Berghund, da meine Bemerkung mit den Türen immer wieder zitiert wird, möchte ich doch noch mal erläutern.
Gute Arbeitshunde werden gesucht und benötigt, d.h. die grundlegenden Eigenschaften sind schon mal genetisch vorprogrammiert. Wenn ich in einen Wurf von 7 wöchigen guten Maliwelpen gehe, dann weiß ich, daß ich halbnackt und zerbissen wieder rauskomme. Das weiß man nicht nur, sondern freut sich über diese Eigenschaften, denn genauso sollen sie sein. Das sind aber keine tollwütigen Beisser, sondern einfach nur eine reizempfängliche, reaktionsschnelle Spezies, die jede Menge Spass an Beute und/oder Kampfspielen haben. Etwas problematisch wird es, wenn entweder nervenschwache Hunde dabei oder sind oder aber "Türen" geöffnet werden, die ein Laie später nicht braucht. Diese Türen werden aber weniger von Züchtern aufgemacht, sondern von den anschließenden meistens unerfahrenen Besitzern.
1. Fehler.....Ich möchte die eierlegende Wollmilchsau. D.h. einen Hund der mich oder mein Eigentum oder meine Familie beschützt, und immer zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Ich räume dem Junghund viel zu viele Freiheiten ein, es ist wie in der Kindererziehung...gib den Kindern Wurzeln und dem Jugendlichem Flügel. Wenn ich einem unausgereiftem Hund widerspüchliche, auch unbewußte Signale gebe, wird er natürlich gern denen nachkommen, die seinem Naturell entsprechen. D.h. er wird unter Umständen Schutzfunktionen übernehmen, die ihn komplett überfordern. D.h. er befindet sich im Alltag in einem Dauerkonflikt. Dann lernt er sich durch Aggression aus diesem Dauerkonflikt zu lösen und manchmal kommt er damit durch und manchmal bekommt er von seinen HF dafür einen drüber, was seine Unsicherheit noch verstärkt. Ein Teufelskreis beginnt.
2. Fehler Ich fühle mich in einer Dauerbedrohung....durch böse Migranten, pöbelnde Mitmenschen, osteuropäische Einbrecherbanden, vergewaltigende Flüchlinge usw. Ja...kommt vor...ist aber gottseidank nicht an der Tagesordnung, auch wenn Medien einen anderen Eindruck erwecken. Und ich fühle mich durch unseren Staat nicht genügend geschützt und meine selber für meinen Schutz sorgen zu müssen. Hier vielleicht durch den Hund.
Kurze Ausführung: Hunde sind phänomenal in der Anpassung....vom Wolf zum Couchlieger, der seine Sch.. vom Menschen aufsammeln lässt. Damit sie so eine Anpassungsleistung vollbringen konnten, mussten sie Meister im Lesen von Stimmungen sein, was im Rudel auch sehr wichtig ist. D.h. der Hund bekommt Stimmungslagen, die Bedrohung signalisieren genau mit, vor allem, wenn sie vom HF ausgehen. Für Junghunde und Kinder fatal....sie verlieren ihr Gottvertrauen und befinden sich in Daueranspannung/Stress, der teilweise durch aggressive Handlungen abgebaut wird. Aggressive Handlungen sind selbstbelohnung und lindern in diesem Fall den Stress, was zu sehr guten Lernerfolgen führt. Lerntheorie: Ein Verhalten was positiv verstärkt wird, wird in Zukunft häufiger gezeigt.
HF mit diesen Weltanschauungen würde vielleicht ein gute Psychotherapie helfen um sie aus ihrer negativen Weltsicht zu befreien, danach könnte eine guter Trainer dem Hund weiterhelfen. Hunde lernen meistens sehr schnell, wenn sie unter einer sicheren Führung stehen und da muss man ehrlich mit sich selbst sein.
Jetzt schlage ich mal kurz den Balken zum "professionellem" Türen aufmachen. Im Schutzdienst IPG reichen Hunde mit einem ausgeprägtem Beutetrieb. Ein schlechter Schutzdiensthelfer kann darüber hinaus versuchen wenig motivierte, noch nicht ausgereifte oder nervenschwache Hunde in Situationen zu bringen, die ihnen massiven Stress verursachen und bietet ihnen dann die Möglichkeit sich durch energisches Vorwärtsgehen aus der Situation zu befreien. Ich nenne diese Hunde Verzweifelungstäter. Einige lernen im Laufe des Lebens mit diesem Situationen umzugehen, daran zu reifen gelingt nur den geeigneten Hunden. Dann gibt es noch Hunde, die in solchen Situationen Glitzer in den Augen bekommen und den ein oder anderen Schutzdiensthelfer zum Schlottern bringen. Nicht gut für Hunde in Laienhand, die diese Eigenschaften im Alltag nicht benötigen. Da lässt man die Türen besser zu.
Genial für diensthabene Behörden mit Dualausbildung, die diese Türen bewusst aufmachen weil sie genau solche Hunde brauchen und hoffentlich (

) auch die passenden DHF für solche Exemplare haben.