22-12-2009, 17:12
Hallo,
ich lese hier schon seit Tagen sehr interessiert und teilweise erheitert mit. Ich denke, hier treffen einige Welten mit sehr unterschiedlichen Ansätzen aufeinander.
Balco steht, so denke ich, noch am Anfang seiner Hundesportlichen Laufbahn, wird wohl das ein oder andere Seminar besucht haben und ist von dem Konzept, welches die Heuwinkler momentan auf ihren Seminaren in die Welt hinaus tragen, mehr als angetan. Das ist auch legitim, es ging mir sicherlich vor ein paar Jahren auch nicht anders, wenn ich mal auf Seminare ging und mir da neue, schlüssige Konzepte vorgestellt wurden. Mittlerweile bin ich da weiter und kann das, so denke ich, etwas besser differenzieren.
Sicherlich ist das "Heuwinkl-Konzept", was auch nichts weiter ist als ein Sammelsorium aus guten, bewährten, teilweise klassischen und teilweise selbst zurechtgefummelten Methoden, in sich schlüssig und klappt auch. Dennoch ist dieser Weg alles andere als Gewaltfrei bzw. für die "Weichspüler-Fraktion" geeignet. Es kann nur einfach auf dem Seminaren nicht alles gezeigt werden, was auch logisch ist. Es wird da immer von "Kontrasten", "klaren Bildern" und "Positiver und Negativer Belegung" gesprochen. Welche Formen diese Kontraste dann annehmen, kann sich jeder selber ausdenken... nur soviel: es sind schon SEHR klare Kontraste.
Was das Verbellen angeht: Diese Sache klappt schon, und man erkennt auch keinen Unterschied, ob das Verbellen nur über "Bällchen Werfen" oder klassisch über Blockaden erzeugt wird. Voraussetzung ist natürlich zum ersten ein entsprechender Hund, der sich auch entsprechend trieblich aufbaut und die Vorarbeit, dass er Über Aggressionen klar den Helfer dominiert und die Beute über Aggression fordert. Nur dann hat man eben kein Beute-Wau-Wau sondern vernünftiges Verbellen.
Hier sind wir aber bei der Einstellungssache, die jeder Hundeführer und Helfer für sich selber definieren muss bzw. wo er selber seine Zielsetzung im Sport sieht. Beispiel: Ich selber baue das Verbellen seit längerem schon über die besagte "Bällchen-Methode" auf. Zunächst macht das der Hundeführer, dann eine Fremdperson, und bevor der Helfer da nun steht wurde die Vorarbeit mit der Verknüpfung "Aggression = Beute" gemacht. Das Ergebnis sind nun Hunde, die druckvoll, energisch und auf der Stockseite des Helfers eng und anhaltend verbellen. Ich habe da z. B. einen Labbi auf dem Platz, der macht einen Druck, der grandios ist. Natürlich klappt das aber auch mit allen anderen, klassischen Gebrauchshunderassen. Dadurch, dass sie quasi niemals einen Anbiss im Versteck bekommen und die Beute geworfen wird, braucht man auch nur minimale Zwänge um die Hunde sauber und konstant zu halten.
Aussagen über die Gebrauchsshundfähigkeit lassen sich da aber nur schwer treffen. Und hier sind wir bei dem Punkt: Wenn ich den Anspruch habe, über den VPG-Sport derbe, belastbare und ernste Hunde zu selektieren, die Zwänge nehmen können, diese ggf. nach vorne umsetzen und trotz Konflikten im Lernbereich bleiben und führbar sind... tja, dann ist die oben beschriebe Methode die falsche. Da selektiert man nicht. Damit bildet man Sporthunde aus, und auch die Durchschnittshunde zeigen hier richtig gute Arbeit.
Ich persönlich habe mich für den Weg der reinen Sporthundeausbildung entschieden. Das bedeutet: Der Hund muss klar, möglichst konfliktfrei und nur das Nötigste lernen um die Übungen der VPG Prüfung nach dem Minimalprinzip und möglichst dicht an der Perfektion zu zeigen. Züchterisch hat das wenig aussagekraft. Es ist aber ein schöner Weg, aus einem Hund punktemässig sehr viel rauszuholen.
Und hier denke ich, geht in dieser Diskussion die Schere auseinander. Balco redet von perfekter Sporthundeausbildung, andere fragen sich, was das mit Gebrauchshunden zu tun hat. Das einige Hundeführer es ablehnen, eine Übung wie das Stellen und Verbellen übers Bällchenwerfen aufzubauen, hat weniger damit zu tun, dass sie "von gestern" sind, sondern eher damit, dass es eben nicht alleine um Punkte geht sondern auch um den "Kern" des Hundes. Und den erkennt man eben nur, wenn man auch mal einen unmotivierten Zwang setzt, also Zwänge die der Hund nicht umgehen kann, weil Fehler vorprogrammiert sind... quasi "unfaire Zwänge", wie sie hier genannt wurden. Und dabei erkennt man den Hund... der eine bricht zusammen, der andere tut es trotzdem.
