07-04-2016, 18:04
@ Heinz.S:
Ach weißt Du, es wird auch langweilig, wenn ich immer dasselbe antworte, nämlich: 1. Ich verstehe Dein Anliegen, 2. Ich habe damit gar nicht mal so sehr ein inhaltliches, als vielmehr ein Benennungsproblem ("Widerstand"). Als ein weiteres Argument, das ich bisher nicht ausgeführt habe, das allerdings über die bloße Benennungsfrage doch hinausführt, sei noch Folgendes hinzugefügt: Wir reden hier über Gebrauchshunde und über Qualitäten, die die in hohem Maße aufweisen sollten und von denen wir uns z. B. wünschen würden, dass die Zucht sie fördert. Da, wo Hunde wirklich professionell gebraucht werden, sind paradoxerweise oft auch Hundeführer am Werk, die nicht übermäßig viel Erfahrung aufweisen. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich gibt es z. B. ganz versierte und langjährig erfahrene Diensthundeführer. Aber der Witz an beruflich, professionellen Tätigkeiten ist - und das gilt prinzipiell und nicht nur für den Umgang mit Hunden -, dass die Menschen, die sie ausführen, in ihren Funktionen grundsätzlich ersetzbar sein müssen. Das heißt u. a.: Es müssen ständig Menschen neu in diese Tätigkeiten eingeführt werden und sie in der Praxis erlernen. Selbst Herzchirurgen haben irgendwann zum ersten Mal operiert - und das musste notwendigerweise so sein, auch wenn diesem ersten Patienten vielleicht etwas Besseres zu wünschen gewesen wäre. Für Gebrauchshunde als Werkzeuge gilt: Sie müssen so konstruiert sein, dass auch ein Berufsanfänger mit ihnen zu Ergebnissen kommen kann, die den Aufwand der Ausbildung von Hund und Mensch funktional rechtfertigen.
So sehr ich Deine Wertungen verstehe, Heinz, so sehr ist in funktionaler Hinsicht doch zu sagen, dass ein gutes Instrument nicht durch wachsende Umständlichkeit und Schwierigkeit der Bedienung zu einem besseren Instrument in professionellen Arbeitsumgebungen wird, in denen der adäquate Umgang mit diesen Instrumenten auch immer wieder noch gelernt werden muss.
Noch einmal: Deine Vorliebe kann ich verstehen. Ich finde sie sogar sympathisch. Aber darum geht es meiner Meinung nach bei der Frage nicht, was bei Gebrauchshunden allgemein und prinzipiell besonders zu fördernde Eigenschaften sind. Und ich schreibe das auch gerade in Bezug auf den DSH. Ich glaube, dass es zu den besonderen Vorzügen dieser Rasse gehört, Zuchtlinien zu beinhalten, deren Hunde einem Anfänger in der Ausbildung insofern entgegenkommen, als sie nach Ausbildungsfehlern einerseits aus Motivationslöchern (die passiven Widerstand zur Folge haben können) und Fehlkonditionierungen über Lebenserhaltungsantriebe (Beute, Futter, etc.) relativ verlässlich wieder in funktionale Zusammenarbeit rückführbar sind, andererseits den Anfänger aber nicht in Auseinandersetzungen (aggressiven Widerstand) verwickeln, die ihn überfordern, in neue Fehler treiben oder die funktionale Arbeit behindern. Wenn man die Ausbildung vieler Hunde gesehen hat, dann lernt man beim DSH (auch nicht bei jedem, aber wie gesagt in manchen Linien) die Fähigkeit zu schätzen, nicht gleich führerweich die Arbeit zu blockieren (passiven Widerstand zu leisten - und das sehe ich bei vielen anderen Gebrauchshunderassen züchterisch geradezu angelegt), sondern auch nach Frustrationen Verhaltensweisen zu suchen, die Zusammenarbeit ermöglichen.
Das ist der Erfahrungshintergrund meiner Äusserungen: die Erfahrung, wie lästig es ist, nach Ausbildungsfehlern (und die geschehen immer) durch einen dann einsetzenden passiven Widerstand vor allem führerweicher Hunde nur unendlich schwer wieder in eine neue Spur kommen zu können. Noch einmal: Ich rechne es dem DSH hoch an, eben gerade nicht der widerständigste Hundetyp zu sein, den ich aus eigener Erfahrung beschreiben könnte!
Aber sorry, mit diesem nochmaligen Schreiben habe ich mich selbst unglaubwürdig gemacht. Nachdem Du aber geschildert hast, warum Du so argumentierst, wie Du es tust, wollte ich auch den Erfahrungshintergrund deutlich machen, aus dem ich urteile: (Viel zu) viel Erfahrung mit relativ führerweichen (und trotzdem oft nicht schnell auf Einwirkung reagierenden) Hunden.
Damit bin ich jetzt aber endgültig aus diesem Thread raus.
