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Zitat:Original von Jupp
Hund sind sehr schlechte Generalisierer. Sie müssen immer die Situation noch dazulernen.
Das wird leider oft übersehen. Wenn der Hund ein in einer bestimmten Situation gelerntes HZ in einer ganz anderen Situation nicht umsetzt, dann nicht, weil er nicht will, sondern weil er nicht kann.
Selbst wenn ich nun dein Vorstellung, dass der Hund erst auch alles in der jeweiligen Situation lernen muss, annehme:
Der Hund, um den es hier geht, ist 4 Jahre alt. Ich denke schon, dass ihm in 4 Jahre vermittelt wurde, dass er in dieser Reizsituation das Komando auch ausführen sollte. Laut der letzten Sachstandsmeldung tut er es ja zum Teil auch. Kommt ein "Pfui" reagiert er ja wie gewünscht; zeigt das gelernte Verhalten.
Somit rufe ich gelerntes Verhalten ab und er reagiert aufgrund einer anderen Reizlage eben nicht wie gelernt.
Schnusi: Pfui ist das falsche Komando in der Situation. Ich will doch nicht, dass er den Helfer ignoriert. Der Helfer ist nicht Pfui. Er soll das Sitz ausführen. Also sage ich auch sitz.
Mal zurück zu Schnusis Problem
Pfahlarbeit (hast du weiter oben nach gefragt):
Es kommt vor, dass sich der Griff verschlechtert. Das ist insbesondere der Fall wenn der Hund -warum auch immer- unsicher wird.
Da macht es dann Sinn nur Griffarbeit zu machen und alle Störfaktoren auszuschalten. Der Hund wird für guten Griff belohnt (Ärmel wird dem Hund überlassen, Helfer dreht sich vom Hund weg als wenn er fliehen möchte, etc.). Es wird dann auch erst mal nur Beutearbeit gemacht. Gebe ich Wehrreize kommt der Hund wieder in Stress und der Griff ist evtl. nicht gut. Dann kann ich auch nichts bestätigen.
Nun lasse ich alles Gehorsam in der gesamten Übung weg, damit ich alle Störfaktoren aus der Übung weglasse. Zum Aus hebe ich den Hund hinten an (Arm unter Bauch durch und dann hochheben), damit er den Arm wieder loslässt. Auch das mache ich dann ohne Komando!
Das ganze geht am Pfahl sehr gut, da der Helfer sehr genau abschätzen kann wann die Leine straff ist und der Hundeführer sich nicht noch groß mit dem Festhalten des Hundes befassen muss. So habe ich sogar die Möglichkeit den Hundeführer weiter weg zu schicken, wenn dieser auch ein "Störfaktor" sein sollte.
Gruß Henning
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Danke euch allen für Eure Antworten.
@Henning
Ich lehre meine Hunde mit Pfui, daß sie ohne mein O.k nicht das bekommen was sie gerade wollen.Die Beute gibt es nur nach Erlaubnis. Für mich ist es die "Notbremse".
Da mein Bruder durch seine Inkonsequens den Hund gelehrt hat auch mal das Fuss nicht so ernst zu nehmen, haben wir mit dem Pfui versucht eine Sicherheit einzubauen, so wie ander z. b. die Leine nehmen würden.
Bis jetzt klappt das super.
Das wars für heute .
Meine Hunde müssen pinkeln. :]
Gruss Kerstin
Nicht die Überlegung - wie bestrafe ich meinen Hund - sondern - wie belohne ich meinen Hund-
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Zitat:Original von Jupp
Hund sind sehr schlechte Generalisierer. Sie müssen immer die Situation noch dazulernen.
.....
Hunde generalisieren klassisch auch sehr schnell, das ist manchmal gut und machmal schlecht.
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Hallo,
an alle, die mir mit ihren Ratschlägen im vergangenen Jahr geholfen haben.
Obwohl wir zeitlich nur 1 x die Woche (manchmal nur 14-tägig) mit dem Hund arbeiten können,haben wir mit der Pfahlarbeit gute Fortschritte gemacht.Das Bellen wird kräftiger , schütteln des Armes geht auch langsam,verbellen am Versteck s u p e r (Abstand zu mir jedoch noch etwas gross).
Jetzt aber noch eine Frage.Nicht lachen!
Schau ich dem Hund beim Verbellen in die Augen?
