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Ängstlicher Hund - Druckversion +- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de) +-- Forum: Working Dogs (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=6) +--- Forum: Fragen des interessierten Beginners (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=39) +--- Thema: Ängstlicher Hund (/showthread.php?tid=4785) Seiten:
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Ängstlicher Hund - Pina00 - 03-08-2008 Hallo zusammen, hoffe, jemand kann mir ein paar Tips geben. Ich habe mir nach knapp zweijähriger Pause wieder einen DSH angeschafft. Ursprünglich sollte es ein Welpe sein, aber es hat sich dann so ergeben, daß ich einen zu dem Zeitpunkt 7 Monate jungen Rüden aus der LZ zu mir genommen habe. Das Problem besteht darin, daß er hauptsächlich im Zwinger gehalten wurde und kaum Kontakt zur Aussenwelt, sprich Strassenverkehr, andere Hunde, Menschen, Fahrräder etc. hatte. Ich halte ihn in der Wohnung. Er hat sich bis jetzt auch sehr gut an meine Tochter und mich gebunden, hat draussen soweit Vertrauen gefasst, dass er nicht in Panik wegrennen will, wenn z.b. ein Rudel Jogger entgegenkommt. Auch auf dem HuPla macht er sich sehr gut. Das grösste Problem liegt im Umgang mit meinem Freund. Er hat ja generell Angst vor grossen Männern. Aber müsste er sich nicht mal langsam an meinen Freund gewöhnen? Mittlerweile ist er der einzige, der den Hund füttert, er versucht auch zu vermeiden, sich in irgendeiner Weise dem Hund bedrohlich zu nähern. Im Wohnzimmer ist es ihm auch möglich ihn mal anzufassen, oder Leckerchen direkt aus der Hand zu geben. Aber in den anderen Zimmern flüchtet er regelrecht panisch vor ihm, lässt auch manchmal unter sich. Es reicht, wenn mein Freund den Raum betritt, er guckt ihn dabei nicht mal an. Wenn mein Freund mal etwas später kommt, unsereins liegt schon im Bett (der Hund schläft daneben), knurrt er jedesmal aus tiefster Brust. Ich verbiete ihm das sofort, da hört er auch. Ich weiss nur nicht, was das geben soll, wenn ich mal ins Krankenhaus muss. Pension ist schwierig, weil es auch fast zwei Tage gedauert hat, ehe ich ihn anfassen konnte, und ich befürchte, dass der kleine Mann zusammenbricht, wenn er woanders untergebracht wird. Hoffe, irgendjemand hat einen guten Tipp für mich. Ansonsten ist es ein Traumhund, besonders mit meiner kleinen Tochter, passt auch draussen gut auf uns auf. - Jezira - 04-08-2008 Hi, wie lange hast Du den Hund denn schon? Es hört sich so an als mache er Fortschritte, zumindest kann Dein Freund ihn manchmal anfassen, das ist doch schon mal was. Diese Dinge brauchen Zeit. Wichtig ist, den Hund nicht meiden zu lassen sondern immer wieder zu versuchen, sich anzunähern. Evtl. muss Dein Freund den Hund erst einmal nur aus der Hand füttern, so dass der Hund die tägliche Ration nur direkt von ihm bekommen kann. Meine Hochachtung, dass ihr euch die Mühe macht. Viel Glück und Geduld, wenn mir noch was Schlaues einfällt poste ich nochmal. Liebe Grüße Sabine Angst - Hillu - 04-08-2008 Hallo Pina, generell ist 7 Monate ein sehr unglückches Alter für die Abgabe eines Hundes. Er kommt langsam in die Pubertät und da haben sie schon mal Angst vor vielen unbekannten Sachen. Das gibt sich meistens von selber wieder. In Deinem Fall hats ihn natürlich doppelt getroffen, weil er eben nix kennt. Ich würde - das ist meine ganz persönliche Meinung - ihn nicht von Deinem Freund füttern lassen. Du hast doch vor mit ihm zu arbeiten. Ich würde ihm ein äußerst relaxter und über den Dingen stehender Rudelführer sein. Du kannst ihm was verbieten, aber auch in Deiner großen Güte was gestatten.Durch Deine Souverenität bekommt er Sicherheit. Ich halte