Ach weißt Du, es wird auch langweilig, wenn ich immer dasselbe antworte, nämlich: 1. Ich verstehe Dein Anliegen, 2. Ich habe damit gar nicht mal so sehr ein inhaltliches, als vielmehr ein Benennungsproblem ("Widerstand"). Als ein weiteres Argument, das ich bisher nicht ausgeführt habe, das allerdings über die bloße Benennungsfrage doch hinausführt, sei noch Folgendes hinzugefügt: Wir reden hier über Gebrauchshunde und über Qualitäten, die die in hohem Maße aufweisen sollten und von denen wir uns z. B. wünschen würden, dass die Zucht sie fördert. Da, wo Hunde wirklich professionell gebraucht werden, sind paradoxerweise oft auch Hundeführer am Werk, die nicht übermäßig viel Erfahrung aufweisen. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich gibt es z. B. ganz versierte und langjährig erfahrene Diensthundeführer. Aber der Witz an beruflich, professionellen Tätigkeiten ist - und das gilt prinzipiell und nicht nur für den Umgang mit Hunden -, dass die Menschen, die sie ausführen, in ihren Funktionen grundsätzlich ersetzbar sein müssen. Das heißt u. a.: Es müssen ständig Menschen neu in diese Tätigkeiten eingeführt werden und sie in der Praxis erlernen. Selbst Herzchirurgen haben irgendwann zum ersten Mal operiert - und das musste notwendigerweise so sein, auch wenn diesem ersten Patienten vielleicht etwas Besseres zu wünschen gewesen wäre. Für Gebrauchshunde als Werkzeuge gilt: Sie müssen so konstruiert sein, dass auch ein Berufsanfänger mit ihnen zu Ergebnissen kommen kann, die den Aufwand der Ausbildung von Hund und Mensch funktional rechtfertigen.
So sehr ich Deine Wertungen verstehe, Heinz, so sehr ist in funktionaler Hinsicht doch zu sagen, dass ein gutes Instrument nicht durch wachsende Umständlichkeit und Schwierigkeit der Bedienung zu einem besseren Instrument in professionellen Arbeitsumgebungen wird, in denen der adäquate Umgang mit diesen Instrumenten auch immer wieder noch gelernt werden muss.
Noch einmal: Deine Vorliebe kann ich verstehen. Ich finde sie sogar sympathisch. Aber darum geht es meiner Meinung nach bei der Frage nicht, was bei Gebrauchshunden allgemein und prinzipiell besonders zu fördernde Eigenschaften sind. Und ich schreibe das auch gerade in Bezug auf den DSH. Ich glaube, dass es zu den besonderen Vorzügen dieser Rasse gehört, Zuchtlinien zu beinhalten, deren Hunde einem Anfänger in der Ausbildung insofern entgegenkommen, als sie nach Ausbildungsfehlern einerseits aus Motivationslöchern (die passiven Widerstand zur Folge haben können) und Fehlkonditionierungen über Lebenserhaltungsantriebe (Beute, Futter, etc.) relativ verlässlich wieder in funktionale Zusammenarbeit rückführbar sind, andererseits den Anfänger aber nicht in Auseinandersetzungen (aggressiven Widerstand) verwickeln, die ihn überfordern, in neue Fehler treiben oder die funktionale Arbeit behindern. Wenn man die Ausbildung vieler Hunde gesehen hat, dann lernt man beim DSH (auch nicht bei jedem, aber wie gesagt in manchen Linien) die Fähigkeit zu schätzen, nicht gleich führerweich die Arbeit zu blockieren (passiven Widerstand zu leisten - und das sehe ich bei vielen anderen Gebrauchshunderassen züchterisch geradezu angelegt), sondern auch nach Frustrationen Verhaltensweisen zu suchen, die Zusammenarbeit ermöglichen.
Das ist der Erfahrungshintergrund meiner Äusserungen: die Erfahrung, wie lästig es ist, nach Ausbildungsfehlern (und die geschehen immer) durch einen dann einsetzenden passiven Widerstand vor allem führerweicher Hunde nur unendlich schwer wieder in eine neue Spur kommen zu können. Noch einmal: Ich rechne es dem DSH hoch an, eben gerade nicht der widerständigste Hundetyp zu sein, den ich aus eigener Erfahrung beschreiben könnte!
Aber sorry, mit diesem nochmaligen Schreiben habe ich mich selbst unglaubwürdig gemacht. Nachdem Du aber geschildert hast, warum Du so argumentierst, wie Du es tust, wollte ich auch den Erfahrungshintergrund deutlich machen, aus dem ich urteile: (Viel zu) viel Erfahrung mit relativ führerweichen (und trotzdem oft nicht schnell auf Einwirkung reagierenden) Hunden.
Damit bin ich jetzt aber endgültig aus diesem Thread raus.

