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kommt jetzt der Schutzhund raus???
#1
Hallo erstmal an Alle,

ich bin neu hier und bräuchte mal einen Rat von „erfahrenen“ Schäferhundhaltern.

Ich habe seit einem halben Jahr einen altdeutschen Schäferhund.
Der Hund ist jetzt fast 2 Jahre und ein Rüde. Ich habe den Hund von einem Bekannten bekommen, der seit Jahren erfolgreich Hundesport (Schutzhunde) betreibt. Da der Hund für diesen Sport wohl zu sensibel (lieb) war, hat der Bekannte Ihn dann schweren Herzens mir gegeben. Der Hund hat sich seit dem an meine Freundin und mich sehr gewöhnt und wird auch immer zutraulicher (streicheln und schmusen etc.).
Mein Problem ist, dass der Hund jetzt schon mehrfach versucht hat andere Personen zu beißen.

Das erste Mal ist eine Bekannte zu uns nach hause gekommen, die der Hund vorher noch nie gesehen hat. Als diese meine Freundin umarmte, wollte der Hund Sie beißen. Wir dachten der Hund wollte meine Freundin nur beschützen und passten seit dem besser auf so etwas auf.

Beim zweiten Mal wollte sich eine andere Bekannte den Hund im Dunkeln anschauen. Sie beugte sich über den Hund und packte Ihn dabei mit beiden Händen um den Kopf. Auch das fand der Hund wohl nicht so toll und wollte beißen. Diesmal waren wir jedoch darauf eingestellt und hatten den Hund schon vorher festgehalten. Warum er diesmal beißen wollte verstehen wir nicht, da er nicht davon ausgehen konnte, dass die Bekannte uns was tun will. Aber vielleicht war es dem Hund ja auch nur unangenehm, dass eine Fremde Person Ihm im Dunkeln so nahe kommt? Seit dem Tag lassen wir keine Fremden Leute mehr an den Hund!

Nun kommt aber das schlimmste: Gestern wollte meine Nachbarin den Hund streicheln und beugte sich auch so über Ihn. Der Hund kennt meine Nachbarin und weiß genau das Sie auch zu seinem Umfeld gehört, trotzdem wollte er auch Sie beißen!
Der Hund ist aber bei meiner Freundin und mir super lieb!

Liegt das Verhalten vielleicht an der Schutzhund Ausbildung? Bekomme ich das ganze irgendwie wieder aus dem Hund raus? Der Hund ist mir wirklich sehr wichtig und ich will Ihn nicht wegen so etwas abgeben müssen.

Danke für jeden Ratschlag im Voraus!

Gruß Hogan
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#2
Hallo Hogan,
am besten bittest Du Deinen Bekannten um Hilfe da er den Hund ausgebildet und groß gezogen hat.
Er kann Dir am besten helfen.
Solange Ihr das Problem nicht im Griff habt würde ich den Hund aus Sicherheitsgründen nicht mehr anfassen lassen.
Gruß Caroline.
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#3
Hallo Hogan,

ich denke nicht, dass es mit der Schutzhundausbildung zu tun hat, sondern halte dies Verhalten bei einer bestimmten Art von Hunden für ziemlich normal.

Grundsätzlich finde ich es eine dumme Angewohnheit, jeden Hund anfassen, streicheln und, im schlimmsten Falle, auch noch umarmen zu müssen. Auch ein Hund hat, wie der Mensch, eine Individualdistanz, die er nicht unterschreiten lassen möchte. Viele Hunde ertragen die Respektlosigkeiten der Menschen klaglos - andere setzen sich zur Wehr.

Sorgt dafür, dass Fremde (dazu gehören auch Menschen, die der Hund ja eigentlich nur flüchtig kennt), dem Hund den ihm gebührenden Respekt erweisen und eine gesunde Distanz wahren, dann ist schon mal der erste Schritt getan. Ich sorge grundsätzlich dafür, dass Leute meine Hunde nicht anfassen, es ärgert mich eigentlich sogar maßlos, wenn sie das tun. Ich will auch nicht von jedem angegrapscht werden!!! Und ich sage das dann auch deutlich Big Grin.

