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WoWi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191308#post191308 schrieb:Ich finde Anjas Fragestellung sehr berechtigt und zentral – und sie sollte nicht gleich durch übertriebene Verallgemeinerung ("Sinn des Lebens") ironisiert werden. wenn diese Frage berechtigt ist, es ist ja jede Frage berechtigt, dann auch meine. Ironisierend ist sie keinesfalls.
Ist diese Frage eine grundsätzliche, kommen wir schnell zu weiteren Fragen oder wir stellen fest, dass es keine Rechtfertigung gibt. Dann wäre es nur logisch, in letzter Konsequenz Hundehaltung zu verbieten.
Welche Rechtfertigung gibt für die Haltung von Hunden überhaupt?
Als Sozialpartner/Kindersatz? Hat dann nicht die Gesellschaft versagt?
Als Prestigeobjekt? Was ist mit Modehunden/ Qualzuchten?
Wer gibt uns das Recht Tiere zu töten, um sie zu essen?
Was ist mit Tierparks / Zoos pp?
Ich könnte nun diese Fragen immer weiter fortführen und auch philosophisch betrachten.
Das liegt mir jedoch fern, da es zu nichts führt.
Um auf die Ausgangsfrage einzugehen....
Der Mensch nimmt sich das Recht um über zB den Hund zu befinden.
Es ist die Auseinandersetzung mit einem anderen Lebewesen und der Versuch dieses zu seinen Gunsten zu formen. Dazu bedient sich dem Mensch in unserem Fall, einer Ordnung, die sich Menschen gegeben haben. Dabei leitet uns der Gedanke den Hund so zu "manipulieren", dass seine Fähigkeiten in einem definierten Rahmen gefördert, gezüchtet, trainiert und geprüft werden. Nur über eine standardisierte Abprüfung sind Rückschlüsse und Vergleiche möglich.
Welche Vorgaben sind denn die leitenden?
Hier geht es um die Zucht und Ausbildung von Hunden, die bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften haben.
Da sind neben Gesundheit zB
- Stressresistenz
- Motivation
- Durchsetzungsvermögen
- Belastbarkeit
usw.
Dabei sind diese Eigenschaften mehr oder minder stark bei den Individuen vorhanden.
Wenn wir die Frage nach Ausbildung und Vergleich bejahen, kommen wir zu dem Ergebnis bewerten zu müssen, um Fähigkeiten und Eigenschaften in dem Sinn weiter zu festigen und zu entwickeln. Das ist m.E. unsere Rechtfertigung den "Sport" zu betreiben.
Ist es denn überhaupt ein Sport?
Über das "Wie" kann man unterschiedlicher Meinung sein.
Bye Uwe
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Anja hatte gefragt, ob es um Sport im Sinne von "Immer-mehr-Ausdruck" und "Höher-schneller-Weiter" gehen soll oder um die zuverlässige Ausführung von Aufgaben in allen Lebenslagen, "Gebrauch" genannt. Da sollten wir entscheiden, und das antwortet auf die Frage nach der Identität unseres ausbilderischen Tuns tatsächlich mit einer Sinnfrage, die unterschiedlich formuliert werden kann: Welche Entscheidung wollen wir da treffen, welche Identität wollen wir uns geben, mit welchem Anspruch wollen wir unsere Tätigkeit versehen? Aber Identitätsfragen gibt es ohne Sinnfragen nicht: Identifizierung ist nichts anderes als Sinnzuschreibung, Perspektivierung in einem bestimmten Sinnverstehen. Auf jede konkrete Sinnfrage den Oberhammer "Sinn des Lebens" zu hauen, habe ich tatsächlich als eine Ironisierung durch Entkonkretisierung, ablenkende Abstraktion, empfunden. Ich finde noch immer, dass es nur schwer anders zu verstehen ist. Aber Entschuldigung, wenn ich das falsch einschätze.
Am Ende landet auch die Schlussfrage, ob es überhaupt primär um Sport gehen solle, ja auch wieder bei Anjas Frage, ob das der Sinn sein soll, den wir der Sache geben wollen. Zum Thema Sport habe ich an anderen Stellen schon geschrieben.
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WoWi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191317#post191317 schrieb:Anja hatte gefragt, ob es um Sport im Sinne von "Immer-mehr-Ausdruck" und "Höher-schneller-Weiter" gehen soll oder um die zuverlässige Ausführung von Aufgaben in allen Lebenslagen, "Gebrauch" genannt. diese Frage um "Gebrauch" in allen Lebenslagen stellt sich mir doch gar nicht.
Hier in dieser Diskussion geht es doch vielmehr um den "Gebrauchshundesport" an sich. Wobei ich mich mit dem Begriff "Gebrauch" i.S. von in allen Lebenslagen schon schwer tue.
