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Welches Trockenfutter füttert Ihr? - Druckversion +- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de) +-- Forum: Ernährung / Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=23) +--- Forum: Ernährung (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=24) +--- Thema: Welches Trockenfutter füttert Ihr? (/showthread.php?tid=5406) |
- Bine DSH - 09-12-2008 Hallo Claudia, warum kann man die Caniden im Zoo nicht mit den Haushunden vergleichen?? Die Frage ist durchaus ernst gemeint! Der Hund ist ein Fleischfresser, biologisch gesehen, und entsprechend ist eine Ernährung mit hohem Fleischanteil das Richtige für ihn. Er kann mit anderem überleben (manch einer sogar recht gut), aber es ist nicht wirklich artgerecht. Und instinktiv wissen die Tiere das eigentlich auch. Wenn bei uns in den Laden Welpen kommen, dann "bereichern" sie sich IMMER an den Fleischartikeln, die sie erreichen können (Blättermagen, Putenhälse - egal, was). Dabei wäre es viel leichter, an die Hundekekse zu kommen, die zur Selbstbedienung für die Herrchen und Frauchen da stehen. Ich jedenfalls habe seit 25 Jahren Schäferhunde. Meine erste Hündin (ein "Studentenhund") wurde mit Tischresten und billigen Schlachtabfällen ernährt. Sie war in ihrem Leben nicht einmal krank. Danach war ich monetär besser gestellt - meine darauf folgenden Hunde wurden alle mit teurem Premiumfutter gefüttert, man wollte ja alles richtig machen. Sie hatten alles mögliche: HD, ED, Autoimmunerkrankung, nochmal HD, nochmal HD... Vor sieben Jahren habe ich meine Fütterung auf roh umgestellt. Meine Hunde leben weitestgehend getreidefrei, bekommen selten mal etwas Trofu, hauptsächlich aber rohe fleischige Knochen, Pansen, Blättermagen etc. Damit habe ich sie auch großgezogen. Beide sind kerngesund und leistungsfähig, widerstandsfähig gegen Krankheiten (jedenfalls bisher) und haben super Röntgenaufnahmen. Es mag Zufall sein, aber vor allem auch meine Erfahrungen der letzten Jahre, in denen wir zur letzten Anlaufstelle für viele ziemlich verzweifelte Hundehalter geworden sind, die die teuersten Spezialfutter der Tierärzte durch haben und in ihrer Hilf- und Ratlosigkeit als letzte Lösung zum Frischfutter greifen, sagen mir, dass an der biologischen Einordnung als Carnivor wohl etwas dran sein muss! Ich halte nichts von missionarischem Eifer, man selbst sollte sich mit dem, was man füttert, auch wohl fühlen können. Aber ich denke nicht, dass wir den Hund biologisch unter die Rubrik Pflanzen- oder Allesfresser einordnen sollten, denn das entspricht schlicht nicht den Gegebenheiten. Daher wohl auch die vielen Pankreasinsuffizienzen, die Skeletterkrankungen, die Hauterkrankungen, die Magen-Darm-Erkrankungen... Manchmal fürchte ich, dass wir unsere Tiere (denn bei Katzen ist es noch viel dramatischer!) krank füttern! LG Bine - lusna - 10-12-2008 Hallo Sabine, warum schreibe ich "man soll Caniden im Zoo nicht mit Haushunden vergleichen"? Provokant: Soll man Affen mit Menschen bezüglich der Ernährung vergleichen? Die Caniden im Zoo und die Haushunde sind auch schon einige Generationen getrennt. Und wenn ich mir angucke wieviele Hundezüchter Trockenfutter füttern und trotzdem keine Einbussen bei der Fruchtbarkeit haben, dann scheint