29-03-2018, 08:03
Haaaalt stop!!! Troll hatte allein im SV knapp 1000 direkte Nachkommen. Er und sein Wurfbruder Timmy haben einige Vererber gebracht, die ebenfalls sehr viel gedeckt haben. Es gibt von daher zig tausend Hunde, die Troll bzw. seinen Bruder Timmy in der Ahnentafeln führen, und somit deren Eltern/Großeltern etc. Aus dieser Linie kommen überdurchschnittlich viele "knüppelharte" Hunde. Also Hunde mit Qualitäten, die sie in überdurchschnittlicher Weise für eine Verwendung im IPO-Sport oder dem Diensthundewesen einsatzbereit gemacht haben.
Wenn man mal auf diese recht gute Seite hier geht...
http://www.diensthundepraxis.de/Disposit...C3%A4ngige Dispositionen
... findet man das CES auch unter der Rubrik "Belastungsabhängige Dispositionen". Nun ist nicht jeder Schutzdiensthelfer ein begnadeter Helfer, und viele Hundesportler halten ihre Hunde unter eher suboptimalen Bedingungen. Es ist auffällig dass es in manchen Vereinen/Ortsgruppen auffällig häufig Hunde mit Rückenproblemen gibt (abstammungsunabhängig und teilweise rasseübergreifend), während es in anderen Vereinen/Ortsgruppen unterdurchschnittlich wenig Hunde mit Rückenproblemen gibt. Und je mehr ein Hund beim "langen Gang" durchzieht, desto mehr wirkt sich ein Helfer, der dann steht wie der berühmte Fels in der Brandung, u.a. auf die Dynamik der Wirbelsäule aus. Das muss erst mal nicht zwangsläufig direkt den Lendenwirbelbereich betreffen. Aber ein verschobener Halswirbel verursacht mit der Zeit Verspannungen und Muskelblockaden, und wenn der Organismus versucht sich selbstständig wieder gerade zu richten kommt dann ein verschobener Wirbel in der Lende dazu. Hunde, die weniger spektakulär schnell sind, besitzen natürlich ein viel geringeres Risiko.
Hinzu kommen die Haltungsbedingungen. Wenn ich sehe wie viele Hunde zusammengefaltet in Miniboxen mehrmals wöchentlich für mehrere Stunden in Fahrzeugen verbringen, wundert mich ehrlich gesagt eigentlich nix mehr. Aufwärmen/abkühlen der Muskulatur vor allem vor dem Schutzdienst ist für viele IPOler auch immer noch ein Fremdwort. Und zu Hause sitzen die Hunde nicht selten noch in ungünstig gebauten Zwingern (von den Hunden, die zu Hause überwiegend in Boxen gehalten werden, reden wir jetzt mal gar nicht). Tief und schmal mit Gitterelementen (so sind meine leider auch gebaut) statt breit und weniger tief mit Stabelementen, an denen sich die Hunde nicht aufrichten können. Hunde, die im Zwinger etwas lebhafter sind, stehen oft aufgerichtet am Gitter, was sich sehr ungünstig auf die Wirbelsäule im Lendenwirbelbereich auswirkt. Bzw., noch belastender, springen mit Anlauf aufrecht in die Gitter.
Von daher gibt es sehr unterschiedliche ausgeprägte Belastungen für die Wirbelsäule, und gerade die "echten" starken Hunde sind überproportional häufig davon betroffen (weil sie oft gearbeitet werden, weil sie deswegen häufiger und länger in den Autoboxen sitzen, weil sie im Training häufiger stärkeren Belastungen und auch Einwirkungen ausgesetzt sind, weil sie im Zwinger häufig eher aktiv sind als weniger triebstarke Hunde usw.).
Wenn man nun mehrere Hunde kennt, die Troll (oder Timmy oder beide) in der Ahnentafel führen, bedeutet das noch nicht zwangsweise dass Troll (bzw. Timmy oder andere Hunde aus dieser Linie) häufiger eine genetische Disposition für ein CES vererbt haben als andere Hunde, die man diesbezüglich als unauffällig einstuft. Nur weil man von denen keinen Nachkommen mit einem CES kennt. Zudem können sogar zwei Wurfgeschwister theoretisch ein bis zu 100% unterschiedliches Erbgut besitzen.
Das ist ja das Problem, welches es bisher in Bezug auf die genetische Komponente der Wirbelsäulenproblematik gab: Bisher waren wir ausschließlich von subjektiven Eindrücken abhängig. Die konnten gerechtfertigt sein, oder aber auch nicht. Fifty/Fifty.... Das Resultat war bisher dass man als Züchter einfach Glück haben mußte, in Bezug auf die züchterische Selektion auf Wirbelsäulenerkrankungen. Selbst die Methode "alter Deckrüde, der unter Belastung keine Auffälligkeiten im Gangbild zeigt" war nicht sicher. Denn manchmal können auch Hunde mit einem schlechten Röntgenbefund keine klinischen Symptome zeigen, und vor allem mental harte Hunde überbauen gerade in Triebsituationen sehr viel.
