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Wehrtriebförderung
#41
Tims Vorschlag funktioniert sicher (Verbellen + Zugriff werden super). Nur wie er selbst sagt ist da auch ein Risiko bei:
Der extreme Beutehund, welcher bei der Vereinsamung / in Agressionsbereich hetzen das nicht so gut verträgt könnte beim Helfer danach Unsicherheiten (nicht stailes Vorsizen, sich in die Beute retten wollen (Belästigen)) zeigen.
Das AUS unter Belastung könnte dann auch zur Herausforderung werden (sich in Beute retten).
Diese Methode ist eine Gratwanderung.

Gruss
Nicole
Nicole & Paros & Puschka
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#42
Hallo Alex,

auch ich habe noch eine Hündin(10 Mon.alt)die ähnliches Verhalten wie deine zeigt.Sie ist sehr viel dominanter als mein Rüde im Schutzdienst.Mache nur ab und an was mit ihr,weil es mir viel zu gefährlich ist in dem Alter.Hab Angst sie könnte mir überdrehen..Ich meine auch das ihr die nötige Reife noch fehlt,weil sie Triebbereiche anspricht mit denen sie eigentlich noch gar nicht richtig umgehen kann.
Bei meinem Rüden ist es so,daß er im SD nur beuteor.war.Nun kam es dazu,daß er in der Lernphase(verbellen)die Peitsche übergezogen bekam.Er zeigte sich darauf sehr beeindruckt und war völlig von der Rolle.Er tat sich sehr schwer beim Helfer zu bleiben.
Jetzt ist es so,daß er seine Unsicherheit der Stockhand gegenüber überwinden muß.Das macht er mitlerweile ganz gut.Er ist nun viel ernster bei Sache und wir machen ihn erstmal über die Beute wieder sicher.Er braucht halt noch Zeit um zu reifen..

Gruß svsabine
SR
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#43
[quote]Original von Tim Nowak
Natürlich kann ich mit dem Ärmel auf Aggression gehn, das geht aber nur über schmerz und der Hund ist so gestrickt das wenn keine Reize vom Helfer kommen die in richtung Schmerz gehen, gibt es auch keine Aggressionen sondern nur Beutebellen und das so hoch und unkonstant.
Und ich möchte reaktion vom Hund und dann reaktion vom Helfer und nicht umgekehrt, denn dann mache ich den Hund abhängig vom Helfer und das möchte ich nicht.


Moin,

ich arbeite Hunde überwiegend über die "Beuteaggression". Und zwar ohne Schmerz. Es gibt bei Hunden nämlich so etwas wie: "Aggression durch Frustration".

Wenn der Hund gefrustet ist, weil er nicht an die Beute kommt, wird er schon mit Aggression antworten. Allerdings ist kann er das erst mit einer entsprechenden Reife. Darüber habe ich schon geschrieben (Sozialaggression).

Der Vorteil ist, die Sicherheit über die Beute.

Bei der "Vereinsamung" wird durch den Helfer die Distanz zum Hund verkürzt. Durch diese Distanzverkürzung wird der Wehrtrieb des Hundes aktiviert. Also ist der Hund auch hier wieder reaktiv. Er antwortet ja nur auf die Distanzverringerung.

Durch die klassische Konditionierung lernt dann auch der reaktive Hund das Verbellen eines passiven Helfers.

Die Zivilarbeit mache ich nur mit Diensthunden, um die schon beschriebenen Gefahren zu verhindern.

Die Frage, die sich mir stellt (ich bin ein Befürworter des aggressiven und druckvollen Stellen und Verbellens), lautet, wie hoch soll denn ein Hund im Aggressionsbereich stehen.

Ein Hund, der zu hoch dreht, schaltet auch ganz schnell mal ab und bekommt z. B. keine Hörzeichen mehr mit, dann wird wieder eingewirkt, um den Gehorsam des Hundes durchzusetzen. Und das wird bestimmt nicht mit einem Leckerlie gemacht. Also wird hier wieder stärkerer Zwang eingesetzt, als wahrscheinlich erforderlich wäre, würde der Hund nicht so hoch drehen.

Bei den letztjährigen BSPen habe ich die Verbellphasen ziemlich genau studiert und festgestellt, dass auch die reinen Beutebeller, die anhaltend und dicht vor dem Helfer gearbeitet hatten, auch die Höchstpunktzahl bekommen hatten.

Ferner habe ich auch schon Vorbereitungsphasen gesehen, bei denen der Hund im Wehrbereich "hochgejubelt" wurde und nachdem er dann seine sechs Verstecke umlaufen hatte, zeigte er ein normales Stellen und Verbellen.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Hunde überwiegend für den Sport ausgebildet werden und da muss ich es nicht haben, dass mein Hund ständig um seine Existenz kämpft (bei der reinen Wehrtriebförderung), so etwas geht nämlich auch an die Substanz.