Höher-schneller-weiter ergibt sich ja auch aus den neuen Erkenntnissen um der Möglichkeiten einer Manipulation des Hundes.
Wie sah die Ausbildung vor 20 Jahren aus und durch den Erkenntnisgewinn heute? Dabei haben die massiven Zwangsmassnahmen durchweg rapide abgenommen. Was nicht bedeuten soll, dass es alles gut ist.
Wie mag das in 10 Jahren aussehen?
Für mich ist diese Debatte teils gefühlsbetont und zu menschlich geprägt.
Wie sagte mal ein Prof.: die Menschen werden immer tierlicher und die Tiere immer menschlicher. Wie viele Menschen sprechen mit ihren Hunden wie mit Menschen?
Aber richtig, es kann immer eine Sinnfrage daraus werden.
Damit bin ich auch nun raus.
Bye Uwe
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Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191318#post191318 schrieb:Für mich ist diese Debatte teils gefühlsbetont und zu menschlich geprägt.
Wie sagte mal ein Prof.: die Menschen werden immer tierlicher und die Tiere immer menschlicher. Wie viele Menschen sprechen mit ihren Hunden wie mit Menschen? Ich glaube nicht dass es beim Hundesport allgemein und natürlich dem IPG darum geht, dass Tiere immer menschlicher behandelt werden.
Meiner Meinung beschäftigen sich heute immer mehr Leute auch konkret mit Lernverhalten und den neuesten Erkenntnissen zur Lernvermittlung.
Ich habe vor 30 Jahren in meiner Jugend noch gelernt, dass es einen Wehrtrieb gibt und andere Dinge, von denen heute keiner mehr spricht bzw. die widerlegt worden sind.
Man hat sicherlich vieles vor 10 Jahren nicht gewusst, genauso wie die Hundeführer vor 30 Jahren ihre Hunde schon "menschlicher" behandelt haben als die Ausbilder Anfang der 1900er Jahre oder gar noch nach dem 2. Weltkrieg.
Ich wurde schwach angeschaut, als ich 1990 meinen Hund mit Futter und Ball in der Unterordnung und ohne Stachel aufgebaut habe. Als ich meiner Hündin 1998 das Revieren mit Ball im Versteck beigebracht habe, bin ich von denen ausgelacht worden, die das heute teuer auf Seminaren verkaufen. Viele Jahre später hatten viele zu kämpfen als der Clicker populär wurde, heute ist er überall akzeptiert und wesentliche Grundlage vieler Ausbildungen in Sport und Dienst.
Ich für mich glaube einfach nur, dass in jeder Generation immer jeweils das Wissen, was uns JETZT zur Verfügung steht, nutzen sollten, um den Sport, den nur wir so als wichtig erachten (dem Hund ist das doch vollkommen egal) so "tierschutzrelevant" wie möglich auszuüben. Man tut sicher jedem Unrecht, wenn man den Hundeführern von 1950 Ausibldungsmassnahmen vorwirft, die man damals nicht anders kannte.
Aber heute mit Methoden von 1950 zu arbeiten - da würden sicherlich viele den Kopf schütteln.
Für mich hat das nichts mit verweichlichen zu tun oder vermenschlichen, sondern das ist der Lauf der Evolution - neues erarbeiten, anwenden, weiterentwickeln.
Für mich ist das ein Zeichen von Stärke, Offenheit, Anwendung neues Wissens und Flexibilität.
Es gab früher schon Auswüchse der besonderen Art und die gibt es heut auch, und nicht nur bei Schosshunden. Die machen aber in der Regel keinen IPG.
VG
Anja
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Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191318#post191318 schrieb:Hier in dieser Diskussion geht es doch vielmehr um den "Gebrauchshundesport" an sich. Das Sport kommt mir in der Diskussion doch zu kurz. Auch Leistungssport bleibt Sport. In der Diskussion hier wird wie überall zu diesem Thema unnötigerweise regelmäßig in das Diensthundewesen abgedriftet.
Wir als Sportler haben doch ganz andere Interessen als ein DHF. Wobei auch die Verallgemeinerung des DHF zu kurz gegriffen ist. Wenn ich in meinem dienstlichen Alltag einen Diensthund brauche, brauche ich einen Spezialhund. Ich brauche einen Hund, der mir einer Individualgeruchsspur folgt, der mir Drogen, Sprengstoff oder auch Leichen aufspürt. Einen Hund der einen Angreifer unschädlich macht oder einem flüchtenden Täter nachgeschickt wird, habe ich in vielen Dienstjahren abseits von Großeinsätzen (wo man das auch über einen anderen Kräfteansatz hätte lösen können) nicht erlebt.
