Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Aufdrehen
#11
Es kommt drauf an, wie gut die Automatisierung drin ist, also wie intensiv man das trainiert. So nebenbei geht es sicher nicht. Ich kannte aber Teams, die hart am gleichen Problem gearbeitet haben und das erfolgreich. Und da ging es nicht um einen bärenstarken Mann mit einem vielleicht 50 Kilo Hund, sonderm um zierliche Frauen mit 80 Kg Rüden die nicht durch die Unbefangenheit kamen.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
Zitieren to top
#12
[quote='Astrid','http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25564-Aufdrehen/?postID=175515#post175515'
...bis auf die Hunde, die "Prüfungsschlau" werden. ALLE Umstände kann man nicht üben und schnell kriegt der Ein oder Andere raus, wann Cheffe nix "sagen" kann.[/quote]
Astrid, sollte das an der Intelligenz der Rasse liegen :i_
Zitieren to top
#13
Nur daran Burkhard, woran sonst? :zensiert:
VG Astrid

Man lebt ruhiger, wenn: - man nicht alles sagt, was man weiß, - nicht alles glaubt, was man hört und - über den Rest einfach nur lächelt.
Zitieren to top
#14
Ich kenne das Problem von meinem ersten Rüden, meine Erfahrungen sind folgende:
- der Hund ist nicht Prüfungsschlau, er riecht einfach unsere geänderte Hormonausschüttung
- Futter kann die Situation verschärfen
Was kann man trainieren, nicht viel.
Gehen wir mal von einem ganz normalen Anlernen von Verhalten aus, der Hund soll, wenn es eng wird den HF anschauen.
Das kann man sehr gut trainieren, zu Hause, im Garten, mit dem Nachbarhund, auf dem Hundeplatz, im Umfeld einer Prüfung usw.
Aus meiner Erfahrung funktioniert das prima, das einzige was fehlt ist der Hormonhaushalt des HF, und schon ist der Hund bei einer echten Prüfung wieder in seiner alt bekannten Situation. Natürlich wird es viele Hunde geben, die in diesem Moment das erlernte Verhalten zeigen, aber ich weiß auch dass es Rappels gibt die da sehr sensibel reagieren, die Stresssituation des HF wahr nehmen und im alten Verhalten landen. Und je öfter das Problem auftritt je nervöser sind wir als HF, eine doofe Spirale.
Mir und meinem Hund hat eine Reizüberflutung ausgereicht um das Problem für immer zu vergessen.
Ich war zu einer Ausstellung, auf einem großen Pferdegut (kennst Du vielleicht, ist in Neustadt Dosse).
Irgendwann musste ich meinen Hund holen, in diese Halle voller Hunde ... Stress pur für uns zwei.
Dann war ich auch noch zu früh, so musste ich warten, mein Hund und ich drehten völlig am Rad, nach einer halben Stunde waren wir völlig fertig :-)
ich konnte mich nicht mehr aufregen und war es leid ihn von einer riskanten Situation in eine andere zu zerren. Die noch kommende Vorstellung meines Hundes war mir schon völlig egal, konnte ja nur noch schief gehen.
Also könnte man sagen, meine Gefühlshaushalt hatte von " voll nervös und angespannt " auf " Resignation " gewechselt ... und was macht mein Hund, er legt sich zu meinen Füßen, beobachtet die Umgebung und sagt nicht Pudelmütze ... eine Stunde später war meine Vorstellung, mein Hund bekam ein "v" und ich ging danach völlig kaputt und entspannt zur Siegerehrung und nach Hause.
Ab diesem Zeitpunkt wusste ich mein Hund kann es, wenn ich es kann, und ab da waren auch Prüfungssituationen genau wie das Training.

Ich habe also kein Patentrezept, und schon gar nicht für einen Rüden der weiß wer er ist, aber vielleicht kann Dir und Deinem Hund eine Reizüberflutung helfen.
Bei mir war es ehr Zufall, später habe ich gesehen dass es auch entsprechende Literatur dazu gibt.

