23-09-2007, 21:09
[quote]Original von Tim Nowak
Natürlich kann ich mit dem Ärmel auf Aggression gehn, das geht aber nur über schmerz und der Hund ist so gestrickt das wenn keine Reize vom Helfer kommen die in richtung Schmerz gehen, gibt es auch keine Aggressionen sondern nur Beutebellen und das so hoch und unkonstant.
Und ich möchte reaktion vom Hund und dann reaktion vom Helfer und nicht umgekehrt, denn dann mache ich den Hund abhängig vom Helfer und das möchte ich nicht.
Moin,
ich arbeite Hunde überwiegend über die "Beuteaggression". Und zwar ohne Schmerz. Es gibt bei Hunden nämlich so etwas wie: "Aggression durch Frustration".
Wenn der Hund gefrustet ist, weil er nicht an die Beute kommt, wird er schon mit Aggression antworten. Allerdings ist kann er das erst mit einer entsprechenden Reife. Darüber habe ich schon geschrieben (Sozialaggression).
Der Vorteil ist, die Sicherheit über die Beute.
Bei der "Vereinsamung" wird durch den Helfer die Distanz zum Hund verkürzt. Durch diese Distanzverkürzung wird der Wehrtrieb des Hundes aktiviert. Also ist der Hund auch hier wieder reaktiv. Er antwortet ja nur auf die Distanzverringerung.
Durch die klassische Konditionierung lernt dann auch der reaktive Hund das Verbellen eines passiven Helfers.
Die Zivilarbeit mache ich nur mit Diensthunden, um die schon beschriebenen Gefahren zu verhindern.
Die Frage, die sich mir stellt (ich bin ein Befürworter des aggressiven und druckvollen Stellen und Verbellens), lautet, wie hoch soll denn ein Hund im Aggressionsbereich stehen.
Ein Hund, der zu hoch dreht, schaltet auch ganz schnell mal ab und bekommt z. B. keine Hörzeichen mehr mit, dann wird wieder eingewirkt, um den Gehorsam des Hundes durchzusetzen. Und das wird bestimmt nicht mit einem Leckerlie gemacht. Also wird hier wieder stärkerer Zwang eingesetzt, als wahrscheinlich erforderlich wäre, würde der Hund nicht so hoch drehen.
Bei den letztjährigen BSPen habe ich die Verbellphasen ziemlich genau studiert und festgestellt, dass auch die reinen Beutebeller, die anhaltend und dicht vor dem Helfer gearbeitet hatten, auch die Höchstpunktzahl bekommen hatten.
Ferner habe ich auch schon Vorbereitungsphasen gesehen, bei denen der Hund im Wehrbereich "hochgejubelt" wurde und nachdem er dann seine sechs Verstecke umlaufen hatte, zeigte er ein normales Stellen und Verbellen.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Hunde überwiegend für den Sport ausgebildet werden und da muss ich es nicht haben, dass mein Hund ständig um seine Existenz kämpft (bei der reinen Wehrtriebförderung), so etwas geht nämlich auch an die Substanz.
Selbst bei Diensthunden arbeite ich mehr über die Beute. Denn heute ist es erforderlich, dass der Hund umgänglich ist. Außerdem soll er nicht gleich jeden beißen, der uns zu nahe kommt. Das kann nämlich auch mal jemand sein, der einen Diensthundeführer nach den Weg fragt.
Jetzt habe ich doch fast vergessen, mich zur "Abhängigkeit vom Ärmel" zu äußern.
Den Schutzhundsport können wir nur ausüben, weil wir die Hunde eben in diesen Ärmel beißen lassen. Warum dürfen die Überzüge bei Prüfungen nur noch jutefarben sein? Warum ist der Ringsport bei uns nicht erlaubt?
Weil es alles dem Zivilbeißen nahekommt!!!!!!!!!!!
Wünsche noch einen schönen Abend und viel Spaß mit der Ausbildung der Hunde. Egal welcher Weg eingeschlagen wird, Hauptsache er ist dem Hund ggü. fair.
