Das Leistungshundeforum
Studie Magendrehung - Druckversion

+- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de)
+-- Forum: Ernährung / Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=23)
+--- Forum: Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=25)
+--- Thema: Studie Magendrehung (/showthread.php?tid=3574)

Seiten: 1 2 3


Studie Magendrehung - Antje - 16-01-2008

In der neusten Ausgabe der "Breeder Special" (Ausgabe 1/2008, Seite 11) wird auf eine Studie zum Thema "Magendrehung" hingewiesen, die bereits im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Möglicherweise wurde hier schon mal etwas darüber gepostet, aber da diese Studie, genau wie die Kieler Salmonellenstudie aus dem gleichen Jahr, nicht unbedingt die Interessen der Futtermittelindustrie unterstützt, wird sie anscheinend ein wenig unter den Teppich gekehrt.

Die Studie stammt von Petra Hellweg und Jürgen Zentek, lautet "Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Magendrehung des Hundes" und wurde veröffentlicht in der Zeitschrift "Kleintierpraxis", 50 (10), 2005: 611-620.

Zitat: "Zusammenfassung zum Risiko der Magendrehung:

- Eine vererbte Veranlagung ist nicht erkennbar.

- Temperament, Ernährungszustand oder Haltung des Hundes (Haus, Zwinger) spielen, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.

- Freßgeschwindigkeit und Standort des Futternapfes sind relativ unwichtig.

- Große Hunde erkranken häufiger, Rüden und Hündinnen etwa gleich häufig.

- Ältere Hunde sind bevorzugt betroffen, am häufigsten Hunde von etwa acht Jahren,

- Seltene Futtergaben und fast ausschließlich konventionelles Trockenfutter erhöhen das Risiko.

- Die Erkrankung tritt überwiegend im Ruhezustand auf.

- Das Risiko ist am späten Abend am größten."

Die Studie lief über 11 Monate und umfaßt die Informationen über 882 an Magendrehung erkrankten Hunden. Nur ca. 5% der betroffenen Hunde waren kleiner als 50 cm. Über 90% der betroffenen Hunde wurden ausschließlich oder fast ausschließlich mit kommerziellem Trockenfutter gefüttert, wobei davon ca. die Hälfte der Hundehalter das Futter eingeweicht verfüttert hat, die andere Hälfte trocken.

Die gefährdetste Zeit für eine Magendrehung liegt zwischen 20 und 24 Uhr (ca. 50% der Erkrankungen), gefolgt vom Nachmittag (ca. 25% der Erkrankungen), die restlichen ca. 25 % verteilen sich relativ gleichmäßig auf den Vormittag und die Zeit nach 24 Uhr. Frühere Vermutungen, z.B. daß ein erhöhter Futternapf das Risiko für eine Magendrehung erhöht oder daß lebhafte Hunde häufiger erkranken, wurden in dieser Studie wiederlegt.

Grüße

Antje


- britta_vamos - 16-01-2008

Hallo Antje ,
vor fast 2 Jahren habe ich meine Hündin aufgrund ihrer 3. Magenumdrehung einschläfern lassen.
Ich habe damals alles über Magendrehung gelesen, was ich finden konnte.

Zur Vererbung , Größe und Alter : Wenn die Bänder der Magenaufhängung lang oder ausgeleiert sind ist das Risiko groß. -schau Dir bei den Rassen die länge und nicht die Höhe des Hundes an-
Fressgeschwindigkeit und Trockenfutter : Eingeweichtes Trofu + Nassfutter schwingt nicht so sehr, wie Trofu und anschliesend Wasser. Kann man mit Hilfe einer Tüte ausprobieren.