LG

Bine
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#4
Hallo Hogan,

dieses Verhalten wird nicht in der sportlichen Schutzhunde-Ausbildung begründet liegen, sondern es wird vielmehr der dafür Grund sein, warum der Hund mental für diese nicht geeignet ist.

Dein Hund besitzt das, was man "dünne Nerven" nennt. Dadurch liegt seine nervliche Belastbarkeit sehr niedrig.

Sich über einen Hund zu beugen ist eine Dominanzgeste. Ein mental starker Hund steckt so etwas weg, der wartet in so einem Moment, in dem sich ein Fremder ihm gegenüber diese Frechheit erlaubt, erst einmal ab. Ein mental schwacher Hund reagiert in solch einem Moment über, da er sich ernsthaft bedroht fühlt.

Der gleiche Fall entsteht, wenn er glaubt für ihn überlebensnotwendige Ressourcen schützen zu müssen. Z.B. seine Rudelmitglieder. Ein mental starker Hund beobachtet es gut, wenn ein Rudelmitglied von Fremden "betatscht" wird, ob vielleicht eine Gefahr für dieses Rudelmitglied und somit für das genaze Rudel, also auch ihn, vorliegt. Der mental schwache Hund versucht sofort seine Ressourcen zu schützen und regagiert dabei über.

Wer einen solchen Hund besitzt sollte für die entsprechenden Umweltbedingungen sorgen. Dazu gehört u.a., dafür zu sorgen, daß sich Fremde gegenüber dem Hund bzw. in seinem Umfeld richtig verhalten. Sorry, kein Fremder hat sich über meinen Hund zu beugen und diesem den Kopf mit beiden Händen zu fixieren! Egal wie stark oder schwach mein Hund mental ist. Was soll denn so ein Blödsinn?

Stell solch ein Verhalten bei Deinen Freunden und Bekannten, die mit dem Hund iN Kontakt kommen, ab! Wenn das aus Uneinsicht eines Einzelnen nicht funktioniert, dann mußt Du Besuch und Hund in solchen Fällen eben trennen. Das ist Besser für die Unversehrheit Deiner Freunde/Bekannten, für Deine Nerven und vor allem für die nerven Deines Hundes.

Im gewissen Rahmen kannst Du die nervliche Einschränkung Deines Hundes durch Dein Verhalten kompensieren. U.U. sogar so weit, daß Du damit dieses Problem vollständig beseitigen kannst. Dafür muß sich Dein Hund aber auf Dich verlassen können, Dein Verhalten muß für ihn berechenbar sein. Du mußt ganz souverän auftreten, Deinem Hund und Deiner Umwelt gegenüber. Dafür wäre es am besten, wenn Du Dich in die Hände eines guten Trainers begibst.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#5
Hallo Hogan
Ich sehe das alles ganz genau so wie Bine,ich hab nur noch einen Zusatz:
Erkundige dich mal genauer über die Blutlinie deines Hundes,denn meistens können Parralelen zu den Vorfahren gezogen werden.

Grüsse,Michael
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#6
Zitat:Beim zweiten Mal wollte sich eine andere Bekannte den Hund im Dunkeln anschauen. Sie beugte sich über den Hund und packte Ihn dabei mit beiden Händen um den Kopf.

...bei aller Liebe....sowas gehört sich nicht...

Solche Situationen würde ich von vorneherein nicht zulassen,bei keinem meiner Hunde, nicht einmal bei meinem knapp sechs Monate altem Jungen...