Gruß
Micha
Natürlich kann ich mit dem Ärmel auf Aggression gehn, das geht aber nur über schmerz und der Hund ist so gestrickt das wenn keine Reize vom Helfer kommen die in richtung Schmerz gehen, gibt es auch keine Aggressionen sondern nur Beutebellen und das so hoch und unkonstant.
Und ich möchte reaktion vom Hund und dann reaktion vom Helfer und nicht umgekehrt, denn dann mache ich den Hund abhängig vom Helfer und das möchte ich nicht.
Moin,
ich arbeite Hunde überwiegend über die "Beuteaggression". Und zwar ohne Schmerz. Es gibt bei Hunden nämlich so etwas wie: "Aggression durch Frustration".
Wenn der Hund gefrustet ist, weil er nicht an die Beute kommt, wird er schon mit Aggression antworten. Allerdings ist kann er das erst mit einer entsprechenden Reife. Darüber habe ich schon geschrieben (Sozialaggression).
Der Vorteil ist, die Sicherheit über die Beute.
Bei der "Vereinsamung" wird durch den Helfer die Distanz zum Hund verkürzt. Durch diese Distanzverkürzung wird der Wehrtrieb des Hundes aktiviert. Also ist der Hund auch hier wieder reaktiv. Er antwortet ja nur auf die Distanzverringerung.
Durch die klassische Konditionierung lernt dann auch der reaktive Hund das Verbellen eines passiven Helfers.
Die Zivilarbeit mache ich nur mit Diensthunden, um die schon beschriebenen Gefahren zu verhindern.
Die Frage, die sich mir stellt (ich bin ein Befürworter des aggressiven und druckvollen Stellen und Verbellens), lautet, wie hoch soll denn ein Hund im Aggressionsbereich stehen.
Ein Hund, der zu hoch dreht, schaltet auch ganz schnell mal ab und bekommt z. B. keine Hörzeichen mehr mit, dann wird wieder eingewirkt, um den Gehorsam des Hundes durchzusetzen. Und das wird bestimmt nicht mit einem Leckerlie gemacht. Also wird hier wieder stärkerer Zwang eingesetzt, als wahrscheinlich erforderlich wäre, würde der Hund nicht so hoch drehen.
Bei den letztjährigen BSPen habe ich die Verbellphasen ziemlich genau studiert und festgestellt, dass auch die reinen Beutebeller, die anhaltend und dicht vor dem Helfer gearbeitet hatten, auch die Höchstpunktzahl bekommen hatten.
Ferner habe ich auch schon Vorbereitungsphasen gesehen, bei denen der Hund im Wehrbereich "hochgejubelt" wurde und nachdem er dann seine sechs Verstecke umlaufen hatte, zeigte er ein normales Stellen und Verbellen.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Hunde überwiegend für den Sport ausgebildet werden und da muss ich es nicht haben, dass mein Hund ständig um seine Existenz kämpft (bei der reinen Wehrtriebförderung), so etwas geht nämlich auch an die Substanz.
Selbst bei Diensthunden arbeite ich mehr über die Beute. Denn heute ist es erforderlich, dass der Hund umgänglich ist. Außerdem soll er nicht gleich jeden beißen, der uns zu nahe kommt. Das kann nämlich auch mal jemand sein, der einen Diensthundeführer nach den Weg fragt.
Jetzt habe ich doch fast vergessen, mich zur "Abhängigkeit vom Ärmel" zu äußern.
Den Schutzhundsport können wir nur ausüben, weil wir die Hunde eben in diesen Ärmel beißen lassen. Warum dürfen die Überzüge bei Prüfungen nur noch jutefarben sein? Warum ist der Ringsport bei uns nicht erlaubt?
Weil es alles dem Zivilbeißen nahekommt!!!!!!!!!!!
Wünsche noch einen schönen Abend und viel Spaß mit der Ausbildung der Hunde. Egal welcher Weg eingeschlagen wird, Hauptsache er ist dem Hund ggü. fair.
Gruß
Micha
Wenn ein Hund dabei ist, werden die Menschen gleich menschlicher. (Hubert Ries)