mir doch nicht alles vergleichbar zu sein. Muss es auch nicht - ich teile durchaus Deine Meinung, daß Haushunde Fleischfresser sind. Wenn man wie Du aufgrund persönlicher Erfahrungen ganz klar eine positive Bilanz der Frischfütterung und eine negative der Trockenfutterfütterung zieht, dann ist sehr verständlich - und ich finde auch nicht falsch -immer wieder zu versuchen die Frischfütterung als Optimum darzustellen. Ich habe derartige Erfahrungen bisher nicht gemacht. Habe aber bisher auch nur mit 4 Hunden zusammengelebt - und komme auf 25 Jahre Verfütterung von industriell hergestelltem Trockenfutter. Gruß, Claudia P.S. Meine Hunde werden übrigens auch Getreidefrei gefüttert ... - Gilette - 10-12-2008 Man kann nicht alle Caniden unter einen Hut packen, da gebe ich Claudia absolut recht! Schafe, Pferde und Kühe fressen ja auch nicht "das gleiche" Gras und auch unter den Körnerfressenden Vögeln gibt es grosse Unterschiede. Krass aber wahr natürlich auch der Affen/Menschen-Vergleich. Ähnlich bedeutet noch lange nicht gleich! - Antje - 10-12-2008 Gilette,index.php?page=Thread&postID=60020#post60020' schrieb:MKrass aber wahr natürlich auch der Affen/Menschen-Vergleich. Ähnlich bedeutet noch lange nicht gleich! ??? Die Ernährungspyramide wurde inzwischen umgeschrieben. Und so, wie sich sich heute darstellt, entspricht das in etwa der Ernährungsweise der Menschenaffen. Als Bais Blattsalate, Gemüse und Obst, auf der nächsten Stufe tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch/Mipros, Nüssen etc. Auf dem dritten Level folgen u.a. die Vollkorngetreideprodukte, und an der Spitze, als wenig empfehlenswert deklariert und nur sparsam zu dosieren, Weißmehlprodukte, Zucker, Alkohol etc. Es wird empfohlen ca. 75% der Ernährung insgesamt über pflanzliche Produkte zu gestalten. Mit der Kost bleibt auch ein Affe gesund... Grüße Antje - Bine DSH - 10-12-2008 Hallo Claudia, mal ganz abgesehen davon, dass Dein Vergleich Mensch/Affe mit z.B. Wolf/Hund massiv hinkt, und zwar, weil die Auseinanderentwicklung von Mensch und Affe schon sehr lange und nachhaltig stattgefunden hat (obwohl sich da ernährungstechnisch nicht wirklich soooo viel getan zu haben scheint, wie Antjes Beitrag zeigt), während Wolf und Hund evolutionär sich immer noch so nah sind, dass sie sich miteinander vermehren können! Aber vielleicht könnte man mir mal erklären, wo ernährungstechnisch bei den diversen Caniden (Fuchs, Wolf, Schakal, Hund etc) die Unterschiede liegen sollen? Wenn man mal von der Größe der Beutetiere absieht, die ja von der Größe des Räubers bestimmt wird??!! Nur, weil die Natur Fehlernährungen bis zu einem gewissen Grad verzeiht (schaut Euch doch nur mal bei den Menschen um!!), macht es die Sache nicht richtiger! Ein Hund ist ein Fleischfresser, entsprechend ist auch sein Verdauungssystem ausgelegt. Seine Magensäure ist hervorragend zur Verdauung von Fleisch und Knochen ausgelegt, sie ist ca. 7 mal saurer als die des Menschen. Dafür aber ist sein Darm zu kurz, um pflanzliche Nahrung, die nicht in irgendeiner Form vorbehandelt ist, zu verdauen. Pflanzenfresser haben oft mehrere Mägen und immer einen langen Darm, der sie befähigt, pflanzliche Fasern aufzuschließen und ihnen die Nährstoffe zu entnehmen. Ein Hund würde, wenn er überwiegend naturbelassene, pflanzliche Nahrung zu sich nehmen würde, mehr oder weniger verhungern. Große Mengen an Getreide in der Nahrung führen beim Hund zu Fehlfunktionen der Bauchspeicheldrüse, Reizdarmsyndromen, Hauterkrankungen u.