Am vergangenen Freitag ist sie mir fast ins Gesicht gesprungen, als ich sie
beim Verbellen mit den Augen fixiert habe.
Gruss
Schnusi
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Hallo Schnusi,
wenn ich mir jetzt nur die normalen Verhaltensweisen von Hunden ins Gedächtnis rufe, so bedeutet doch "in die Augen sehen" u. U. auch eine Provokation des Hundes (der Überlegene starrt, der Unterlegene wendet den Kopf ab). Ist eine solche Provokation des Hundes in dieser Situation gewünscht? Sorry - mag eine doofe Frage sein - aber auch wenn ich noch keine Erfahrungen im Schutzdienst habe - normale Reaktionen auf Aktionen greifen doch auch dort?
L.G. Elke
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Hallo Alea,
...ist eine solche Provokation erwünscht ...
Genau das meinte ich ja.
Und wenn: Bei welchen Hunden, die in der Ausbildung sind, sollte man es unterlassen?
Gruss Schnusi
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Hallo,
In der Prüfungssituation hast du mehrer Wehrreize (Ansehen, Schlagen mit Stock, Bedrängen, Anschreien). Das der Hund da hochspring und den Helfer evtl. in die Nase beisst kannst du jedoch nicht gebrauchen. Dann ist die Prüfung zu ende.
Es kann dir immer passieren, dass der Helfer (evtl. auch nicht mal absichtlich) den Hund mit den Augen fixiert. Somit muss man da was machen.
Das Anstarren ist eine Drohgebärde und damit Auslöser für Meide-, Wehr- oder Aggressionsverhalten. Ich vermute mal, dass der Hund in der Situation (vor Helfer ohne an die Beute zu dürfen) stark im Beutetrieb stand. Dazu kam dann noch die Drohgebärde Anstarren und der Hund reagierte mit Wehrverhalten, da er sich einerseits bedroht sah und andererseits bei der Beute bleiben wollte und daher Flucht nicht in Frage kam.
Was will er mit dem Hochspringen bezwecken? Ziel von Wehrverhalten ist die Beseitigung der Bedrohung (-> der Hund will das Anstarren durch dich beenden).
Du musst ihm also zeigen, dass er durch Hochspringen dieses Ziel nicht erreicht und zweitens, dass er mit einem anderen Verhalten sein Ziel erreichen kann.
Das Hochspringen muss also unterbunden werden. Am einfachsten mit einer Leine. Auf die kannst du dich selber draufstellen und so das Hochspringen verhindern. Dann kommt der Wehrreitz (Anstarren). Da der Hund nicht hochspringen kann wird er wahrscheinlich in den Arm gehen wollen. Das ist auch zu verhindern, sofern er das denn macht. Nun bleibt dem Hund nicht mehr viel Auswahl und er wird im Verbellen aggressiver. Dieses ist dann zu bestätigen: wegsehen, ängstlich zeigen, Beute geben.
Wenn du den Hund im Wehrbereich absicher möchtest würde ich vorher erst mal mit was leichterem anfangen, damit du erst mal lernst den Hund "zu lesen": Hundeführer hat Hund an der Leine (Pfahl geht auch). Nun muss der Hund erst mal in Ruhe kommen und darf nicht hoch im Beutetrieb stehen, da er sonst nur im Beuteverhalten agiert. Helfer geht bedrohlich auf den Hund zu (-> groß machen, keine hektischen Bewegungen, anstarren, Beute leitlich/neben deinem Körper halten; möglicherweise sogar ohne Beute). Nun sollte der Hund erst mal sichtlich unsicher werden. Er ist kurz davor zu flüchten. Als Helfer bleibst du dann stehen und wechselst ganz langsam von einem bedrohlichen Riesen zu einem mickrigen, die Hosen vollhabenden Hasen, der kurz vor der Flucht steht.
Dadurch wird der Hund jedoch wieder sicherer, geht nach vorne, bellt, will dir zeigen wo der Hammer hängt. Dann musst du fliehen. Das ganze baust du dann aus, bis du beim Verbellen bist.
Es gibt auch Hunde mit denen du sowas überhaupt nicht machen kannst, da ihnen schlicht die trieblichen Voraussetzungen fehlen. So wie du bisher den Hund beschrieben hast sollte er das können.
