24-11-2006, 20:11
Zitat:also beide ratten stehen vor den kaefigen A & B. eine ratte weiss in kaefig B gibt es futter, die andere weiss auch in kaefig B gibt es futter, weiss aber auch in kaefig A gibt es eine unangenehme einwirkung. sie weiss aber auch das nur eine ratte platz hat im kaefig B, was glaubst du welche ratte wird sich mehr muehe geben in kaefig B zukommen?
Die von mir beschriebene Versuchsanordnung (es geht von Käfig A zu Käfig B) ist von Skinner.
Nun zu deiner: (beide Ratten stehen vor zwei Käfigen, von denen sie beide wissen, in welchem Futter ist).
Beide Ratten werden in Käfig B wollen, weil sie wissen, daß es da Futter gibt. Das Motiv für beide ist gleich: Futter. Es ist auch für die Ratte, die um den Stromkäfig weiß, NICHT anders. Sie muß ja einfach nicht reingehen in den Schmerzkäfig. Ein Verhaltensunterschied ergibt sich also ausschließlich über eine mögliche unterschiedliche Futtermotivation und Fitness.
Vermeidungslernen bei erwünschtem Verhalten ist positivem Lernen immer unterlegen.
Aber leider lernen noch immer viele Hunde z.B. die Freifolge über diesen schlechten Weg: sie lernen nicht in erster Linie WAS sie machen sollen, sondern was sie NICHT machen sollen, dann gibt es nämlich einen Leinenruck, der ungewollt zum Ankündiger einer bald folgenden Bestätigung wird. Der Hund lernt das Abweichen und den damit verbundenen Leinenruck als Vorbedingung für eine Bestätigung, wenn er dann rangeruckt ist. Der Leinenruck wirkt so als Verstärker für Abweichen.
Und so geht es mit vielen unangenehmen Einwirkungen: sie gehören irgendwann für den Hund einfach dazu, aber ändern nichts positiv an seinem Verhalten, sondern nehmen ihm nur die Freude an der ganzen Sache.
