30-09-2010, 21:09
Hallo Benedikt,
für einen Anfänger in der Hundehaltung/Ausbildung wäre es von Vorteil, jemanden vor Ort zu haben, der einem Hilfestellung geben kann. Es gibt so viele Möglichkeiten, in der Aufzucht und Ausbildung bzw. schon beim Kauf so vieles falsch oder richtig zu machen. Oft sind es Kleinigkeiten im Verhaltes des/der Menschen, die gerade den Welpen/Junghund in seiner Persönlichkeitsentwicklung prägen, positiv wie negativ. Es ist nicht unmöglich, aber doch u.U. recht schwer, als Anfänger alleine damit zurecht zu kommen.
Möglicherweise wäre es von Vorteil, einen Hund zu erwerben, der bereits etwas älter ist und für Fehler in der Aufzucht nicht (mehr) so anfällig ist wie ein Welpe und der vielleicht schon eine gewisse Grundausbildung besitzt. Wobei auch ein z.B. 8 bis 10 Monate alter oder vielleicht noch älterer Hund von seinem Wesen her stark abhängig ist von dem Umgang, den der Mensch mit ihm pflegt. Neben genetischen Faktoren.
In erster Linie solltest Du Deinen/Euren künftigen Hund als zusätzliches Familenmitglied ansehen und behandeln. Das Familenleben von Hunden und Menschen ist sich ziemlich ähnlich, weswegen Mensch und Hund fast überall auf der Weltharmonisch miteinander zusammen leben können. Was ein Hund braucht, sind stabile soziale Strukturen innerhalb der Gruppe, in welcher er lebt. Nur wenn er sich als Teil dieser Gruppe empfindet, wird er als erwachsenes Gruppenmitglied Aufgaben übernehmen können, welche die Ressourcen der ganzen Gruppe schützen. Wozu auch gehört das Territorium bzw. das "Revier" seines "Rudels" zu sichern und "seine Rudelmitglieder" im Ernstfall ggf. aktiv zu verteidigen.
In Bezug auf Letzteres darf man aber nicht zu viel von einem Hund erwarten. Lassie und Rintintin gibt es nur auf der Leinwand. Natürlich bellt ein normal veranlagter Hund, der halbwegs in seine Familie integriert ist und normal behandelt wird (wobei es da rassebedingt auch Ausnahmen gibt), wenn er Nachts etwas Ungewöhnliches in seinem Territorium wahr nimmt. In wie weit er auch wirklich zupacken würde, wenn es "hart auf hart" geht, ist eine andere Sache. Man darf auch nicht erwarten, daß ein Hund ausschließlich Bösewichte stellt, aber andere Menschen, die nix böses wollen, ungeschoren läßt. Entweder ein Hund stellt jeden Fremden, der das Territorium betritt, oder aber gar keinen. Was bedeutet, daß man einen Hund, der Fremde stellt, zu Zeiten, in denen man weiß daß Fremde das Territorium betreten könnten, nicht unbeaufsichtigt herum laufen läßt.
Natürlich kannst Du einen Hund so ausbilden, daß er jeden "stellt" und auch zupackt. Solch ein Hund muß aber sehr sorgfältig gehalten werden, er stellt eine Waffe dar, und kann bei Fehlern im Umgang mit ihm auch mal ernsthaft zupacken in Sítuationen, in denen man das nicht will. I.d.R. reicht zum Bewachen eines bewohnten Geländes das normale Sozialverhalten eines entsprechend veranlagten Hundes völlig aus, wenn dieser artgerecht gehalten und behandelt wird.
Zu Deinen Fragen: Ein "Auslauf" bzw. "Zwinger" ist ein umzäunter Bereich, den der Hund nicht alleine verlassen kann. In Deutschland haben wir Vorschriften dafür, z.B. daß dieser für einen einzelnen Hund in Schäferhudngröße nicht kleiner sein darf als 8 Quadratmeter. Wobei die Bedeutung der genauen Größe in den Hintergrund tritt, wenn der Hund darin nur wenige Stunden des Tages verbringt. Eine andere Möglichkeit der "sicheren Verwahrung" eines Hundes wäre die Anbindehaltung. Sprich eine Schutzhütte, an welcher der Hund angekettet ist. Für einen stundenweisen Aufenthalt auch eine Alternative. Wobei wir in Deutschland dafür nur noch sog.Laufleinen verwenden dürften. Dafür wird ein Stahlseil gespannt, z.B. zwischen zwei Bäumen, an welchem eine Kette, an der der Hund befestigt ist, einige Meter frei hin- und hergleiten kann.
Egal wie ein Hund während der Abwesenheit des Halters untergebracht ist, wichtig ist nicht nur, daß der Hund nicht ausbüxen kann in dieser Zeit, sondern auch, daß andere Menschen ihn nicht ärgern und reizen können. Gerade Kinder darf man in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen. Ein Nachbar, der sich durch den anfangs jaulenden Welpen gestört fühlt, könnte den Welpen züchtigen, Kinder könnten ihn ärgern oder ihn, gutgemeint, anderweitig falsch behandeln. Dadurch kann ein an sich gut veranlagter Welpe/Junghund zu einem ängstlichen und/oder aggressiven Tier heran wachsen. Wenn Du tagsüber einige Stunden außer Haus bist, wäre es nicht verkehrt, wenn eine vertrauenswürdige Person in dieser Zeit, zumindest in den ersten Monaten, auf den Welpen/Junghund achtet, und auch später in dieser Zeit ein Auge auf ihn hat.