Du arbeitest hier jedoch in einem Grenzbereich zwischen Aggression, Wehrverhalten und Meideverhalten. D.h. wenn du da nicht richtig reagierst kann es sein, dass er Hund wegläuft oder auch eine falsche Verknüpfung macht. Man (Frau auch) kann da sehr sehr viel kaputt machen!!! Wenn es nicht auf anhieb so funktioniert wie beschrieben lass die Finger davon!!
Falls du willst kann ich mal sehen, ob ich am Wochendene eine Videosequenz dazu produzieren kann. Kommt aufs Wetter an, ob das geht.
Es gibt auch die einfache Möglichkeit wenn er hochspringt einen Ruck an der Leine zu geben und so das Verhalten schlicht zu unterdrücken ohne ihm eine Handlungsalternative aufzuzeigen. Geht wesentlich einfacher und schneller. Wird auch für die meisten Prüfungen ausreichend sein. Der o.g. Weg sichert den Hund jedoch im Wehrtrieb ab. somit benutzt du die Situation, um den Hund für alle möglichen Situationen sicherer zu machen.
möglicherweise liege ich aber auch mit meiner Einschätzung total daneben. Das Verhalten hat der Hund ja nur 1 mal gezeigt.
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Hallo Henning,
danke für die Hilfe. :i:
Bis dann.
Gruss
Schnusi
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Auch meine Hündin ist sehr triebstark und dort, wo sie aufgezogen wurde, wurde nur Trieb, Trieb, Trieb gemacht. Davon hat sie nun mehr als genug und wir achten sehr viel auf Gehorsam und ich setze die Kommandos auch durch. Wie jedoch schon angesprochen, reagiert meine Hündin auf den Schmerz des Stachlers mit Aggression. Auch gegen mich, also den Führer. Also die Frage ist, wie kann ich es schaffen, dass sie ein Kommando sofort ausführt (sie braucht meist mehrere, starke Hörzeichen) ohne, dass sie mich angeht, wenn ich sie dazubringen will (mittels Stachel oder Schlupfband)? Das Verhalten zeigt sie manchmal auch in der Unterordnung, wenn sie Beißwurst oder Ball hat. Die Hündin ist 20 Monate und in Vorbereitung für die SchH1. Mache ich im Schutzdienst keinen Stachler drauf und gebe ihr ein Hörzeichen, dann führt sie es nur sehr zögernd aus oder manchmal erst nach mehreren Hörzeichen. Mache ich den Stachler drauf, nimmt sie zwar die Kommandos schneller an, aber wird dann aggressiv. Was tun?
Carmen
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Zitat:Original von Sascha Hempfling
Auch meine Hündin ist sehr triebstark und dort, wo sie aufgezogen wurde, wurde nur Trieb, Trieb, Trieb gemacht. Davon hat sie nun mehr als genug und wir achten sehr viel auf Gehorsam und ich setze die Kommandos auch durch. Wie jedoch schon angesprochen, reagiert meine Hündin auf den Schmerz des Stachlers mit Aggression. Auch gegen mich, also den Führer.
.... und da sind wir mal wieder angekommen in "the real world", ich kenne diese situationen zur genuege, habe sie immer und immer wieder erlebt (als zuschauer auf vielen HP ueberall auf der welt) und wundere mich noch heute warum das so sein muss bzw immer noch so ist.
ohne hier einen loesungsvorschlag anzubieten moechte ich es trotzdem nicht versaeumen darauf hinzuweisen das einmal mehr sehr deutlich wird, dass es beim training nicht nur um triebfoerderung geht. die beiden hunde sind opfer einer nicht mehr modernen philosophie der ausbildung des hundes. nun stehen die interessen des hundes, der ja nur das machen will was ihm beigebracht wurde (trieb), gegen die des hundefuehrers, der will naemlich eine pruefung machen, und da muss der hund sich der PO entsprechend verhalten.
leider sind es immer nur die hunde, die in solchen situationen die leidtragenden sind, sie muessen naemlich die physischen und psychischen schmerzen ertragen und das obwohl es denen voellig egal ist eine pruefung zu bestehen.
ich moechte noch darauf hinweisen das ich durchaus einen ausbildungstechnischen loesungsvorschlag haette, .... und vielleicht mache ich mir mal irgendwann die arbeit, diesen in der theorie und praxis aufzuzeigen.
mfg detlef
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