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Fütterung bei körperlicher und geistiger Beanspruchung - Druckversion

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- Dürken - 04-10-2006

Hallo Petra,

danke für die ausführliche Erklärung - ich habe deshalb gefragt, weil ich nicht glaube, dass wir unsere Hunde im Sport überbeanspruchen - Hochleistungssport betreiben.
Darum glaube ich auch nicht, dass der Hund bei einer ausgewogenen Ernährung was Extra braucht.

Gruß Dürken


- Bettina Balters - 04-10-2006

Zitat:Original von Petra Janke
Sicherlich nichts Außergewöhnliches, aber ich habe dabei für mich einige interessante Beobachtungen gemacht, als ich anfing, ein klein wenig an der Art seiner Futterzusammensetzung „zu drehen“.

Das würde mich sehr interessieren, kannst Du es wenigstens ansatzweise in Worte fassen?


- Petra Janke - 04-10-2006

Hallo Bettina,

o.k., hier also ein paar meiner persönlichen Erfahrungen, wobei ich zunächst ein paar einleitende Dinge zu meiner Fütterung sagen muss:
Ich füttere grundsätzlich 2x am Tag, morgens die Obst/Gemüseration mit Joghurt, Öl etc., abends die Fleisch/Fisch-Ration. Beide Fütterungseinheiten versuche ich abwechslungsreich zu gestalten, so füttere ich u.a. verschiedenes Rindfleich, Geflügel, ab und zu Lamm und auch Fisch.
Getreide bzw. Getreideprodukte habe ich bislang eher selten verfüttert.

Folgendes habe ich verändert und meine, Verbesserungen bemerkt zu haben:

Die morgendliche Ration (Gemüse etc.) ist nach wie vor von der Menge her bedeutend geringer, als die abendliche Fleischration, mit leerem Magen lasse ich den Hund jedoch nicht „durchstarten“. Wenn ich ein Ausdauerprogramm vorhabe (z.B. ein länger andauerndes Fahrradtraining), hat sich bewährt, sehr weich gekochte Nudeln dem Gemüse beizumischen. (Den Tipp mit den sehr weich gekochten Nudeln, im Gegensatz zu den eher al dente gekochten, wie wir Menschen es i.d.R. bevorzugen, habe ich aus einem Forum für Leistungssportler). Diese „Nudelerfahrung“ hat mich am meisten überrascht, da ich der Fütterung von Getreide und Getreideprodukten doch sehr vorsichtig bis ablehnend gegenüberstehe. Meine ältere Hündin hat eine Getreideallergie und zudem weiß man ja, der Hund ist ein Fleischfresser...
Die abendliche Ration, an Tagen nach höherer körperlicher Beanspruchung, stelle ich aus Fleisch mit einem eher hohem Proteinanteil zusammen und habe aus diesem Grund auch den wöchentlichen Fischanteil erhöht.
Fett als kurzfristigen Energiespender gibt es ab und zu an Tagen, die eher von Kraft-, Schnelligkeitseinheiten gepägt sind.
Vielleicht noch interessant in diesem Zusammenhang:
Ich hatte eine Zeit lang meine ältere Hündin (bis auf die Nudeln, wegen ihrer Getreideallergie) genau so wie meinen Rüden gefüttert , da es mir leichter erschien, die gleichen Fleischsorten etc. aus dem Tiefkühlschrank zu holen und zuzubereiten. Meine Hündin absolviert jedoch mittlerweile –was die körperliche Belastung anbelangt- eher ein Seniorenprogramm, u.a. wegen sonst auftretender gesundheitlicher Probleme. Ihre Futtermenge ist zudem geringer, als die meines Rüden.
Nun, in dieser Phase habe ich bei ihr eine gesteigerte Aktivität und einen erhöhten Beschäftigungs-, Bewegungsdrang bemerkt. Landläufig sagt man wohl: „Es stach sie der Hafer!“
Da ich nicht glaube, dass so viel Energiezufuhr, die nicht durch Bewegung etc. verbraucht wird, auf Dauer gut tut, habe ich sie wieder auf die bisherige Fütterungsart umgestellt. Diese festgestellte Veränderung bei ihr fand ich jedoch sehr interessant.

Gruß
Petra


- Conni - 04-10-2006

Hallo Petra!
DAS kann ich allerdings bestätigen - ich habe auch eine Zeitlang getreidefrei gebarft und festgestellt, dass meiner Hündin dann wirklich der "Pepp" fehlt.
Sie macht zwar ihre Arbeit, okay, aber irgendwie wirkt sie trotzdem - wie soll ich sagen - "transusig"...? Wenn ihr wisst, was ich meine.
Seit ich das reine Gemüse/Fleisch-Barfen (+ Milchprodukte/Ei usw.) aufgegeben habe und sie wieder täglich ihre Getreideration kriegt, ist sie wesentlich agiler und hat ganz offensichtlich mehr "Lust" auf Arbeit.
An Getreide gibt es bei uns: Entweder ganz einfach altes Brot/Brötchen, oder große harte Hundekuchen, Haferflocken oder Flockenmischung zu den Milchprodukten usw.
(und... psst, bin kein Hardcore-Barfer... gelegentlich auch einfach mal eine Portion TroFu, das allerdings eingeweicht).
Ich habe mit dieser Art der Fütterung die besten Erfahrungen gemacht.


