Ich glaube, die Ablehnung der Praktik der Zuteilung von LR liegt in der Angst vor dem Unbekannten begründet. :whistling:
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich die meisten der Bedenken wohl wegfegen. Es ist alles eine Frage der Organisation. In meinem Landesverband (SGSV LV Sachsen, 15 LR) wird es so gehandhabt:
Im Oktober/November eines jeden Jahres gehen (meist gebündelt über die Kreisgruppenvorsitzenden) die Wunschtermine der Vereine für das kommende Jahr beim LV-LRO ein. Im Dezember teilen die LR ihrerseits die bereits feststehenden Termine, an denen sie
nicht einsatzbereit sind, dem LRO mit. Dieser erarbeitet anhand dessen den Veranstaltungsplan bis Ende Januar und teilt per Mail jedem LR seinen voraussichtlichen Einsatzplan mit. Bei der im Februar stattfindenden LR-Tagung werden dann noch einmal öffentlich Termine untereinander getauscht, wenn sich bis dahin noch irgendwelche Überschneidungen (z.B. wegen eigener Prüfungsteilnahme oder Änderung des Jahresurlaubtermins etc.) ergeben haben. Der LRO überprüft dabei anhand seiner Unterlagen, dass es dadurch nicht zu einer Häufung der Einsätze eines LR bei einzelnen Vereinen kommt. Manchmal komme ich mir vor wie auf einem türkischen Basar.
Jeder LR bekommt hierbei höchstens mit, wo sein rechter und linker Sitznachbar richtet, wenn er auf deren Zettel linst. Außerdem noch die Änderungen. IdR. weiß ich danach nicht einmal, wer in meinen eigenen Verein kommt. Man könnte fragen. Macht aber keiner, weil es eh nicht zu ändern ist.
Der Einzige, der einen vollständigen Plan hat, ist der LRO.
Ich bin nicht zur Verschwiegenheit verpflichtet worden. Wenn mich bei einem zufälligen Treffen mit einem Mitglied aus einem Verein, in dem ich im Laufe des Jahres richten soll, jemand fragt, ob ich bzw. wer denn komme, kann ich es machen wie früher mit den "geheimen Zetteln" in der Schule. Ja, Nein, vielleicht (ich weiß nicht).
Der LRO teilt möglichst so ein, dass die Fahrstrecke für den LR nicht unnötig lang wird. Bei mir lag sie in den letzten Jahren zwischen 20 und 150 km. Ich wüßte nicht, dass ich einmal länger als 1,5 Stunden unterwegs gewesen wäre.
Da ich also bereits im Februar weiß, an welchem WE ich wo richten soll, kann ich gut planen. Sagt ein Verein eine Prüfung ab, bekomme ich vom LRO Bescheid. Bei kurzfristigem Ausfall eines LR kann der LRO in dem Fall nach Rücksprache auf den LR einer abgesagten Prüfung zurück greifen. Oder man tauscht mit einem andern LR und läßt es vom LRO absegnen.
Fristschutzantrag wird von den Vereinen vier Wochen vor dem Prüfungstermin gestellt. Mit dem bestätigten Fristschutz wird dem Verein der eingesetzte LR mitgeteilt.
Es kann also nicht sein, dass ich heute vom LRO angerufen werde und am Samstag in Verein X aufschlagen
muß. Wenn nötig, kommt höchstens eine Anfrage, ob es denn bei mir geht. Dann habe ich immer noch die Optionen auf Ja oder Nein.
Klar gibt es auch bei mir Vereine, wo ich nicht so gern hin fahre. Im Gegenzug müssen aber auch die Vereine, die vielleicht lieber jemand anderen hätten, mit mir leben. Für diese Leute ist es genauso wie für mich eine freiwillige Freizeitaktivität. Ich kenne es nicht anders und habe kein Problem damit.