Meine Foxi war bei der 1.Drehung 8 Jahre , bei der 2.Drehung fast 10 Jahre und nach 8Wochen kam auch schon die 3.Drehung. Da bei der 2.OP der Magen schon schwarz war, konnte man ihn nicht anheften. Bei der 3. riet mir der TA von einer OP ab, da die Chance für weitere Drehungen aufgrund ihrer Bänder sehr hoch waren , auch hatte er bedenken wegen der kurzen Zeit zwischen 2. und 3.OP. Darum haben wir sie erlöst.

Gruß Britta


- Antje - 16-01-2008

Hallo Britta,

ich habe nur die Zusammenfassung der Studie hier rein gestellt. Jürgen Zentek ist derzeit einer der führenden Ernährungswissenschaftler in Bezug auf Hunde unter den Veterinärmediziniern. Ich denke mir, daß er keine Daten in solch einer Studie schönt. Wenn die Hälfte der Hunde in dieser Studie ihr Trockenfutter eingeweicht verfüttert bekommen hat, die andere Hälfte uneingeweicht, spricht es doch wirklich dafür, daß das Einweichen bzw. nicht Einweichen des Futters keine signifikante Rolle spielt in Bezug auf die Ursache einer Magendrehung.

Oft geht man ja mit gewissen Erwartungen an solch eine Studie heran und ist enttäuscht, wenn diese später nicht bestätigt werden. Es wurde ja auch immer gesagt, daß Hunde, die nur einmal täglich gefüttert werden, eher an einer Magendrehung erkranken als Hunde, die zweimal täglich gefüttert werden. Auch hier zeigt diese Studie andere Ergebnisse. Von den 882 Hunden mit Magendrehung erhielten 310 Hunde (= ca. 1/3) das Futter einmal täglich, die Mehrzahl aber (= 459 Hunde) wurde zweimal täglich gefüttert und der Rest häufiger.

Für mich gibt es andere Gründe, Trockenfutter nicht trocken zu verfüttern. Aber die Gefahr einer Magendrehung muß man lt. dieser Studie bei trockenem Fertigfutter nicht häufiger fürchten als bei eingeweichtem Trockenfutter.

Grüße

Antje


- KatiR - 16-01-2008

Hallo Antje.
Diese beiden Textstellen wiedersprechen sich . Was ist denn jetzt richtig? Vermindern öftere Futtergaben das Risiko oder nicht?
Antje,index.php?page=Thread&postID=40991#post40991' schrieb:- Seltene Futtergaben und fast ausschließlich konventionelles Trockenfutter erhöhen das Risiko.
Antje,index.php?page=Thread&postID=41005#post41005' schrieb:Von den 882 Hunden mit Magendrehung erhielten 310 Hunde (= ca. 1/3) das Futter einmal täglich, die Mehrzahl aber (= 459 Hunde) wurde zweimal täglich gefüttert und der Rest häufiger.



- Antje - 16-01-2008

Hallo Kati,

ich hab nur die Zusammenfassung der Studie hier reingesetzt und da steht die Zusammenfassung so drin.

Zudem: Von 882 betroffenen Hunden in dieser Studie wurden 113 mind. dreimal täglich gefüttern. 769 Hunde (= über 88%) hingegen nur ein- bis zweimal täglich. Von daher ist die Schlußfolgerung von Hellweg/Zentek, daß "seltene Futtergaben" (wobei ich den Begriff "selten" etwas unglücklich gewält finde, aber manchmal werden solche Studien erst im Englischen verfaßt und dann ins Deutsche übersetzt) die Gefahr einer Magendrehung erhöhen, richtig. Eine signifikant geringere Gefährdung besteht bei drei und mehr Mahlzeiten täglich.

Wobei es in der Praxis für viele Hundehalter nicht praktikabel ist, dreimal täglich zu füttern. Und hier finde ich das Ergebnis der Studie, daß einmalige Fütterung am Tag immer noch weniger gefährlich ist in Bezug auf das Risiko einer Magendrehung als eine zweimalige Fütterung, zumindest interessant.