Wichtig für einen Hund, gerade für einen Welpen, ist ein geregelter Tagesablauf. Weniger wichtig (eher unnötig) ist es, daß sich der Hund immer an einem bestimmten Ort aufhält. D.h. schläft er nachts rgelmäßig bei Dir, läuft er morgens mit Dir ein kleines Stück spazieren und geht dann nach dem Frühstück in die Obhut einer anderen Person an einen anderen Ort, ist das in Ordnung. Du kannst Dich dann nachmittags mit ihm zusammen an wieder einem anderen Ort aufhalten, das macht dem Hund gar nichts. Wichtig ist für den Hund nicht so sehr der Ort, an dem er sich befindet, sondern Dauer und Qualität der Beschäftigung und des Zusammenlebens mit seinem/seinen Menschen.
Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema gibt es u.a. von Thomas Baumann:
"...damit wir uns verstehen. Die Erziehung des Familienhundes"
"Was Hündchen nicht lernt...: Welpen und Junghunde verstehen, prägen und erziehen"
"Ich lauf schon mal vor...: Hundeerziehung und vieles mehr"
Zur Frage nach dem "woher": Die ist schwierig zu beantworten! Das, was einem ein Züchter/Verkäufer erzählt, kann wahr sein. Aber auch nicht... Schon hier im Mutterland des Schäferhundes wird diesbezüglich mancher Schindluder mit Welpenkäufern betrieben. Im Ausland ist das nicht anders. In wie weit die bei Euch angebotenen Schäferhundwelpen dem entsprechen, was Du für Deinen Gebrauch suchst, kann hier niemand beantworten. Wenn Du einen bestimmten Züchter ins Auge faßt, kannst Du ja mal die Namen der Zuchttiere hier einstellen, mit denen dieser züchtet. Möglicherweise kann man daraus Anhaltspunkte entnehmen, welche die Genetik bezüglich Gesundheit und Wesen betreffen. Denn auch wen es sich wirklich um Schäferhunde aus "Leistungs-/Arbeitslinien" handelt: auch innerhalb dieser Linien gibt es einige Unterschiede und Dinge, auf die man achten muß.
Grüße
Antje
für einen Anfänger in der Hundehaltung/Ausbildung wäre es von Vorteil, jemanden vor Ort zu haben, der einem Hilfestellung geben kann. Es gibt so viele Möglichkeiten, in der Aufzucht und Ausbildung bzw. schon beim Kauf so vieles falsch oder richtig zu machen. Oft sind es Kleinigkeiten im Verhaltes des/der Menschen, die gerade den Welpen/Junghund in seiner Persönlichkeitsentwicklung prägen, positiv wie negativ. Es ist nicht unmöglich, aber doch u.U. recht schwer, als Anfänger alleine damit zurecht zu kommen.
Möglicherweise wäre es von Vorteil, einen Hund zu erwerben, der bereits etwas älter ist und für Fehler in der Aufzucht nicht (mehr) so anfällig ist wie ein Welpe und der vielleicht schon eine gewisse Grundausbildung besitzt. Wobei auch ein z.B. 8 bis 10 Monate alter oder vielleicht noch älterer Hund von seinem Wesen her stark abhängig ist von dem Umgang, den der Mensch mit ihm pflegt. Neben genetischen Faktoren.
In erster Linie solltest Du Deinen/Euren künftigen Hund als zusätzliches Familenmitglied ansehen und behandeln. Das Familenleben von Hunden und Menschen ist sich ziemlich ähnlich, weswegen Mensch und Hund fast überall auf der Weltharmonisch miteinander zusammen leben können. Was ein Hund braucht, sind stabile soziale Strukturen innerhalb der Gruppe, in welcher er lebt. Nur wenn er sich als Teil dieser Gruppe empfindet, wird er als erwachsenes Gruppenmitglied Aufgaben übernehmen können, welche die Ressourcen der ganzen Gruppe schützen. Wozu auch gehört das Territorium bzw. das "Revier" seines "Rudels" zu sichern und "seine Rudelmitglieder" im Ernstfall ggf. aktiv zu verteidigen.
In Bezug auf Letzteres darf man aber nicht zu viel von einem Hund erwarten. Lassie und Rintintin gibt es nur auf der Leinwand. Natürlich bellt ein normal veranlagter Hund, der halbwegs in seine Familie integriert ist und normal behandelt wird (wobei es da rassebedingt auch Ausnahmen gibt), wenn er Nachts etwas Ungewöhnliches in seinem Territorium wahr nimmt. In wie weit er auch wirklich zupacken würde, wenn es "hart auf hart" geht, ist eine andere Sache. Man darf auch nicht erwarten, daß ein Hund ausschließlich Bösewichte stellt, aber andere Menschen, die nix böses wollen, ungeschoren läßt. Entweder ein Hund stellt jeden Fremden, der das Territorium betritt, oder aber gar keinen. Was bedeutet, daß man einen Hund, der Fremde stellt, zu Zeiten, in denen man weiß daß Fremde das Territorium betreten könnten, nicht unbeaufsichtigt herum laufen läßt.