nichts von den an irgendwas Gewöhnungsmethoden. Manchmal verunsichert das noch mehr und für den Hund wird es erst zum richtigem Problem. Laß Deinen Freund sich ganz neutral verhalten und ignoriert einfach sein ängstliches Verhalten. Vielleicht kommt er dann von selber an - eine Möglichkeit wäre natürlich den Freund zu verabschieden :pf: Viele Grüße Hillu - Johannes - 04-08-2008 Hallo Pina, zunächst mal großen Respekt vor Deinem Freund ... was der alles so hinnimmt! Erstmal den (knurrenden) Hund aus dem Schlafzimmer. Da steht MANN auch mal ohne Beißwurst oder Hetzlappen!!! .. und auch Angstbeisser können wehtun!! Mal ganz aufrichtig, ein Hund ist ein Hund und will sich in ein Rudel integrieren und gefallen etc. aber dieser Prozess heisst nicht, verwöhnen bis zum geht nicht mehr und ist auch anschliessend nur ganz schwer wieder abzustellen (..im Schlafzimmer schlafen?) Wie schon zuvor empfohlen, gemeinsame ausgiebige Spaziergänge, im Strassenverkehr, Fußgängerzone, Feld und Flur usw. Du (und Dein Freund?) sind die Alpha's, Besucher, Kinder und auch andere Tiere sind in Eurer Gegenwart zu respektieren, mit Lob und Tadel aber immer mit ausreichendem Abstand um auch eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. Mit Routine dieses Programm abarbeiten schafft Vertrauen und Selbstsicherheit, für alle Beteiligten. Leichte Beutespiele mit Lappen, Bringsel mit viel Bestätigung für den Kleinen, fördern sein Selbstwertgefühl und stärken Ihn in seiner Position! Auch bei Fährtenübungen, mit mehr als 7 Monaten kannst Du viel Vertrauen wecken! Das geht alles noch ohne fremde Einwirkung! Bei der Ausbildung von Junghunden hat mir unter anderem folgendes Buch von "Manfred Müller" geholfen: Der artgerechte Aufbau des Schutzhundes, Ausbildung und Aufbau von Gebrauchshunden, (ISBN 978-3-88627-817-6). Nicht alles wörtlich nehmen aber wirklich hilfreich (das Buch). Viel Spaß und Erfolg mit Deinen Nachthelden! (Triebe sind doch da, wenn er Dich schützen will!) - BonnieH - 04-08-2008 Ich hatte vor meiner DSH-Zeit mal eine sehr ängstliche Hündin. Aus meinen Erfahrungen mit diesem Hund würde ich folgendes empfehlen: Ignorieren ... Dein Freund sollte eine zeitlang so tun, als ob der Hund überhaupt nicht da wäre und er auch nichts mit ihm zu tun haben möchte. Komscherweise haben diese Menschen auf (ängstliche) Hunde die meiste Anziehungskraft. Einen Versuch wäre es allemal wert. Viele Grüße BonnieH Danke für eure Tips - Pina00 - 04-08-2008 Erstmal möchte ich mich schon mal für die Tips bedanken, die ich bis jetzt bekommen habe! Jesira Habe den kleinen Mann jetzt fast genau zwei Monate. Er ist jetzt also neun Monate alt. Also habe ich ihn nicht allzu lange. Hillu Auf dem HuPla läuft ja alles prima. Er zeigt einen unheimlichen Spieltrieb. Ich bin auch diejenige, die mit ihm arbeitet, weil mein Freund überhaupt kein Interesse am Hundesport hat. Aber er muss sich trotzdem an ihn gewöhnen, falls wirklich mal der Fall eintreten sollte, dass ich oder meine kleine Tochter ins Krankenhaus muss. Johannes Er wird eigentlich nicht verwöhnt. Und solange er nicht in mein Bett will, finde ich es auch garnicht so schlimm wenn er im Schlafzimmer schläft. Das durften meine anderen Hunde damals auch. Ich hab meine Tiere halt gerne um mich. Dabei bleibt er auch gut alleine, wenn ich mal was zu erledigen habe, ohne Mist zu machen. Wir gehen regelmäßig gemeinsam spazieren, mein Freund nimmt ihn auch öfter mal an die Leine. Er läuft dann zwar etwas gedrückt, aber wenn ich ihn losmache, bzw. mein Freund spielt er auch mit ihm, zwar nicht so frei wie bei mir, aber immerhin. Ohne Leine ist auch kein Problem, er kommt sofort, wenn ich ihn rufe, an anderen Hunden zeigt er null