Und bevor ne Freundin nochmal so begeistert begrüßt, leg den Hund vorher auf seinen Platz oder laß ihn absitzen.......auf jeden Fall sollte man ihn nicht überraschen......
Fair geht vor....
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#7
Zitat:Original von Michael L.
Erkundige dich mal genauer über die Blutlinie deines Hundes,denn meistens können Parralelen zu den Vorfahren gezogen werden.
Hä? Der gute Mann hat keinen blassen Schimmer von Hunden und soll dann anhand von "Blutlinien" Erkenntnisse erlangen? Oder meintest Du "Blutspuren"?
-w-
MfG
Maik
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#8
Dass, ein Hund der sich bedroht fühlt und um seine Existenz bangt auch wehrt ist wohl ganz natürlich. Da kann auch ich mich nur den Vorgängern anschliessen.
Ich sehe aber auch was durchweg positives in Deinem Schreiben. Dein Hund hatte dreimal die Möglichkeit zu beissen hat es aber nicht getan. Und glaube nicht Du wärst auch nur ansatzweise schnell genug das zu verhindern. Hätte er wirklich gewollt, hätte er auch gekonnt. Vor allem die Situation wo er am Kopf gehalten wurde und noch überbaut wurde. So fixe sind wir alle nicht. Er hat also lediglich sehr deutlich gesagt,
dass ihm diese Situation unangenehm ist.

Das grösste Problem wird wohl nun erst mal sein, dass Du Dich selbst total verrückt machst. Sobald sich Fremdpersonen nähern, wirst Du nervös und hast Angst, dass sich der Vorfall wiederholt. Du wirst die Leine kurz nehmen und verkrampfen und Deinen Hund durch Dein Verhalten noch mehr verunsichern und den nächsten Vorfall noch forcieren. Auch ganz normal und bei unerfahrenen Hundebesitzerin recht oft zu sehen.
Wurstel Dich da nicht alleine durch. Such Hilfe auf nem guten Hundeplatz mit kompetenten Ansprechpartnern.
So hab ich das damals auch gemacht. Hatte auch so einen Spezialisten. Der ging an 99 Leuten vorbei und den nächsten wollte er fressen. Von fremden Rüden ganz zu schweigen. Ein Raufer vor dem Herrn!
Habe dann auch auf dem Hupla nach Hilfe gerufen und wurde erhört Big Grin
Wir haben damals angefangen mit Schutzdienst. Und ich habe gelernt meinen Hund in allen Trieblagen zu regeln. Das hat mir Sicherheit gegeben und heute reicht ein "nicht mal dran denken" und der Fall ist erledigt.
Der Schlüssel bist Du und nicht der Hund.

a liabs Griaßle
ute
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#9
Lieber Hogan,
du solltest Dir vielleicht mal ein paar Bücher über Hunde im Allgemeinen und Gebrauchshunde im Besonderen zu Gemüte führen. Das wird der erste Schritt in die Richtung sein, Deinen Hund verstehen zu lernen.

Ein Hund ist ein liebenswürdiges Geschöpf und kein Auto welches man zu jeder Tages- und Nachtzeit an- oder ausschalten respektive begutachten lassen oder vielleicht auch noch ausleihen kann.

Oder erkundige Dich mal in einem ordentlichen Verein.

Grüße - Andrea

PS: Das ist nicht böse gemeint und auch kein Schuß gegen Anfänger. Mir tut nur der Hund leid.
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#10
Danke für Eure guten Ratschläge,

werde am Wochenende erstmal einen Schäferhundverein besuchen.
Ich bin zwar vielleicht kein Schäferhund-Experte, bin aber schon mit Hunden groß geworden. Also liebe Andrea, warum dir mein Hund leid tut, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. So gut wie er es bei mir hat, hatte er es vorher bei meinem Bekannten nicht. Aber wenn ich alles wissen würde, hätte ich mich nicht an Euch gewannt. Das was Akido geschrieben hat, scheint ein ganz guter Ansatz zu sein. Denn seitdem der Hund einmal beißen wollte, sind meine Freundin und ich wirklich immer sehr angespannt wenn Fremde sich dem Hund nähern. Als wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht hatten und locker in dieser Beziehung waren, ist auch nie etwas passiert.
Also noch mal danke an Euch Alle, Ihr habt mir sehr geholfen...

Gruß Hogan
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