Natürlich kannst Du einen Hund so ausbilden, daß er jeden "stellt" und auch zupackt. Solch ein Hund muß aber sehr sorgfältig gehalten werden, er stellt eine Waffe dar, und kann bei Fehlern im Umgang mit ihm auch mal ernsthaft zupacken in Sítuationen, in denen man das nicht will. I.d.R. reicht zum Bewachen eines bewohnten Geländes das normale Sozialverhalten eines entsprechend veranlagten Hundes völlig aus, wenn dieser artgerecht gehalten und behandelt wird.
Zu Deinen Fragen: Ein "Auslauf" bzw. "Zwinger" ist ein umzäunter Bereich, den der Hund nicht alleine verlassen kann. In Deutschland haben wir Vorschriften dafür, z.B. daß dieser für einen einzelnen Hund in Schäferhudngröße nicht kleiner sein darf als 8 Quadratmeter. Wobei die Bedeutung der genauen Größe in den Hintergrund tritt, wenn der Hund darin nur wenige Stunden des Tages verbringt. Eine andere Möglichkeit der "sicheren Verwahrung" eines Hundes wäre die Anbindehaltung. Sprich eine Schutzhütte, an welcher der Hund angekettet ist. Für einen stundenweisen Aufenthalt auch eine Alternative. Wobei wir in Deutschland dafür nur noch sog.Laufleinen verwenden dürften. Dafür wird ein Stahlseil gespannt, z.B. zwischen zwei Bäumen, an welchem eine Kette, an der der Hund befestigt ist, einige Meter frei hin- und hergleiten kann.
Egal wie ein Hund während der Abwesenheit des Halters untergebracht ist, wichtig ist nicht nur, daß der Hund nicht ausbüxen kann in dieser Zeit, sondern auch, daß andere Menschen ihn nicht ärgern und reizen können. Gerade Kinder darf man in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen. Ein Nachbar, der sich durch den anfangs jaulenden Welpen gestört fühlt, könnte den Welpen züchtigen, Kinder könnten ihn ärgern oder ihn, gutgemeint, anderweitig falsch behandeln. Dadurch kann ein an sich gut veranlagter Welpe/Junghund zu einem ängstlichen und/oder aggressiven Tier heran wachsen. Wenn Du tagsüber einige Stunden außer Haus bist, wäre es nicht verkehrt, wenn eine vertrauenswürdige Person in dieser Zeit, zumindest in den ersten Monaten, auf den Welpen/Junghund achtet, und auch später in dieser Zeit ein Auge auf ihn hat.
Wichtig für einen Hund, gerade für einen Welpen, ist ein geregelter Tagesablauf. Weniger wichtig (eher unnötig) ist es, daß sich der Hund immer an einem bestimmten Ort aufhält. D.h. schläft er nachts rgelmäßig bei Dir, läuft er morgens mit Dir ein kleines Stück spazieren und geht dann nach dem Frühstück in die Obhut einer anderen Person an einen anderen Ort, ist das in Ordnung. Du kannst Dich dann nachmittags mit ihm zusammen an wieder einem anderen Ort aufhalten, das macht dem Hund gar nichts. Wichtig ist für den Hund nicht so sehr der Ort, an dem er sich befindet, sondern Dauer und Qualität der Beschäftigung und des Zusammenlebens mit seinem/seinen Menschen.
Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema gibt es u.a. von Thomas Baumann:
"...damit wir uns verstehen. Die Erziehung des Familienhundes"
"Was Hündchen nicht lernt...: Welpen und Junghunde verstehen, prägen und erziehen"
"Ich lauf schon mal vor...: Hundeerziehung und vieles mehr"
Zur Frage nach dem "woher": Die ist schwierig zu beantworten! Das, was einem ein Züchter/Verkäufer erzählt, kann wahr sein. Aber auch nicht... Schon hier im Mutterland des Schäferhundes wird diesbezüglich mancher Schindluder mit Welpenkäufern betrieben. Im Ausland ist das nicht anders. In wie weit die bei Euch angebotenen Schäferhundwelpen dem entsprechen, was Du für Deinen Gebrauch suchst, kann hier niemand beantworten. Wenn Du einen bestimmten Züchter ins Auge faßt, kannst Du ja mal die Namen der Zuchttiere hier einstellen, mit denen dieser züchtet. Möglicherweise kann man daraus Anhaltspunkte entnehmen, welche die Genetik bezüglich Gesundheit und Wesen betreffen. Denn auch wen es sich wirklich um Schäferhunde aus "Leistungs-/Arbeitslinien" handelt: auch innerhalb dieser Linien gibt es einige Unterschiede und Dinge, auf die man achten muß.
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
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