Mein Interesse als Sportler ist doch einen Hund zu bekommen, der möglichst einfach in allen drei Sparten dazu zu manipulieren ist, möglichst nah an der PO die darin geforderten Aufgaben reproduzierbar abzuliefern. Das ist doch ganz weit weg von dem Diensthund (oder sogar einem Zugriffshund von Spezialeinheiten), der auf die eine oder andere Spezialhundtätigkeit (das aber in absoluter Verlässlichkeit) reduziert wird.
Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191318#post191318 schrieb:Höher-schneller-weiter ergibt sich ja auch aus den neuen Erkenntnissen um der Möglichkeiten einer Manipulation des Hundes. Dass sich höher schneller weiter in der unbestrittenen Leistungsspitze eines jeden Sports findet, ist doch das ureigenste des Wettkampfsports. Aber wie viel Prozent der Hundesportler betrifft dies, die Jahr für Jahr DM und WM führen? Das Gro der Hundesportler treibt sich doch (ohne dass es irgendwie wertend gemeint sein soll) auf der OG Ebene herum ohne jemals überregional zu führen oder führen zu wollen. Trotzdem wird eine Prüfung unter SG als schlecht angesehen und man will auf Biegen und Brechen aber ohne die Ausstattung, das Umfeld oder die nötige Zeit und Konsequenz aufbringen zu wollen oder können auf Augenhöhe mit den Großen sein.
Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191318#post191318 schrieb:Für mich ist diese Debatte teils gefühlsbetont und zu menschlich geprägt. Natürlich ist so eine Debatte gefühlsbetont und menschlich zu führen. Entweder habe ich einen Hund oder ein Sportgerät. Wenn ich meinen Hund als reines Sportgerät betrachte sollte man sich schon fragen, ob das nicht reichlich egoistisch ist.
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was für mich im Sport und ich rede ausschließlich vom IGP als Hobbysport nicht mehr zeitgemäß ist sind die Stockschläge! Bei Zuchtveranstaltungen und Selektion für den Dienst macht der Test auf Belastbarkeit Sinn, aber nicht im reinen Freizeitsport. Man könnte wie im Ringsport z.B. einen Klapperstock, Wasser oder Vergleichbares als Belastung einsetzen aber dem Hund bewußt und erlaubt körperliche Schmerzen zuzufügen ist für mich ein Relikt was überdacht werden sollte. In der Öffentlichkeit kommt gerade dieser Part nicht gut an.
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Ich weiß nicht, in wie weit diese Zahlen stimmen, aber aus dem Pool der jährlichen gezüchteten Gebrauchshunden mit Schutzhundeigenschaft kommen als Diensthunde ja nur wenige zum Einsatz.
https://esut.de/2020/01/meldungen/streit...undeswehr/
Addiere ich die Zahlen auf, so sind es gesamt nur ca. 1200 Hunde, wovon noch vom Zoll 340 als Spezial Spürhunde ohne Schutzhundeigenschaft abzuziehen wären.
Na den Zahlen verblieben dann knapp 850 Hunde, die dann als Schutzhund ihren Dienst tun.
Unabhängig davon, wieviele von den in Deutschland gezüchteten Hunde dann ins Ausland gehen, muss der Rest der gezüchteten Hunde dann in Privathand gehen.
Gruß Reinhard
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tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191325#post191325 schrieb:Ich weiß nicht, in wie weit diese Zahlen stimmen, aber aus dem Pool der jährlichen gezüchteten Gebrauchshunden mit Schutzhundeigenschaft kommen als Diensthunde ja nur wenige zum Einsatz.
https://esut.de/2020/01/meldungen/streit...undeswehr/
Addiere ich die Zahlen auf, so sind es gesamt nur ca. 1200 Hunde, wovon noch vom Zoll 340 als Spezial Spürhunde ohne Schutzhundeigenschaft abzuziehen wären.
Na den Zahlen verblieben dann knapp 850 Hunde, die dann als Schutzhund ihren Dienst tun.
Unabhängig davon, wieviele von den in Deutschland gezüchteten Hunde dann ins Ausland gehen, muss der Rest der gezüchteten Hunde dann in Privathand gehen.
Gruß Reinhard dazu stellen Landespolizeibehörden das System der Dualen Ausbildung von Schutz und Spezialhunden auch in Frage. In Niedersachsen dürfen zB die Passivhunde als RSH zur Suche an Personen soweit ich weiß keine Schutzhundeausbildung haben.
Es gehen natürlich viele Hunde in die private Sicherheit ohne Vollzugsrechte. Aber das hat mit dem Diensthund ja nichts gemein
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Mann kann sich auch selber abschaffen
Alle sagten,es geht nicht,da kam einer der das nicht wusste-und tat es....
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HIla1610,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=191326#post191326 schrieb:dazu stellen Landespolizeibehörden das System der Dualen Ausbildung von Schutz und Spezialhunden auch in Frage. das System wird in Niedersachsen nicht in Frage gestellt. Ganz im Gegenteil.
Bye Uwe
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