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Schussunsicherheit-/ Angst - Druckversion +- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de) +-- Forum: Working Dogs (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=6) +--- Forum: Ausbildung (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=34) +--- Thema: Schussunsicherheit-/ Angst (/showthread.php?tid=15507) Seiten:
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Schussunsicherheit-/ Angst - Steffi Broderius - 05-04-2016 Ich habe ein Problem mit meinem Herrn Brösel.. dazu muss ich etwas ausholen. Ich arbeite meinen Mix Rüden vorbereitend auf die IPO 1 zu. Er war bis zu einem bestimmten Zeitpunkt "im Grunde" Schuss unempfindlich, bis wir hier bei uns zu Hause ein Erlebnis hatten, welches ihn aus der Bahn geworfen hat. Wir wohnen sehr historisch angrenzend zu einem Dänischen Museum, dort wird zu bestimmten Jahresfeiern eine Uralte Kriegs-Kanone gezündet. Leider war mir nicht bekannt, das dieses an jenem Tag so war, an dem ich mit Brösel Zuhause auf dem Grundstück war ..sonst wäre ich bestimmt woanders hin gefahren.. Der Knall war so laut, das selbst ich mich fast auf den Hosenboden gesetzt hatte und gar nicht wusste was los war.. mein Rüde lief im gestreckten Galopp ins Haus und hat sich verkrochen .. Nun ist es so,das er seit dem Tag beim kleinsten Knall oder Schuss anfängt zu klemmen, zu Anfang wollte sich am liebsten verkriechen. Erst habe ich versucht Negativ in positiv zu wandeln, heißt.. Wir haben mit Futter und "Party" gearbeitet. Das funktionierte nur bedingt. Dann hatte ich den Ansatz die Situation so umzulenken, das er gegen den Schuss (bitte steinigt mich nicht) Aggression entwickelt.. hieß: ich zeigte ihm, außerhalb des Platzes am Rand, wer mit der Schusswaffe auf den Platz ging, und wenn der Schuss fiel :"pass auf" (Kommando zum Voran-wie beim SD zum verbellen). Das hat gut funktioniert, er setzt nun den Schuss um in eine Art Signal sich groß zu machen, er lässt sich dann wieder über den Gehorsam in der UO weiter arbeiten "Augenscheinlich" .. und nun kommt mein Aber, er klemmt hinten noch etwas ein, geht aber mittlerweile auf dem Platz weiter und arbeitet nach einigen paar Minuten wieder "gut" mit. In der "Ablage unter Ablenkung" wird dieses wohl nicht funktionieren.. zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht. die Frage ist... baue ich mir da einen riesen Bock oder macht es Sinn so weiter zu arbeiten?.. Ist ein sicherlich ungewöhnlicher Weg, den ich da gewählt habe, aber ich wollte einfach nicht Aufgeben. :help: - Clint1 - 05-04-2016 Hallo Steffi,eine Bekannte von mir hat die Schußempfindlichkeit mit einer Kinderpistole wegbekommen. Ist nur ein Vorschlag. - Heinz.S - 05-04-2016 Aggression als Ventil,....wenns klappt,warum nicht.Wichtig ist,das du ihn trotzdem lenken kannst.Irgendwann über Gewöhnung wird sich das eh wieder abbauen,denke ich. Wichtig wäre mM nach erst mal,von dem Meiden wegzukommen,selbst wenn er hinten noch was klemmt,egal,das würde mich grade nicht stören. Bestätigt nur wieder,das Aggression eine viel stärkere Motivation ist als Beute oder Meutereize. Aufpassen solltest du aber,das du auf diese Art das Agg Verhalten nicht so weit steigerst,das es außer Kontrolle gerät,das passiert dabei recht schnell. Ich finde die Idee gut. LG Heinz - India - 05-04-2016 Hallo ich habe das Praoblem bei einem meiner