Grüße

Antje


- Ona - 17-01-2008

Hallo,

habe diese studie verfolgt, und möchte dazu sagen das ich einen Tag vor Weihnachten meinen geliebten Dobermann Zeus mit nur sechs Jahren an einem Magendreher verloren habe. Ich habe Ihn:

- zwei mal täglich gefüttert
- wenig Wasser angeboten
- Trockenfutter und gekochtes gegeben das hielt sich die Waage
- Die Eltern leben immer noch mit neun Jahren in der Linie waren nie Magendreher
- am Todestag hat er nichts gefressen Wasser nur ein wenig
- es ist wohl gegen Nachmittag passiert
- und er war im Ruhezustand

was soll ich schreiben, es hilft alles nichts es ist zu spät
Man kann nur hoffen das dies einem nicht nochmal geschieht, man ist ja nicht 24 Std. bei den Hunden und es kann so schnell gehen.

Traurige Grüße Lili


- Wieland - 18-01-2008

Hallo Antje,
kann ich die Studie irgendwo downloaden? Würde mich schon interessieren:
Gruß
Wieland


- britta_vamos - 18-01-2008

Hallo Antje,
Ich wollte Dir nur meine Kenntnisse zu diesem Thema schreiben.

Das mit dem Trockenfutter und den Schwingungen habe ich von einem mir bekannten T-Heilbraktiker, und es leuchtet mir ein.
Inressant finde ich, das mit dem Futterstandort. Denn die Hälfte meiner Infos hielten einen erhöten die andere Hälfte einen tiefen Futternapf für gefährlich.

Gruß Britta


- Silbersee - 18-01-2008

Ona,index.php?page=Thread&postID=41130#post41130' schrieb:Hallo,

habe
diese studie verfolgt, und möchte dazu sagen das ich einen Tag vor
Weihnachten meinen geliebten Dobermann Zeus mit nur sechs Jahren an
einem Magendreher verloren habe. Ich habe Ihn:

- zwei mal täglich gefüttert
- wenig Wasser angeboten
- Trockenfutter und gekochtes gegeben das hielt sich die Waage
- Die Eltern leben immer noch mit neun Jahren in der Linie waren nie Magendreher
- am Todestag hat er nichts gefressen Wasser nur ein wenig
- es ist wohl gegen Nachmittag passiert
- und er war im Ruhezustand

was soll ich schreiben, es hilft alles nichts es ist zu spät
Man
kann nur hoffen das dies einem nicht nochmal geschieht, man ist ja
nicht 24 Std. bei den Hunden und es kann so schnell gehen.

Traurige Grüße Lili



Hallo Lili,

das tut mir so leid für Deinen Zeus! Mein herzliches Beileid! Ich weiß
wie es ist: Genau ein Jahr vorher habe ich kurz vor Weihnachten
(21.12.2006) meine Hündin Quora an Magendrehung verloren. Sie war
tragend und ca. 10 Tage vor dem Werfen. Sie hatte nichts gefressen und
war eine halbe Stunde vorher noch mit meinem Mann spazieren (gehen,
nicht rennen). Er hat sie im Wintergarten gelassen und mich angerufen,
daß sie irgendwie nicht auf dem Damm ist und er beim Tierarzt
vorbeifahren will mit ihr. Keine 5 Minuten später ein erneuter
(hysterischer) Anruf, daß sie in einer riesengroßen Wasserlache liegt
und tot ist. Wir haben uns dann beim Tierarzt getroffen, der Quora
obduziert hat. Es war Magendrehung! Ich glaube auch nicht, daß es
erblich ist (vielleicht die Tendenz zu losen Bändern), denn Quora ist
bis jetzt mein einziger Hund den ich durch so etwas verloren habe.


- blubber - 18-01-2008

Wenn ich das lese kommt mein Trauma wieder hoch.
Ich hoffe das ich es nie mehr erleben muß, das einer meiner Hunde sowas erleiden muß.
Ich weiß das geht am Thema vorbei aber da war mir nach.