Wirklich sicher war bisher keine derartige Selektionsmethode. Und wenn einem Hunde bekannt waren, die ein CES hatten, musste man deren Mentalität, Ausbildungsmethoden, Haltungsbedingungen etc. mit in die eigene subjektive Beurteilung mit einbeziehen. Wir können froh sein dass wir jetzt endlich die Möglichkeit haben uns zumindest an den ÜW orientieren zu können. Wobei die Forschung diesbezüglich ja noch längst nicht abgeschlossen ist.
Wenn man mal auf diese recht gute Seite hier geht...
http://www.diensthundepraxis.de/Disposit...C3%A4ngige Dispositionen
... findet man das CES auch unter der Rubrik "Belastungsabhängige Dispositionen". Nun ist nicht jeder Schutzdiensthelfer ein begnadeter Helfer, und viele Hundesportler halten ihre Hunde unter eher suboptimalen Bedingungen. Es ist auffällig dass es in manchen Vereinen/Ortsgruppen auffällig häufig Hunde mit Rückenproblemen gibt (abstammungsunabhängig und teilweise rasseübergreifend), während es in anderen Vereinen/Ortsgruppen unterdurchschnittlich wenig Hunde mit Rückenproblemen gibt. Und je mehr ein Hund beim "langen Gang" durchzieht, desto mehr wirkt sich ein Helfer, der dann steht wie der berühmte Fels in der Brandung, u.a. auf die Dynamik der Wirbelsäule aus. Das muss erst mal nicht zwangsläufig direkt den Lendenwirbelbereich betreffen. Aber ein verschobener Halswirbel verursacht mit der Zeit Verspannungen und Muskelblockaden, und wenn der Organismus versucht sich selbstständig wieder gerade zu richten kommt dann ein verschobener Wirbel in der Lende dazu. Hunde, die weniger spektakulär schnell sind, besitzen natürlich ein viel geringeres Risiko.
Hinzu kommen die Haltungsbedingungen. Wenn ich sehe wie viele Hunde zusammengefaltet in Miniboxen mehrmals wöchentlich für mehrere Stunden in Fahrzeugen verbringen, wundert mich ehrlich gesagt eigentlich nix mehr. Aufwärmen/abkühlen der Muskulatur vor allem vor dem Schutzdienst ist für viele IPOler auch immer noch ein Fremdwort. Und zu Hause sitzen die Hunde nicht selten noch in ungünstig gebauten Zwingern (von den Hunden, die zu Hause überwiegend in Boxen gehalten werden, reden wir jetzt mal gar nicht). Tief und schmal mit Gitterelementen (so sind meine leider auch gebaut) statt breit und weniger tief mit Stabelementen, an denen sich die Hunde nicht aufrichten können. Hunde, die im Zwinger etwas lebhafter sind, stehen oft aufgerichtet am Gitter, was sich sehr ungünstig auf die Wirbelsäule im Lendenwirbelbereich auswirkt. Bzw., noch belastender, springen mit Anlauf aufrecht in die Gitter.
Von daher gibt es sehr unterschiedliche ausgeprägte Belastungen für die Wirbelsäule, und gerade die "echten" starken Hunde sind überproportional häufig davon betroffen (weil sie oft gearbeitet werden, weil sie deswegen häufiger und länger in den Autoboxen sitzen, weil sie im Training häufiger stärkeren Belastungen und auch Einwirkungen ausgesetzt sind, weil sie im Zwinger häufig eher aktiv sind als weniger triebstarke Hunde usw.).
Wenn man nun mehrere Hunde kennt, die Troll (oder Timmy oder beide) in der Ahnentafel führen, bedeutet das noch nicht zwangsweise dass Troll (bzw. Timmy oder andere Hunde aus dieser Linie) häufiger eine genetische Disposition für ein CES vererbt haben als andere Hunde, die man diesbezüglich als unauffällig einstuft. Nur weil man von denen keinen Nachkommen mit einem CES kennt. Zudem können sogar zwei Wurfgeschwister theoretisch ein bis zu 100% unterschiedliches Erbgut besitzen.
Das ist ja das Problem, welches es bisher in Bezug auf die genetische Komponente der Wirbelsäulenproblematik gab: Bisher waren wir ausschließlich von subjektiven Eindrücken abhängig. Die konnten gerechtfertigt sein, oder aber auch nicht. Fifty/Fifty.... Das Resultat war bisher dass man als Züchter einfach Glück haben mußte, in Bezug auf die züchterische Selektion auf Wirbelsäulenerkrankungen. Selbst die Methode "alter Deckrüde, der unter Belastung keine Auffälligkeiten im Gangbild zeigt" war nicht sicher. Denn manchmal können auch Hunde mit einem schlechten Röntgenbefund keine klinischen Symptome zeigen, und vor allem mental harte Hunde überbauen gerade in Triebsituationen sehr viel.
Wirklich sicher war bisher keine derartige Selektionsmethode. Und wenn einem Hunde bekannt waren, die ein CES hatten, musste man deren Mentalität, Ausbildungsmethoden, Haltungsbedingungen etc. mit in die eigene subjektive Beurteilung mit einbeziehen. Wir können froh sein dass wir jetzt endlich die Möglichkeit haben uns zumindest an den ÜW orientieren zu können. Wobei die Forschung diesbezüglich ja noch längst nicht abgeschlossen ist.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
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