02-04-2011, 22:04
Steffi,'index.php?page=Thread&postID=112011#post112011' schrieb:Ein Hund der angeblich durch einen langen Gang usw. krank geworden ist gehört nicht in die Zucht. Es heißt immer wir züchten Gebrauchshunde, dann kann es na wohl nicht sein, dass ein sogenannter guter Gebrauchshund durch den Gebrauch CES bekommt. Die minimale Belastung durch das bißchen IPO Sport sollte einem gesunden Hund über Jahre nichts ausmachen.
Hi,
das sehe ich aber ein wenig anders.
Gerade beim langen Gang kommt es sehr auf das fachliche und körperliche Können des Helfers an. Gerade auf großen Veranstaltungen sieht man immer wieder mal, wie ein Hund aufläuft, gerne wird ein Hund auch mal spektakulär umgesetzt - was auf Fotos ganz toll aussieht, aber für den Hund eine massive körperliche Belastung ist. Mir stellen sich manchmal bei Betrachtung einiger Fotos der BSP, LGA, Bundes-FCI usw. die Nackenhaare auf, wenn ich da sehe, wie verdreht die Hunde teilweise im Ärmel hängen und alle viere in der Luft haben.....oder Fotos, auf denen der Hund gerade voll aufgelaufen ist.....
Unsere Schäferhunde wiegen zwischen 30 und 40 kg, man kann sich leicht ausrechnen, welche Kräfte da auf gerade auf den Rücken wirken, wenn so ein Hund aufläuft oder falsch angenommen wird. Gerade bei sehr schnell reinkommenden Hunden hängt wirklich alles davon ab, wie gut der Helfer ist, wie schnell er Entscheidungen treffen kann (teilweise innerhalb von Sekundenbruchteilen), wie hoch seine Reaktionsschnelligkeit ist, wie gut seine Körperbeherrschung ist usw. Auch beim nachfolgenden Treiben gibts ja teilweise heftige Verdrehungen im Hunderücken.
Alleine durch die Wucht eines Aufpralls im langen Gang kann die komplette Wirbelsäule gestaucht werden, es können Wirbel ausgerenkt werden, ja sogar Genickbrücke sind möglich.
Je höher ein Hund geführt wird, desto größer ist das Verletzungsrisiko - fremder Helfer, die Distanzen sind größer (und damit die Wucht des "Aufpralls" höher)......
Ich finde die CES- und Spondylose-Problematik ziemlich schwierig. Vererbung ist eine Sache, aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass gerade der lange Gang im IPO-Sport alles andere als eine "minimale Belastung" ist.
Jetzt ist die Frage: Wenn ein im IPO-Sport aktiver Hund Beschwerden bekommt oder erkrankt, wie kann man denn unterscheiden, ob mechanische Belastung oder eine erbliche Disposition dafür den Ausschlag gibt?
Oder übersteht ein gesunder, gut trainierter Hund selbst die bösesten "Unfälle" im langen Gang wirklich immer unbeschadet?
Ich weiß aktuell von einem DSH in meinem Umfed, der durch einen Unfall im langen Gang zum Frührentner wurde und in der Vergangenheit gab es immer wieder Hunde (auch auf überregionalen Veranstaltungen), die ernsthafte Verletzungen durch einen unglücklichen langen Gang davon trugen - auch Malis. Die können doch nicht alle gesundheitlich ein bisher unerkanntes Problem gehabt haben?
Grüße, Gaby