- Bettina Balters - 04-10-2006

Danke Petra, das war sehr interessant.

Nach Deinen Erfahrungen lassen sich die menschlichen Regeln - Nudeln / Getreide als kurzfristige gute Energielieferanten - ja wohl bestätigen. (BineDSH meinet ja, es ließe sich nicht übertragen).

Das entspricht auch dem, was ich vorher gehört habe: Nämlich der Empfehlung, dem Hund vor körperlicher Hochleistung Kohlehydrate zuzuführen.

Das Einzige was mich leider davon abhält, ist die Magendrehungsgefahr - ich habe bei meinen Hunden festgestellt, daß sie viel mehr gasen (pupsen), sobald Getreide egal in welcher Form gefüttert wird. Auch haben Ärzte nach MD's häufig Nudeln in den Mägen gefunden. Doggen sind da leider extrem anfällig für. Aber grundsätzlich werde ich Deinen sehr interessanten Erfahrungen gerne weitergeben.


- Bine DSH - 04-10-2006

Hi,

also ich konnte bei meinen Hunden nicht feststellen, dass sie mit Getreide agiler waren. Tatsächlich tendiert unser Jungspund dann eher zur Hyperaktivität. Mein Dreijähriger ist allgemein vom Naturell eher ruhig, aber wenn Arbeit angesagt ist, "brennt" er auch ohne Getreide. Und um so mehr, wenn er seine Energie nicht in Verdauung stecken muss. So ist meine Erfahrung.

LG

Bine


- Dürken - 04-10-2006

Zitat:Original von Bettina Balters
Danke Petra, das war sehr interessant.

Nach Deinen Erfahrungen lassen sich die menschlichen Regeln - Nudeln / Getreide als kurzfristige gute Energielieferanten - ja wohl bestätigen. (BineDSH meinet ja, es ließe sich nicht übertragen).

Das entspricht auch dem, was ich vorher gehört habe: Nämlich der Empfehlung, dem Hund vor körperlicher Hochleistung Kohlehydrate zuzuführen.

Das Einzige was mich leider davon abhält, ist die Magendrehungsgefahr - ich habe bei meinen Hunden festgestellt, daß sie viel mehr gasen (pupsen), sobald Getreide egal in welcher Form gefüttert wird. Auch haben Ärzte nach MD's häufig Nudeln in den Mägen gefunden. Doggen sind da leider extrem anfällig für. Aber grundsätzlich werde ich Deinen sehr interessanten Erfahrungen gerne weitergeben.

Versuch mal die Gabe von kohlehydraten und Fleisch komplett zu trennen - ich füttere im Augenblick eine Gemüseflocke zu (mit Getreide) jedoch bekommen meine Hunde nur entweder oder.
Keiner pupst ;-).

Gruß Dürken


- Conni - 05-10-2006

Ich füttere nicht direkt VOR dem Training, also nicht in dem Sinne von "vor körperlicher Anstrengung Kohlenhydrate", sondern hab eben im Ganzen die Fütterung so aufgebaut, dass generell auch Getreide dazu gehört.
"Extra" etwas für die körperliche Leistung gebe ich nicht.
@Bine:
Du kannst bei Deinem Hund NICHT feststellen, dass er durch Getreide agiler ist, sagst aber gleichzeitig, dass er dann eher zur Hyperaktivität neigt...? Na, eben... Big Grin
Wobei es sicherlich wenig sinnvoll ist, einen Hund, der ohnehin schon "im oberen Drehzahlbereich" läuft, noch zusätzlich aktiv zu machen.
Für meine eher ruhig Hündin ist es genau richtig.
Das zeigt aber ja mal wieder, dass die individuelle Fütterung doch mal eines Nachdenkens wert ist - nicht immer ist es mit einfach Tüte auf und fertig getan bzw. ideal.
Jeder so, wie er es braucht... :dh:


- Bine DSH - 05-10-2006

Hallo Conni,

Hyperaktivität hat für mich nichts mit ausgeprägterer Leistungsfähigkeit zu tun Big Grin.

Meine Hunde sind psychisch - wenn sie gesund sind - eigentlich immer arbeitsbereit. Mit der Fütterung will ich ja ihre körperliche optimale Voraussetzung schaffen - Ausdauer, Schnelligkeit. Und da habe ich für mich eben festgestellt, dass die Hunde besser klar kommen, wenn sie nur eine leichte Fleisch- und Knochenmahlzeit ein paar Stunden vorher bekommen haben. Getreide füttere ich allgemein nicht mehr.

LG

Bine


- Bettina Balters - 05-10-2006

@ Dürken: Spielt keine Rolle - hab's auch versucht mit "pur" füttern. Ich denke, die Anfälligkeit meiner Rasse für Magendrehung muß je irgendwoher kommen - vermutlich ist das gesamte Verdauungssystem von denen einfach anfälliger.

@ All: Hab mich nochmal erkundigt, mein Wissensstand: Kohlehydrate zufüttern für kurzfristigen Energieschub - bei langfristigen Angelegenheiten Fette.