Interesse, wenn ihm einer zu nahe kommt, sucht er halt Schutz bei mir, was ich in der Regel ignoriere (ausser bei diesem penetranten Labrador, der ihn ständig berammelt hat, da habe ich ihn angeleint und bin weggegangen, weil es mir einfach tierisch auf den Keks ging und sich dessen Besitzer kaputtgelacht hat). Auf dem HuPla ist der kleine Mann wie ausgewechselt, lässt sich auch von den anderen anfassen (anfangs hat er auch Panik gehabt), aber sein Spieltrieb lässt ihn auch die Angst vergessen. Im Wohnzimmer spielt er ja auch mit meinem Freund, ist sogar richtig ausgelassen. Fährten gehe ich regelmässig mit ihm, hat er nen Riesenspass dran. Aber den Tipp mit dem Buch werde ich gerne befolgen. Bonnie H Hat er ja auch versucht, aber das ignorieren ist garnicht so leicht, wenn er in Panik abhaut, und mein Freund beinahe über ihn fliegt? - Jezira - 05-08-2008 Hi, ich würde sagen, Hut ab, da hat der Kleine ja schon unheimlich viel gelernt in der kurzen Zeit und Du hast bereits eine Menge erreicht! Mach einfach so weiter, diese Dinge brauchen sehr viel Zeit und Geduld aber ihr seid auf dem richtigen Weg. Wichtig ist, dass man das ängstliche Verhalten nicht bestätigt aber den Hund nicht in noch mehr Konflikte stürzt. Es hat sich bewährt, den Hund in einer Stresssituation irgendetwas machen zu lassen, was er gut kann - dann kann man ihn dafür ganz doll loben und er ist abgelenkt. Hat sich bei unserer schlecht sozialisierten Hündin bewährt, es gibt dem Hund Selbstvertrauen. Also, Kopf hoch, ich denke, das wird schon mit der Zeit... Liebe Grüße Sabine - Marcus P - 21-08-2008 Wenn der Hund im Spieltrieb die Angst vor deinem Freund verliert, wäre es doch möglich mal darauf zu achten, was der Auslöser bei deinem Freund ist wenn er nicht gerade mit ihm spielt. a )Vielleicht hat dein Freund eine sehr tiefe stimme ? b) er ist groß und Kräftig und zeigt dardurch eine große Dominante Ausstrahlung ? c) Er ist sehr hektisch und laut ? wenn du oder dein Freund den Knopf gefunden habt, der für die Reaktion des Hundes der Auslöser ist, dann habt Ihr zum einen schon die halbe Miete und zum anderen wisst Ihr wie Ihr gezielt dem Hund die Angst nehmen könnt. Jedenfallls ist es unstreitig, dass die Raktion von dem Hund von denem Freund ausgelöst wird, also würde ich das Augenmerk auf die Körpersprache von deinem Freund legen. Je mehr ihr die Ursache einkreisen könnt, um so besser könnt Ihr helfen den Hund die Angst zu nehmen. - Dürken - 21-08-2008 Ich würde mich so verhalten, wie ich mich immer verhalte. Ohne besondere Rücksicht auf den Hund. Vielleich messt ihr dem Problem einfach viel zu viel Bedeutung zu und verunsichert den Hund noch mehr dadurch. Wenn meine Hunde Probleme mit der Umwelt haben, dann tue ich so, als ob ich das gar nicht bemerke. Ich beachte weder das Objekt der Furcht noch den Hund. Wenn er sich Dir angeschlossen hat, dann wird er die Situation irgendwann auch als normal empfinden. Dein Hund ist ein Rudeltier, er erwartet von Dir, dass Du ihm durch Dein Verhalten die Sicherheit gibst, die er braucht. Das kannst Du nur, indem Du entspannt bleibst. Wenn Du die Situation im Schlafzimmer entspannen willst, dann steck Deinen Hund in eine Flugbox. Dann kann er im Schlafzimmer bleiben, ohne Stress und ohne Mecker. - Marcus P - 21-08-2008 @ Dürken das will ich ja damit sagen, wenn ich weiß woran es liegt, dann kann ich entspannt mit der Situation umgehen. Früher hatte ich einen kleinen Münsterländer, der hatte das Problem ( es war das einzige ) er reagierte negativ auf Körperlich behinderte Menschen. Als mir klar war, dass mein Hund auf die abnorme Körperhaltung so reagierte, konnte ich mich besser auf solche Reaktionen von meinem damaligen Hund einstellen. |