17-03-2021, 16:03
HIla1610,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27068-Wo-liegt-die-Identit%C3%A4t-des-Gebrauchshundesportes-in-Bezug-auf-die-Zukunft/?postID=190934#post190934 schrieb:Ich bin ja nun eigentlich eher stiller Mitleser in diesem Forum, aber hier möchte ich mich auch einmal kurz einbringen:Da spricht mir jemand aus dem Herzen
Als Helfer, der auch hier und da auf fremden Plätzen den Anzug anzieht, hört man immer wieder, dass dies und jenes nicht ohne Gewalt gehen würde, weil der Hund ja noch ein "echter" wäre. Bringt man dann an, dass es angebracht wäre, den Übungsaufbau anders zu gestalten, wird man meistens belächelt und darauf verwiesen, dass man "so einen" ja noch nie m Strick hatte.
Und da sind wir dann bei der Identität des Gebrauchshundesports: Es wird sich selbst so lange belogen bis man die eigene Unfähigkeit einer Ausbildung, die auf Erwartung und freudiger Kooperation beruht, durchzuführen soweit weggelogen hat, dass jede Form von Gewalt gerechtfertigt ist. Es wird sich in weiten Teilen selbst betrogen, was vor allem die eigenen Fähigkeiten als auch die Veranlagung des Hundes angeht, und wenn man dahingehend konstruktive Kritik übt, wird diese Kritik oftmals als persönliche Beleidigung aufgefasst. Das finde ich sehr sehr schade. Aber nach meiner Erfahrung ist der eigene Tellerrand vieler Hundesportler im IGP Bereich unglaublich hoch und die eigene Geduld und Frustrationstoleranz nicht sonderlich ausgebildet, so dass die Bereitschaft etwas neues, anderes auszuprobieren (insbesondere nach besuchten Seminaren) zwar durchaus gegeben ist, aber die Geduld das ganze auch durchzuziehen nicht besteht und sobald etwas nicht binnen zwei Übungsstunden funktioniert, zu altbewährtem gegriffen wird.
Nach Außen hin verkauft man sich dann immer als Hundesportler mit modernen, gewaltfreien Trainingsansätzen. Auf Bildern und Workshops sieht man dann aber vollausgerüstete Hunde und Ausbildung aus den 80ern. Wenn man die Leute darauf mit der Nase stößt, verschwinden die Bilder aus der Öffentlichkeit (soziale Medien) und / oder es wird darauf verwiesen, dass es sich ja nur um eine Momentaufnahme handelt.
Wenn wir aufhören uns selber zu belügen und Einwürfe von außen nicht per se damit abwiegeln, dass der kritisierende keine Ahnung hat, dann ist dem Hundesport schon sehr geholfen. Es ist ein Hobby, es soll Spaß machen. Ich habe häufig das Gefühl, dass auf dem Platz niemand Spaß hat.
Alle sagten,es geht nicht,da kam einer der das nicht wusste-und tat es....

