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Voraus
#1
Hallo,
ich habe ein kleines Problem mit dem "Voraus" Der Rotti meiner Tochter ist ein arbeitswilliger kleiner Rüde. Er arbeitet wirklich sehr gern , nicht wie mach anderer Rotti, er schaut sie ununterbrochen beim Arbeiten an. Ich übertreibe nicht, ihr solltet ihn sehen( einige haben ihn in Torgau zur LM Sachsen im SGSV gesehen, er war "Füllhund"). Er hat zur Zeit die VPG 1.
Nun haben wir das Problem mit dem Voraus. Entweder geht er langsam, oder nicht in gerader Richtung oder er legt sich nicht bzw. sehr langsam oder er kommt einige Schritte zurück. Wir haben schon fast alles probiert (auch lange genug) aber sicher noch nicht alles (sonst würde es ja klappen). Der Rotti st auch keine Kreutzung zwischen Dummheit und Faulheit (um einigen "gutgemeinten "Ratschlägen vorzugreifen),er abreitet triebig und gern.
Wer kann mir hier mal einen Rat geben?Ich arbeite nicht erst seit gestern mit Hunden aber langsam gehen mir die Ideen aus.
Für ernsthafte Ratschläge wäre ich euch dankbar.
Danke
Mfg
Lutz
Der Hund hat das Wolfsrudel verlassen; das Wolfsrudel verläßt den Hund nie.
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#2
Hallo Lutz,

wie habt ihr das Voraus aufgebaut bei dem Hund?

Ich baue das Voraus folgender Maßen auf:

Beißwurst am Galgen und wichtig dabei natürlich: DER GALGEN MUß AM PLatzende sein. Das wird oft vernachläßigt. Damit sicher ich mir aber das schnelle Voraus bis zum Platzende ab und der Hund verlangsamt sein Thempo nicht, weil er meint die Bestätigung schon früher zu erwarten.

Erste Schritte dabei: Zweitperson, welche dem Hund die Beißwurst zeigt.
Dies ein paar mal gemacht, weiß der Hund dass die Beißwurst draussen hängt.
Später wird die Beißwurst platziert, bevor der Hund zur Unterordnung geholt wird. (bei der Prüfung habe ich auch niemand der ans Platzende läuft. Der Hund muß verknüpfen, dass da immer eine Bestätigung zu haben ist.

Das Platz mache ich dann ohne Beißwurst am Platzende und die Bestätigung kommt vom Hundeführer. Der Hund soll verknüpfen, dass wenn das Kommando Platz kommt er über den Hundeführer zur Beißwurst kommt. Von 10 mal Voraus, mache ich maximal 1 mal das Kommando Platz.
Vorarbeiten beim Gassi ist das Platz machen aus dem Trieb. d.H. Ball oder Beißwurst werfen Hund hinlaufen lassen und bevor der Hund am Ball ist ins Platz befehlen. MAcht der Hund die Aufgabe nicht korrekt, unterbreche ich dies mit dem Kommando nein.
Mein Hund weiß dann , dass das was ergerade tut nicht korrekt ist.

Das lernen die Hunde sehr schnell und können ohne Probleme damit umgehen.

Viel Erfolg Gruß Freddy
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#3
Hallo Freddy
wir haben das Voraus so ähnlich aufgebaut. Nur die Beißwurst nicht am Galgen sondern am Boden. Da kommt er natürlich ran, auch ohne sich zu legen. Ist natürlich dann auch eine Verknüpfung, wenn auch keine gewollte.
Gehst du mit deinem Hund zum Platzende und gibst ihm dort das Signal "Platz" oder schickst du ihn?
Danke Lutz
Der Hund hat das Wolfsrudel verlassen; das Wolfsrudel verläßt den Hund nie.
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#4
Hallo Lutz,
wichtig für das schnelles Voraus ist, dass die Beißwurst nicht auf dem Boden liegt (nicht gewolltes suchen) sonder am Galgen und am Platzende damit der Hund lernt immer, egal was auch ist immer nur am Platzende ist die Bestätigung.

Beim Platz (Voraussetzung ist allerdings dass das Platz auch auf Distanz schon sitzt - das lerne ich nicht auf dem Übungsgelände, sondern beim Gassi) Ich gehe mit dem Hund auf 10-15m bis Platzende mit schicke den Hund voraus und in gutem Glauben des Hundes die Beißwurst zu finden kommt das Kommando Platz. Liegt der Hund Platz gehe ich hin und dann freue ich mich mit meinem Hund wie ein kleines Kind über einen Schokoriegel und spiele mit der Beißwurst.
Der Hund soll unterscheiden lernen, das Platz bedeutet Spiel über mich und kein Platz Kommando bedeutet bestätigung durch die am Galgen hängende Beißwurst.

Viel Erfolg
Freddy
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#5
Hallo nochmal.
ja Danke. Ich werde es mal testen(natürlich nicht nur einmal). Vielleicht gibt es noch mehr Tipps.
Danke
Lutz
Der Hund hat das Wolfsrudel verlassen; das Wolfsrudel verläßt den Hund nie.
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#6
Hallo, Lutz,

ich baue das Voraus mit „unsichtbarem“ Objekt auf (bevorzugt mit Ball). Es liegt – je nach Platzverhältnissen – versteckt hinter einem Baum oder im Gras. Der Hund ist somit stets in Erwartungshaltung und gerät nicht in Abhängigkeit von einem sichtbaren Lockmittel.

Anfangs mache ich viel Trieb auf das Objekt, der Hund darf zuschauen, wie es versteckt wird und es dann auf direktem Weg holen. Die Entfernung wird dabei sukzessive vergrößert. Wenn der Hund begriffen hat, dass hier immer etwas liegt ist, kriegt er das Objekt vorher nicht mehr zu sehen.

Dann wird das Angehen mit eingebaut.

Schließlich wird das „Platz“ (das er schon separat auf Distanz gelernt hat) erst einmal auf kurze Entfernung eingeführt. Dazu wird der Hund geschickt und muss sich einige Meter vor dem Objekt auf Kommando hin legen. Zur Bestätigung wird er sofort wieder freigegeben (Arm hoch und „Hol´s“), darf dann zum Objekt hin rennen und es sich holen. Sukzessive wird die Entfernung wieder vergrößert.

Dann folgen verschiedene Variationen der Übung, um den Trieb und das Tempo zu fördern, aber auch den Gehorsam auszubauen (mal schicke ich den Hund ohne Platz durch, mal lege ich ihn Platz und lasse ihn dann das Objekt holen, mal gehe ich zum Hund und schicke ihn nach dem Aufsitzen zum Objekt, mal hole ich ihn ab und bestätige mit Ball aus der Tasche). Neigt der Hund dazu, sich selbstständig aus dem Platz zu erheben und zum Objekt zu rennen, lege ich nichts mehr hin, bis der Gehorsam wieder funktioniert.

In der Endstufe mache ich das komplette Voraus ohne verstecktes Objekt. Die Bestätigung kommt dann direkt nach dem Platz von mir vom Startpunkt aus (sofortige Freigabe mit „Jawohl“ und Ballwurf). Wenn ich aber, statt aktiv zu werden, kurz mit herunter hängenden Armen am Startpunkt verharre, weiß der Hund, er muss zum Abholen liegen bleiben.

Übers Jahr trainiere ich überwiegend die Triebvariationen, vor Prüfungen mehr die Endstufe, um wieder den Gehorsam zu fixieren.

Gruß, Andrea
Die Achtung vor der Eigenart des Tieres ist die Grundlage für eine Freundschaft mit ihm. (A. Buckowitz)
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