17-03-2016, 15:03
Walter Schmidt,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=171229#post171229 schrieb:Das rechtfertig jedoch nicht, diese User in die "Steinzeit" der Hundeausbildung zurückzustufen, selbst wenn sie der Ansicht sind, dass in diesem spziellen Fall halt nur einmal durch ein "saftig" beigebrachtes Meideverhalten Erfolg erzielt werden könnte.
User werden sowieso nicht zurückgestuft. Es geht ja nicht um Personen.
„Steinzeit“ ist nicht eine saftige Einwirkung, sondern im erfolgreichen Fall das einfache Belassen im Meideverhalten. Sich damit zu begnügen, dass er das Unerwünschte jetzt erst mal nicht mehr tut.
Das Superlernen dagegen nutzt den Ungehorsam im Alltag bei Junghunden z.B. so:
Nein und Abbruchverhalten erzwingen durch deutlich unangenehme Einwirkung, nahtloser Übergang mit Formel (z.B. Willst du wieder lieb sein?) und durch gleichzeitiges Locken mit Futter in der Hand ins Wunschverhalten Fußlaufen (Futterfußlaufen kennt er natürlich schon), drei, vier Schritte Futterlaufen mit viel verbalem Lob bei jedem Schritt und dann stehen bleiben und Futtergabe mit Superlob, dann neutral (kein Lob mehr, keine Ermunterung oder sonstige Kommunikation, keine formelle Freigabe). Das Leben geht einfach so weiter. Hölle und Himmel sind vorbei.
Nach einigen solcher Trainings bietet der Hund von selbst schon während der Einwirkung, bald schon im Beginn, wenn er merkt, dass das Donnerwetter fällig ist, das Versöhnungsverhalten an (was man natürlich sofort annimmt), d.h. er kennt den Weg vom schlechten Gefühl zum guten Gefühl. Fußlaufen ist damit grundsätzlich emotional sehr positiv besetzt (über Futter und Ball hinaus) und auf keinen Fall in irgendeiner Form ein „Faustschlag ins Gesicht des Hundes“, wie es in der „Steinzeit“ üblich war.
Der Ungehorsam im Alltag ist also für eine bestimmte Anlernzeit durchaus willkommen, damit man das aktive Versöhnungsverhalten nicht im Sport einüben muss.