Hunde der nicht schusscheu aber auch nicht immer schussneutral war über Gewöhnung abgebaut. Angefangen zusammen mit einem weiteren Hund, den das Geknalle in keiner Weise interessiert auf einem grossen eingezäunten Gelände Hunde spielen oder toben und es knallt ....in Entfernung Dann wude die Entfernung reduziert ..und der Hund gelobt und gespielt. Nach ca. drei Monaten ist der Hund soweit gewesen, dass ICH selbst beim Fusslaufen schiessen kann, ohne das er auch nur zuckt Allerdings hatte er kein Erlebnis mit einer kanone ..er kennt allerdings nun 6 mm und auch 9 mm und da ist er jetzt neutral Grüsse India - WoWi - 05-04-2016 Ich habe mal mit einem schussscheuen Rüden gearbeitet, der im "Beutetunnel" Schüsse gar nicht mehr wahrgenommen hat. Man konnte ihn auf einen Helfer mit Arm loslassen, der Dauerfeuer gab - der Hund schien von dem Schießen gar nichts zu bemerken. Auch während stark beutemotivierter Unterordnungsphasen (Freifolge mit starker Beutespielbelohnung) war der Hund leicht "schusstaub" zu machen. Aber in "neutraler" Trieblage hat das allein an der Schussscheu nichts verändert. Ich fürchte, dass das mit der Aggression ähnlich sein wird: In der "richtigen Stimmung" wird der Schuss verdrängt, aber wehe, er erwischt den Hund, wenn er gerade nicht entsprechend drauf ist. Ich habe damals Schüsse verschiedener Art (Mikro-Aufnahmen von einer Jagd, von Feuerwerk, von der Schießanlage eines Schützenvereins) auf einem Rekorder aufgenommen und habe den von den Hundebesitzern (es war nicht mein eigener Hund) zuhause unregelmäßig über längere Zeiträume abspielen lassen. Zuerst hat das eine deutliche Verunsicherung beim Hund ausgelöst, im eigenen Revier, in der eigenen Sicherheitszone, irritiert zu werden. Ich habe den Menschen eingeschärft, nicht die geringste Reaktion zu zeigen. Also nicht sonderlich auf den Hund zu achten, ihn keinesfalls zu loben, aber auch nicht irgendwie ungewöhnlich distanziert zu behandeln. In dem Maße, in dem die Menschen sich an diese Regeln gehalten haben, hat sich auch eine gewisse Hyposensibilisierung eingestellt. Aber es konnte in ungewohnten Umgebungen, die ohnehin Unsicherheit auslösten, immer wieder noch einmal zu Schreckreaktionen beim Hund kommen (z. B. Fehlzündungen an befahrener Straße). Das war Gott sei Dank ein Hund, der beim Menschen Sicherheit gesucht hat. Also kein "panischer Flüchter", sondern einer, der dann die Grundstellung aufgesucht und sich ans Bein gedrückt hat. Dadurch war er dann wenigstens kaum eine Gefahr für die Umwelt. Ich habe auch schon etliche Berichte darüber gehört, dass Leute schussscheue Hunde in den Wald mitnehmen, sie dort anbinden, und es dann buchstäblich "krachen lassen" ... Ich habe auch schon Hunde, mit denen das angeblich geschehen ist, auf Prüfungen selbst für meine Augen schussneutral reagieren gesehen. Ist aber trotzdem nicht mein Stil ... - Heinz.S - 05-04-2016 Der Vorteil hier bei der PO ist hierja,das es an einer vorhersehbaren Stelle passiert und das für einen kurzen Moment.Solche Problemem habe ich bisher meistens über Futter hinbekommen,das die Hunde nachher mit Nachdruck ihre Belohnung haben wollten,aber das hat Steffi ja probiert und nicht hinbekommen.Also sollte man es logischerweise mit einem stärkeren Gegenreiz probieren. Aggression ist das Ventil,den Druck abzulassen und Beute oder Meuteverhalten das Verhalten,was den Hund auffängt und