann bestätigen
Manche locken z.B. die Positionen, manche shapen sie, indem sie auch Ansatzverhalten markieren und bestätigen.
Manche fügen vor dem Clickerwort noch ein keep-going-signal ein, um z.B. die Spannung in der Position zu halten. Manche machen es, indem sie ein Zeitfenster öffnen.
Manche benutzen den Clicker, andere den Zungenclick, die meisten die Stimme, weil sie auch noch positive Emotionen gleichzeitig vermitteln möchten.
In der Leistungsspitze hat weltweit die Clickermethode gewonnen.
In der breiten Masse noch lange nicht.
lusna,index.php?page=Thread&postID=80264#post80264' schrieb:Ich selber habe es als Clicker-Anfänger erlebt, wie mein mit einer Kombination aus Motivation und Korrektur ausgebildeter Hund begeistert shapen konnte mit einer Könnerin am Clicker - und wenn ich den Clicker in der Hand hatte, sofort in Stress kam und schließlich einfror. Und das lag eindeutig NUR an mir - und in keinsterweise an der Methode.
Du bist da vielleicht auf der richtigen Spur.
Stell dir vor ein Hund mit Korrekturerfahrung in der Lernphase. Das wirkt immer ungünstig auf das Lernverhalten und auf das Vertrauensverhältnis.
Und dann soll der Hund plötzlich aktiv und frei Verhalten im shaping anbieten.
Das ist wie mit einem strengen Korrekturvater, der einen Kurs in moderner Erziehung besucht hat, und seinem Kind dann sagt: mach mal, sei locker, frei und kreativ mutig. Tu einfach mal was. Das Kind wird sich hüten, weil es könnte ja ein unerwünschtes Verhalten zeigen.
Wenn ein Korrekturhund gelernt hat, und das geht sehr schnell, dass im Zweifel nichts tun die beste Lösung ist (du nennst es einfrieren), um sich vor Korrekturen zu schützen, dann kann er kein neues Verhalten anbieten.
Kommt jetzt ein anderer nicht so negativ besetzter Ausbilder und clickert geschickt auch kleinste Ansätze von Verhalten (deine Könnerin), dann kann auch ein Korrekturhund wieder Vertrauen und Selbstbewusstsein aufbauen.
NinaD,index.php?page=Thread&postID=80269#post80269' schrieb:Ich möchte auch deine Erfahrungen gar nicht negieren, sondern nur darauf hinweisen, dass die Folgen unsachgemäßer Clickeranwendung meiner Meinung nach nicht so gravierend sind wie von Grahams Jubilee dargestellt.
Was macht schon ein falscher Click? Praktisch gar nichts, was nicht innerhalb von einer Minute zu beheben ist. Was machen mehrere falsche Clicks? Sie bringen dem Hund höchstens was tendenziell Falsches bei, was aber auch kurzfristig durch richtiges Clickern zu beheben ist.
Was macht eine falsche Einwirkung? Sie wirkt sich auf den gesamten Hund und sein Beziehung zum Hundeführer aus.
Was machen mehrere falsche Einwirkungen? Eine Dauerbaustelle.
Beiträge: 532
Themen: 2
Registriert seit: Jan 2008
Balco,index.php?page=Thread&postID=80287#post80287' schrieb:NinaD,index.php?page=Thread&postID=80269#post80269' schrieb:Ich möchte auch deine Erfahrungen gar nicht negieren, sondern nur darauf hinweisen, dass die Folgen unsachgemäßer Clickeranwendung meiner Meinung nach nicht so gravierend sind wie von Grahams Jubilee dargestellt.
Was macht schon ein falscher Click? Praktisch gar nichts, was nicht innerhalb von einer Minute zu beheben ist. Was machen mehrere falsche Clicks? Sie bringen dem Hund höchstens was tendenziell Falsches bei, was aber auch kurzfristig durch richtiges Clickern zu beheben ist.
Hallo Balco,
Du kannst das hier noch 20x wiederholen - es entspricht trotzdem nicht dem, was manche, die sich hier im Thread geäussert haben, schon real erlebt haben.
Auch durch Clickern kannst Du das Verhältnis Hund / Hundeführer extrem stören - auch hier kann Misstrauen entstehen - auch hier kann Stress entstehen.
Auch wenn Du es negierst.
Ein (= 1) falscher Click macht garnichts.
Der dauerhafter falsche Einsatz des Clickers kann einen Hund extrem psychisch belasten.
Im übrigen - wenn Du schon Vergleiche ziehst, dann bitte korrekte:
Was macht 1 falscher Click - nicht wirklich was.
Was macht 1 falsche Einwirkung - nicht wirklich was, es sei denn sie ist so stark, daß sie tierschutzrelevant ist. (Aber davon sprechen wir hier ja nicht.)
Grüsse,
Claudia
lusna,index.php?page=Thread&postID=80289#post80289' schrieb:Auch durch Clickern kannst Du das Verhältnis Hund / Hundeführer extrem stören - auch hier kann Misstrauen entstehen - auch hier kann Stress entstehen.
Dann lass die Finger doch einfach weg vom Clicker und mach es auf deine Methode, durch die selbst bei falscher Anwendung kein Stress entstehen kann.
Ich kenne weder eine Methode noch ein Hilfsmittel, das nicht bei falscher Anwendung unerwünschte Ergebnisse bringt.
Ich kenne überhaupt nichts auf der Welt, was bei falscher Anwendung funktioniert.
Aber ich kann unterscheiden zwischen relativ fehlertoleranten und relativ fehlerintoleranten Hilfsmitteln und Methoden.
|