ä. Die für den Hund schwer verdaulichen pflanzlichen Proteine belasten die Nieren und fördern das Auftreten von Niereninsuffizienzen. Auf diese Weise könnte man noch unendlich fort fahren... LG Bine - NinaD - 11-12-2008 Bine DSH,index.php?page=Thread&postID=60033#post60033' schrieb:Ein Hund würde, wenn er überwiegend naturbelassene, pflanzliche Nahrung zu sich nehmen würde, mehr oder weniger verhungern.Hallo Bine, deine Ausführungen entsprechen meiner bisherigen Überzeugung. Nun habe ich vorgestern jemanden kennengelernt, der seinen Hund vom Welpenalter an vegan (!) ernährt. Zuerst hielt ich das für einen klaren Fall von Tierquälerei, schließlich wird hier ein Carnivore wider seiner biologischen Natur ernährt. Nun ja, der Hund, ein Mischling, ist jetzt 17,5 Jahre alt und für dieses Alter erstaunlich vital und mobil. Die Besitzerin erklärte mir dann, dass ihr Hund nie ernstlich krank war und außerdem der älteste Hund der Welt, ein Border Collie namens Bramble, trotz oder gerade wegen (??) seiner veganen Ernährung sage und schreibe 27 Jahre alt geworden sei... Das entspricht den Tatsachen. Nach deinen Ausführungen dürften vegan ernährte Hunde so ein hohes Alter (und das auch noch weitgehend krankheitsfrei) gar nicht erreichen. Handelt es ich um Zufälle, dass ausgerechnet diese so ernährten Tiere so unglaublich alt geworden sind? Hat sich der Verdauungstrakt des Hundes velleicht doch schneller als angenommen an die neue Fütterung mit mehr oder weniger getreidehaltigem Trofu angepasst? Wie gesagt, ich bin selbst ebenfalls der festen Überzeugung, dass der Hund Fleisch will und braucht. Obwohl ich selbst seit Ewigkeiten Vegetarier bin, wäre ich nie auf die Idee gekommen und finde allein schon den Gedankengang irgendwie pervers, diese Form der Ernährung auf den Fleischfresser Hund zu übertragen. Mir gingen eben nur im Gespräch mit dieser Hundehalterin angesichts der Tatsache, dass ihr alter und veganer Hund putzmunter um mich herum schwänzelte, irgendwie ein bißchen die passenden Argumente aus für die These aus, dass der Hund Fleisch braucht und vegane Ernährung für ihn schädlich ist... :pf: LG Nina - lusna - 11-12-2008 Hallo Biene, der Mensch zeigt, daß schon 15.000 Jahre genügen, um perfekte Anpassungen an geänderte Nahrungsangebote möglich zu machen und die Minderheit, die diese Anpassungen nicht hat, als abweichend darzustellen. Trotzdem bleibt der Hund ein Fleischfresser. Aber die Tatsache, daß er mit unbehandeltem Grünzeug nicht so umgehen kann, wie ein Wiederkäuer, bedeutet noch lange nicht, daß er mit vorverarbeitetem "Grünzeug" nichts anfangen kann. Daß nicht auch er sich in den gut 130.000 Jahren, die er mit dem Menschen lebt - u.a. mit und von dem, was vom Tisch des Menschen an menschlicher Nahrung übrig blieb, verändert hat. Verändert gegenüber dem Fuchs, verändert gegenüber dem Wolf. Und wenn Barfer ihren Hunden Öl zum Futter geben - wo findet der wildlebende Canide das? Oder Quark? (Nicht falsch verstehen - ich zweifel nicht daran, daß das sinnvolle Zusätze zum Futter sein können.) Es gibt viele