Viele Grüße
Sören
ich lese hier schon seit Tagen sehr interessiert und teilweise erheitert mit. Ich denke, hier treffen einige Welten mit sehr unterschiedlichen Ansätzen aufeinander.
Balco steht, so denke ich, noch am Anfang seiner Hundesportlichen Laufbahn, wird wohl das ein oder andere Seminar besucht haben und ist von dem Konzept, welches die Heuwinkler momentan auf ihren Seminaren in die Welt hinaus tragen, mehr als angetan. Das ist auch legitim, es ging mir sicherlich vor ein paar Jahren auch nicht anders, wenn ich mal auf Seminare ging und mir da neue, schlüssige Konzepte vorgestellt wurden. Mittlerweile bin ich da weiter und kann das, so denke ich, etwas besser differenzieren.
Sicherlich ist das "Heuwinkl-Konzept", was auch nichts weiter ist als ein Sammelsorium aus guten, bewährten, teilweise klassischen und teilweise selbst zurechtgefummelten Methoden, in sich schlüssig und klappt auch. Dennoch ist dieser Weg alles andere als Gewaltfrei bzw. für die "Weichspüler-Fraktion" geeignet. Es kann nur einfach auf dem Seminaren nicht alles gezeigt werden, was auch logisch ist. Es wird da immer von "Kontrasten", "klaren Bildern" und "Positiver und Negativer Belegung" gesprochen. Welche Formen diese Kontraste dann annehmen, kann sich jeder selber ausdenken... nur soviel: es sind schon SEHR klare Kontraste.
Was das Verbellen angeht: Diese Sache klappt schon, und man erkennt auch keinen Unterschied, ob das Verbellen nur über "Bällchen Werfen" oder klassisch über Blockaden erzeugt wird. Voraussetzung ist natürlich zum ersten ein entsprechender Hund, der sich auch entsprechend trieblich aufbaut und die Vorarbeit, dass er Über Aggressionen klar den Helfer dominiert und die Beute über Aggression fordert. Nur dann hat man eben kein Beute-Wau-Wau sondern vernünftiges Verbellen.
Hier sind wir aber bei der Einstellungssache, die jeder Hundeführer und Helfer für sich selber definieren muss bzw. wo er selber seine Zielsetzung im Sport sieht. Beispiel: Ich selber baue das Verbellen seit längerem schon über die besagte "Bällchen-Methode" auf. Zunächst macht das der Hundeführer, dann eine Fremdperson, und bevor der Helfer da nun steht wurde die Vorarbeit mit der Verknüpfung "Aggression = Beute" gemacht. Das Ergebnis sind nun Hunde, die druckvoll, energisch und auf der Stockseite des Helfers eng und anhaltend verbellen. Ich habe da z. B. einen Labbi auf dem Platz, der macht einen Druck, der grandios ist. Natürlich klappt das aber auch mit allen anderen, klassischen Gebrauchshunderassen. Dadurch, dass sie quasi niemals einen Anbiss im Versteck bekommen und die Beute geworfen wird, braucht man auch nur minimale Zwänge um die Hunde sauber und konstant zu halten.
Aussagen über die Gebrauchsshundfähigkeit lassen sich da aber nur schwer treffen. Und hier sind wir bei dem Punkt: Wenn ich den Anspruch habe, über den VPG-Sport derbe, belastbare und ernste Hunde zu selektieren, die Zwänge nehmen können, diese ggf. nach vorne umsetzen und trotz Konflikten im Lernbereich bleiben und führbar sind... tja, dann ist die oben beschriebe Methode die falsche. Da selektiert man nicht. Damit bildet man Sporthunde aus, und auch die Durchschnittshunde zeigen hier richtig gute Arbeit.
Ich persönlich habe mich für den Weg der reinen Sporthundeausbildung entschieden. Das bedeutet: Der Hund muss klar, möglichst konfliktfrei und nur das Nötigste lernen um die Übungen der VPG Prüfung nach dem Minimalprinzip und möglichst dicht an der Perfektion zu zeigen. Züchterisch hat das wenig aussagekraft. Es ist aber ein schöner Weg, aus einem Hund punktemässig sehr viel rauszuholen.
Und hier denke ich, geht in dieser Diskussion die Schere auseinander. Balco redet von perfekter Sporthundeausbildung, andere fragen sich, was das mit Gebrauchshunden zu tun hat. Das einige Hundeführer es ablehnen, eine Übung wie das Stellen und Verbellen übers Bällchenwerfen aufzubauen, hat weniger damit zu tun, dass sie "von gestern" sind, sondern eher damit, dass es eben nicht alleine um Punkte geht sondern auch um den "Kern" des Hundes. Und den erkennt man eben nur, wenn man auch mal einen unmotivierten Zwang setzt, also Zwänge die der Hund nicht umgehen kann, weil Fehler vorprogrammiert sind... quasi "unfaire Zwänge", wie sie hier genannt wurden. Und dabei erkennt man den Hund... der eine bricht zusammen, der andere tut es trotzdem.
Viele Grüße
Sören

