29-03-2013, 09:03
Antje,'index.php?page=Thread&postID=144847#post144847' schrieb:es ist nicht auszuschliessen das gerade Nervengifte einen epigenetischen Einfluss besitzen
Sorry, aber das kann ich so nicht stehen lassen: Warum sollen ausgerechnet Nervengifte einen epigenetischen Einfluss auf Keimbahnzellen besitzen, der sich auf Nachkommen auswirkt? Ursächlich gibt es da keinen offensichtlichen Zusammenhang.
1. Epigenetik beschäftigt sich mit sekundären Modifikationen der DNA, z.B. Methylierungen. Dadurch kann der Transkriptionsstatus von Genen verändert werden.
2. Nervengifte wirken an Nervenzellen. In den Dosen wo sie normalerweise eingesetzt werden, sind sie nicht toxisch für die Nervenzellen eines Säugetiers (Ausnahme MDR1 Defekt). Nervenzellen enthalten keine genetischen Informationen die an Nachkommen weiter gegeben werden.
3. Für herkömmliche für Zecken und Flohmittel verwendete Wirkstoffe und auch für andere Neurotoxine kann ich keine Publikation finden, wo ein epigenetischer Effekt auf Keimbahnzellen (Vorläufer von Spermien und Eizellen) beschrieben wird (Quelle Pubmed, wo sämtliche weltweiten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu finden sind). Antje, solltest Du einen solchen Artikel kennen, kannst Du ihn mir gerne schicken.
4. Jeder zugelassene Wirkstoff wird vor der Zulassung auf seine Toxizität für den Foetus und dessen Entwicklung getestet. Wenn dort ein Effekt bei trächtigen Tieren gefunden wurde, muss es in der Packungsbeilage stehen.
Wenn man solche Vermutungen in die Welt setzt, sollte man schon wissen wovon man spricht (Ich habe jahrelang in der biomedizinischen Forschung an der Universität gearbeitet und traue mir deswegen zu, etwas von Epigenetik zu wissen). Es wird so viel Halbwissen von Laien auf diesem Gebiet weiter tradiert, bis es irgendwann zur Wahrheit mutiert und nicht mehr aus den Köpfen rauszukriegen ist. Solche Märchen machen die Leute nur verrückt.
Annemarie
vg,
Annemarie und Denni
Annemarie und Denni