stabilisiert. Reizschwellenerhöhung durch Gewöhnung....klappt wahrscheinlich auch hier zu,es wird aber länger dauern. Mir gefällt das. LG Heinz - Steffi Broderius - 05-04-2016 Ich hab halt über Futter nicht das Ergebnis gehabt welches ich gerne haben möchte, kann ihn eben dann auch nicht richtig lenken.. Der Hund ist ein sehr sensibler Hund,hat aber trotzdem gute Trieb-Bereiche.. die ich dann, wenn ich merke er fängt an zu schwimmen ankratzen kann, um ihn zumindest ansatzweise stabil zu halte... hm.. ich weiß nicht wie ich diesen Hund erklären soll.. Ganz besonders merkt man das bei ihm im SD... dort fährt er alle Angriffe mit großem Gebrumme im Arm durch (Nerven) setzt aber nach vorn um.. und das wollte ich mir eben in der UO zum Nutzen machen.. Aber.. ich habe auch eben Heinz S. zugehört, der zu bedenken gibt, das ich ihn dann auch einfangen können muss. Ich hoffe halt noch auf einen Mix aus mehreren Möglichkeiten, um zu einem passablen Ergebnis zu kommen. " Jetzt komme mir bloß keiner mit Superlearning" ... aber vielleicht lernen durch zuschauen wäre ein Ansatz, der ist hier irgendwo auch gefallen... hm - Heinz.S - 05-04-2016 Steffi Arpe,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25264-Schussunsicherheit-Angst/?postID=171773#post171773 schrieb:Aber.. ich habe auch eben Heinz S. zugehört, der zu bedenken gibt, das ich ihn dann auch einfangen können muss.Klar,sonst treibst du den Teufel mit dem Belzebub aus :geist: nein,man darf es halt nicht überziehen,wobei ich auch denke,das Gewohnheit ein ebenso großer Faktor ist,.....und der läßt sich halt schwer beschleunigen. Ich würde,sobald ich merke,das der Hund seine Unsicherheit in Agg umsetzt anfangen,ihn ihn über Beute,(Evtl Ball etc.) oder über Lob da auffange und ihn wieder rauslocke und dann einfach weiter machen. Der Zeitpunkt,wie lange du das gewichtest ist glaub ich mitentscheident,nicht zu lange in einem Zwischenbereich bleiben,immer das Endziel im Auge halten.Wenn das passt,in der Ablage weiter machen. Probiers einfach,kannst ja jederzeit aufhören. Ne bessereIdee hätte ich jetzt auch nicht. LG Heinz - Steffi Broderius - 05-04-2016 Danke euch.. das wird noch ein Stück Arbeit... In der Zwischenzeit arbeiten wir auch weiter an unserer Sprungtechnik bei der Meter- Hürde.. möchte nicht immer ausgelacht werden für den Kasper weil er Bockspringen macht :-)) Ist halt ein Chaot.. - Nora - 05-04-2016 Ich hatte zwei schussscheue Hunde. Den einen vor dem Hundesport, da war ich schon froh, dass er nicht mehr weglief, wenn ein Auto einen Fehlzündung hatte. Dann mein erster Hund, ein Dobermann, den ich führte, er war 5 Jahre als ich ihn bekam, vorgearbeitet, aber ohne Prüfung, wegen Schussangst. Beim Fußgehen kein Problem, aber in der Dauerablage. Er kam dann zu mir. Gewöhnung versucht, klappte nicht. Mit Zwang versucht, klappte nicht. Mit 6 Jahren schafften wir mit Ach und Krach die SchH I und mit 7 Jahren die SchH II. Ich führte immer zuerst, wenn er dann in der Ablage aufstand, war ich halt die Punkte los, aber es reichte zum bestehen. Heute würde ich versuchen mit der Ballmaschine zu arbeiten. Maschine bei der Dauerablage aufhängen, hier das Platz üben und auslösen, die Platzzeit verlängern und immer später auslösen, so dass der Hund schön auf die Maschine fixiert ist. Später dann einen leisen Schuss auslösen und danach bestätigen, Zeit nach dem Schuss verlängern. Usw. usf. |