Pro's und Contra's. Ich bin auch dagegen meinen Hunden Futter vorzusetzen, daß zu 50% aus Futtermais oder Futterweizen besteht. Nichtsdestotrotz leben nicht wenige Hunde recht lange und recht gesund mit einer in Richtung "Omnivor" ausgerichteten Futtersituation. Und ich zumindestens bin bei unseren Rassehunden nicht der Überzeugung, daß der überwiegende Teil z. B. an Skeletterkrankungen auf die Ernährung zurückzuführen ist. Da gibt es auch noch andere Faktoren. Gruß, Claudia P.S. Im übrigen könnte ich, die ich Milch auch als Erwachsene sehr gut vertrage, durchaus (noch) ein Kind von einem Asiaten empfangen, dem Milch als Erwachsenen ziemliches Bauchgrummeln erzeugt. - Nur zur Klarstellung: Vor habe ich dieses Experiment nicht. - doghunter - 13-12-2008 Wage mal eine ketzerische Frage. Was kann an einer Ernährung mit "zum großen Teil aus Getreidebestandteilen bestehendem" Fertigfutter falsch sein, wenn etliche mir bekannte DSH trotz massiver Belastung durch Training, LGA, BSP, Deck - oder Wurftätigkeit, ohne ernsthafte Erkrankungen (kennen den TA nur zum impfen oder von Sportverletzungen) 12 - 14 Jahre alt werden? Ich füttere schon immer Trockenfutter und hatte bisher nie ein Problem mit den Sorten Mera Dog, Royal Canin, Arion und Josera - Léa - 13-12-2008 Aron1,index.php?page=Thread&postID=59387#post59387' schrieb:Ich bin bei Orijen hängen geblieben.Das sind wir für unseren Grauen jetzt auch. Wir haben gebarft und alles mögliche ausprobiert. Aber er hat stätig verweigert, schlecht gefressen, dann mal wieder gut und er war zu mager. Orijen frisst er sehr gut, verträgt es ausgezeichnet (was bei ihm echt ne Leistung ist, da er immer Probleme mit Dünnbraddel hat) und er nimmt endlich zu! Für den anderen Rüden und unsere Hündin verfüttern wir Happy Dog Naturcroq. Denn würde ich den beiden 40% Protein verpassen, würden die wohl explodieren. bezüglich Getreide & Fleischfresser; ich bin eigentlich auch für mehr Fleisch im Futter, anstatt alles mit Getreide voll zu stopfen. Aber ich muss das nehmen, was unser Armon frisst. Und selbst beim barfen hat er nicht vernünftig gefressen. Den hohen Getreideanteil finde ich im TroFu auch nicht toll, aber irgendwie kommt das bei den Herstellern wohl nicht in den Kopf, das ein Hund ein Fleischfresser ist - eigentlich. - Bine DSH - 15-12-2008 Hallo Uwe, was ist an der Frage ketzerisch??? Wie gesagt, die Natur ist geduldig und vielen Hunden geht es unter Trofu-Fütterung mit viel Getreide ok bis sehr gut. Keine Frage. Es ist aber so, dass ich jede Woche wieder in meinem Laden auf DIE Hunde stoße, die durch dies Futter wirklich sprichwörtlich krank geworden sind. Selbst da würde ich noch nichts sagen, wenn es nicht tatsächlich so wäre, dass nach einer Umstellung auf eine frische Ernährung (meist ohne großes Bohei wie Pülverchen, Tränkchen und Ölchen) es den Hunden binnen kürzester Zeit erheblich besser geht, oft bis zur vollständigen Genesung. Vorwiegend handelt es sich dabei um Hunde mit Hautproblemen, Pankreasinsuffizienzen oder Reizdarmsyndromen. Für etliche dieser Hunde waren wir letzte Anlaufstelle vor dem Haus, sie hatten ABs, Cortison und jede Menge teurer Spezialfutter durch, alles, was der Markt hergibt... Das, so kann ich nur sagen, macht wirklich sehr sehr nachdenklich... LG Bine |