Heute würde ich das Problem wieder per Training angehen, aber nicht mehr mit Futter und angucken, sondern Stichwort Raufergruppe, das setzt ein langes Training des Ausführenden/des Trainers vorraus, und braucht natürlich Zeit und Konsequenz, wie immer :-)
Zitieren to top
#15
Akut.,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25564-Aufdrehen/?postID=176852#post176852 schrieb:Aus meiner Erfahrung funktioniert das prima, das einzige was fehlt ist der Hormonhaushalt des HF, und schon ist der Hund bei einer echten Prüfung wieder in seiner alt bekannten Situation
Stimmt schon - im Prinzip.
Einschränkung aus meiner Sicht: nach mehr als 70 FH Prüfungen sollte mein Hormonhaushalt - auch altersbedingt - nicht mehr der Knackpunkt sein. 8)
Der aktuelle Hund ist anders gestrickt: schon als Welpe hatte er ein feines Gespür dafür, wann der HF auf Grund äußerer Umstände ( egal welcher Art ) in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Soll heißen - hätte ich ihm bei der Siegerehrung voll einen auf die Nuss gegeben und Gehorsam eingefordert - die Welt wäre schön gewesen und geblieben. Ich wollte aber keine Disqualifikation. Also war die Handlungskette seinerseits klar.
Das hat der schon als Welpe gemacht: klingelte das Telefon und ich hatte einen " Gutmenschen " am Rohr - Alarm bis Abwinken !
Also - Züchterin angerufen - auf Donnerwetter vorbereitet und Ende der Show, dauerhaft !
Die freundlichen Hinweise auf Training mit Vereinskollegen - da lacht er nur drüber. Training außerhalb - frag mal Oswald !!!!!!
Ich hab da so ne Idee - muss ich nur umsetzen können.
Zitieren to top
#16
Burghard, sollte auch nur ein Gedankenanstoß sein, kein Rezept.
Ich verstehe was Du sagen willst, es gibt Hunde die sehr fein differenzieren welche Situation vorliegt, und handel entsprechend.
Wenn Du eine Idee hast, dann viel Erfolg beim Umsetzen.
Zitieren to top
#17
Außerdem ist mir - so beim spazieren gehen - eingefallen:
so selten sit dieses Verhalten gar nicht, nur setzen es nicht viele Hunde bei einer Siegerehrung ein.
Wir kennen doch alle die 3 er Hunde, die im Laufe der Prüfung, teilweise bereits in B anfangen, mit zuerst minimalen Unsauberkeiten antesten und dann im Verlauf auch in C auch schon mal richtig rumsauen.
Oft selbstbewußte, vor allem aber intelligente Hunde die abfragen, was geht denn heute und sehr fein die Fesseln des HF registrieren.
Und denen kommt man in der Regel eben nicht mit " Training "und " Gehorsam " im Rahmen der Prüfungsvorbereitungen bei. Die sind zu selbstständig dafür.
Also - Mut zur Lücke.
Auf FH hat das bereits einmal geklappt.
Nach einer verbalen Korrektur - die den kompletten Schenkel kostete - suchten wir noch ins Sg. Der LR kannte den Hund und sah die heraufziehende Problematik. Andererseits war es nicht in einem disqualifikationswürdigen Ausmaß - ein LR mit viel Augenmaß und Sachverstand. Hut ab !!!!!!!!
Schaun mer mal.
Zitieren to top
#18
Bettina Balters,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25564-Aufdrehen/?postID=175513#post175513 schrieb:
Colonia,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25564-Aufdrehen/?postID=175486#post175486 schrieb:Klar ist aber auch: diese Situation trainingsmäßig nach zu stellen ist mir bisher noch nicht gelungen.

Warum nicht?
Du kannst doch mit diesem Hund ganz gezielt Rüdenbegegnungen mit provokativen Rüden trainieren. Wenn es im Training problemlos ist, hat der Hund dort ja ein Handlungskonzept / Alternativverhalten erlernt.

Das sollte dann, bei etwas strengerer Führung, auch auf der Ausnahmesituation "Siegerehrung" abrufbar sein.

Bettina Balters,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25564-Aufdrehen/?postID=175516#post175516 schrieb:Es kommt drauf an, wie gut die Automatisierung drin ist, also wie intensiv man das trainiert. So nebenbei geht es sicher nicht. Ich kannte aber Teams, die hart am gleichen Problem gearbeitet haben und das erfolgreich. Und da ging es nicht um einen bärenstarken Mann mit einem vielleicht 50 Kilo Hund, sonderm um zierliche Frauen mit 80 Kg Rüden die nicht durch die Unbefangenheit kamen.



Stimme Bettina zu. Natuerlich geht das wenn man die Zeit rein steckt und mit Pruefungs Schlau hat das nix zu tun sondern damit wie gut der Hund generalisiert und inwiefern der Hund generalisiert hat.

Anja hat "Schoenfutettern vorgeschlagen, das ganze ist auch als "Counter Conditioning" bekannt. Das machen wir jeden Tag mit zig Hunden. Dabei wuerd ich nicht versuchen die Siegerehrung nachzustellen sondern am eigentlichen Problem arbeiten sowie Bettina das vorgeschlagen hat.
Zitieren to top
#19
Also ich habe mit unserem jetzigen Rüden die Erfahrung machen müssen daß man es nicht wirklich in den Griff bekommt, er
reagiert auf ALLE fremden Hunde, egal ob Rüden oder Hündinnen, extrem aggressiv. Mit Ball kann ich ihn ablenken, Futter
interessiert ihn dann nicht mehr. Hunde die bei uns mittrainieren in der UO ignoriert er weitestgehend, schwieriger wird es bei Prüfungen,
da fällt es ihm schwer sich auf unsere Arbeit zu konzentrieren. In der Fährte reicht ein Passant mit Hund und er ist nicht in der Lage weiterzusuchen.
Es ist nicht so daß er nicht will, er kann nicht, der steht dann da, zittert am ganzen Körper, stellt den Kamm von vorne bis hinten sagt aber keinen Ton
weil er gelernt hat still zu sein. Ich habe den Hund selbst gezogen, es gab keine schlechten Erfahrungen, er ist zuhause hochsozial und superverträglich
mit unseren Mädels. Ich habe schon wirklich viele Hunde aufgezogen und ausgebildet, aber so war keiner. Er ist jetzt in Rente um uns den Stress zu ersparen.
Seine Geschwister sind nicht so.
feuerteufel
Zitieren to top
#20
Also im Reitsport ist es ja inzwischen so, dass die, die ihren Pferden die Nerven weggeritten haben ein scheintotes Zweitpferd für die Siegerehrung dabei haben Confusedleeping:

Mit dem Futter in der Siegerehrung für den Hund finde ich das noch am praktikabelsten.
Zitieren to top


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste