Zitat:Original von Bine DSH
Hallo Honig,
nur kurz, weil ich jetzt zur Arbeit muss :w:
Ich bin der Meinung, dass man mit pflanzlichen Kohlenhydraten keine tierischen Produkte "imitieren" kann. Getreide wird eigentlich nicht einmal von Kühen gefressen - die meisten Beutetiere fressen Gras und Kräuter. Getreide belastet die Pankreas - eine Tatsache, der wir mit zunehmenden Pankreasinsuffizienzen Rechnung tragen!
Kennst Du Juliette de Bairacli-Levy?
Sie füttert (und empfiehlt) immer noch erstaunlich viel Getreide - wahrscheinlich, weil sie Windhunde gezüchtet hat, die ja beispielsweise in der Wüste fast ausschließlich mit Getreidebrei und Milch ernährt werden, genau wie britische Hütehunde - bekannte Züchter von Hütehunden in England schwören auf Milch-Getreidebrei, da gibt es kaum Fleisch.
Pankreas-Probleme sind bei sehr vielen Rassen fast unbekannt (gerade auch die oben genannten!!!), der DSH ist meines Wissens dagegen sehr häufig betroffen.
Ich glaube nicht, dass man Getreide bzw. Getreideflocken grundsätzlich für Pankreas-Probleme verantwortlich machen kann, ich denke eher, es ist die verarbeitete Form von Getreide im Trofu - und auch ein Teil Veranlagung.
Einen gesunden Hund kannst Du auch mit Getreide nicht pankreas-krank füttern - einem pankreas-kranken Hund gehts ohne Getreide viel besser (genau wie einem Hund mit HD, ED, Arthrose usw.).
Davon mal ab - Vollkorn-Haferflocken beispielsweise geben dem Darm etwas Arbeit, wie es beispielsweise Fell oder Federn auch tun würden. Eben weil sie nur zum Teil verdaut werden bzw. schwerer verdaulich sind.
Selbst Schlittenhunde im ewigen Eis, die fast ausschließlich von Fisch und Resten aus dem Robben- und Walfang ernährt werden, haben unverdauliche Bestandteile im Futter (z.B. Gräten, Robbenfell), obwohl sie Getreide gar nicht kennen. Die wiederum fressen mit Sicherheit wesentlich weniger Kalzium als sie eigentlich bräuchten...;-)
Zitat:Das Problem bei den meisten Kalziumprodukten ist, dass die anderen Mineralien, die im Knochen enthalten sind und an die das Ca sich binden kann, um ausgeschieden zu werden, schlicht fehlen!
Der frühere Futterkalk bestand aus Knochenmehl - Kalzium in seiner natürlichsten Form mit sämtlichen anderen, in Knochen enthaltenen Mineralien.
Zitat:Ich habe auch nicht gesagt, dass meine Hunde NICHTS ausser RFK bekommen - aber sie machen den Löwenanteil aus. Wobei sie wirklich sehr fleischig sind... Wenn ich aber so manch einen Barfer-Futterplan sehe, findet man da fleischliche und pflanzliche Produkte in gleichen Mengen. Das halte ich für einen Fleischfresser für unausgewogen.
Richtig. Deshalb schrieb ich ja auch, 80-90% tierische Bestandteile in der Nahrungszusammensetzung.
Aber halt insgesamt höchstens ca. 50% RFK. Dazu gehört ja auch beispielsweise Kalbsbrustbein, das auf 100 gr. über 10.000 mg Kalzium hat. Kalbs- oder Ochsenschwanz ist auch nicht viel "günstiger" vom Kalziumgehalt.
Bei RFK in erster Linie von Geflügel sieht es anders aus, Hühnerhälse, Karkassen, Putenhälse etc. haben nicht so viel Kalzium. Da könnte man ruhig mehr füttern.
Zitat:Aber wie gesagt, jeder wie er mag, so lange es dem Hund dabei gut geht. Ich kenne welche, die haben ihr ganzes Leben nur von Rinderherz und Hundeschokodrops gelebt -w- und denen geht es blendend :?:!
LG
Bine
Tja, das ist, was ich meine - der hundliche Organismus ist erstaunlich anpassungsfähig.
Allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, dass es oft recht kalziumarme Ernährung ist, die Hunden anscheinend doch gar nicht so schlecht bekommt.
Zitat:Wie BineDSH schon sagte: Bei natürlichem Kalzium sieht es anders aus.
Das Synthetische Zeug ist auch in Form von Vitaminen gefährlich. Die werden u. U. genauso zwangsresorbiert wie synth. Kalzium. Es ist eben doch nich egal, ob natürlich oder künstlich hergestellt.
Wie ich bereits schrieb - der frühere Futterkalk bestand aus Knochenmehl.
Auch das berühmte "Vitakalk" ist nicht synthetisch hergestellt, es ist anorganisch, wie aber auch beispielsweise Eierschalen.
Bei gewissen Vitaminen, die fettlöslich sind, kann auch ein natürliches "zuviel" nicht ausgeschieden werden.
Es ist ein Unterschied, ob Du einen erwachsenen Hund oder einen Welpen fütterst, da erwachsene Hunde ein zuviel an Kalzium besser ausscheiden können.
Wobei ich persönlich glaube, einen gesunden Hund kann man kaum kaputt füttern mit zuviel Kalzium. Allerdings habe ich auch da schon etwas anderes gesehen.
Wie Bine schon sagte - jeder, wie er mag. Aber so grundsätzlich grobe Bedarfswerte sollte man schon im Hinterkopf halten - so ganz grob...;-)
Und abwechslungsreich füttern mit Milchprodukten, Ei, Gemüse, Obst, Honig und auch Getreide zu einer Fütterung, die ansonsten zu 80-90% aus Fleisch und RFK besteht, ist mit Sicherheit nicht verkehrt.
Genauswenig ist es verkehrt, RFK nicht ZUVIEL zu füttern. Bei 50% RFK bleiben noch ca. 30-40% der Ration z.B. für Pansen, Innereien, Muskelfleisch (Kopffleisch, Lefzen).