Selbst bei Diensthunden arbeite ich mehr über die Beute. Denn heute ist es erforderlich, dass der Hund umgänglich ist. Außerdem soll er nicht gleich jeden beißen, der uns zu nahe kommt. Das kann nämlich auch mal jemand sein, der einen Diensthundeführer nach den Weg fragt.

Jetzt habe ich doch fast vergessen, mich zur "Abhängigkeit vom Ärmel" zu äußern.

Den Schutzhundsport können wir nur ausüben, weil wir die Hunde eben in diesen Ärmel beißen lassen. Warum dürfen die Überzüge bei Prüfungen nur noch jutefarben sein? Warum ist der Ringsport bei uns nicht erlaubt?

Weil es alles dem Zivilbeißen nahekommt!!!!!!!!!!!

Wünsche noch einen schönen Abend und viel Spaß mit der Ausbildung der Hunde. Egal welcher Weg eingeschlagen wird, Hauptsache er ist dem Hund ggü. fair.

Gruß

Micha
Wenn ein Hund dabei ist, werden die Menschen gleich menschlicher. (Hubert Ries)
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#44
Zitat:Original von DSH-Hero
Warum ist der Ringsport bei uns nicht erlaubt?

Weil es alles dem Zivilbeißen nahekommt!!!!!!!!!!!


Gruß

Micha


Hmm..., glaubst du, dass dem so ist oder gibst du da die Meinung von Ringsport-Skeptikern wieder?


LG
Nina
All great dogs, like all great men work because they have to, but because they want to action is their chief medium of happiness.
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#45
@ DSH-Hero

kleine korrektur: ringsport ist nicht verboten in deutschland. einzig der vdh duldet diese "fremd"sportart nicht auf seinen plätzen.

es gibt aber nicht wenige trainingsgruppen in deutschland, deren mitglieder auch erfolgreich prüfungenz.b. in holland (ph1, ph2 - holländischer ring) abgelegt haben und ablegen. leider ist das ablegen der prüfungen mangels leistungsrichter in deutschland nur in den herkunftsländern des ringsports (frankreich, belgien, holland) möglich.

der cgh hat auch eine deutsche version des ringsports entwickelt, die mit den prüfungen
gebrauchshundeprüfung I-III abgeschlossen werden. http://www.c-g-h.de/ring.html

tschüß kerstin
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#46
Micha,
ich bin erfreut :hallo:
du trifft den Nagel auf den Kopf, und man hört Mann...halt besser zu!, wenn ich von Beute rede, sagen die meisten " die Softifrau im Ärmel" :ls:,...komisch, das mich manch ein "Böser" Hund nicht verbellt :pf: und runde Augen bekommt..
Tschüü
[Bild: Zwinger-von-der-schwarzen-B.jpg]
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#47
Moin,

ich habe absolut nichts gegen den Ringsport. Bin sogar von den Leistungen der Hunde begeistert.

Schließlich werden hier Unterordnung und Schutzdienst in einer Arbeit vorgeführt!

@ Pooka: Hast Recht!!!!!!!!!!!!!! :mod:

@ Claudia Ph.: Mit unseren Diensthunden trainieren wir gezielt dass Verbellen von Frauen. Wir hatten nämlich festgestellt, dass einige Hunde probleme haben, eine Frau (speziell in Zivil) zu verbellen.

Übrigens, ein hund, der um seine Existenz kämpft, hat Streß. Und unter Streß lernt es sich viel schwerer, als wenn der Kopf klar ist.

Gruß


Micha
Wenn ein Hund dabei ist, werden die Menschen gleich menschlicher. (Hubert Ries)
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#48
Na ich hoffe nur das jeder ziemlich genau weiss was er tut, und welche Folgen das eventuell haben könnte.

Grüsse
Ralf
Überheblichkeit ist die erste Leitersprosse auf dem Weg nach unten.
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#49
India...den Gedanken hatte ich u.a auch gerade!
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#50
Zitat:Original von Hundemann
Hallo,

sorry aber mit 17 Monaten weiß dein Hund noch gar nicht was Wehr ist! Das sollte dein Helfer wenn er etwas taugt auch wissen. Laß ihn für so etwas erst mal erwachsen werden.
Ich hole keinen in den Wehr Bereich bevor er drei ist, es sei denn er bietet es von alleine an. Und selbst dann arbeite ich bis er reifer ist in der Beute.

Gruß Jens

Du verwechselst da etwas, mit 17 Monaten wissen viele Hunde schon was Wehrtrieb ist. Aggression entwickelt sich erst ab 2 Jahren ! Ich habe gerade dieses Jahr einen 13 Monate alten Hund geführt, der sehr Wehrtriebbezogen arbeitete.

@svsabine
Ein klarer Hundeführerfehler
Wenn es Dir nicht gelingt den Hund im Meideverhalten zu sperren, so kann er nicht lernen über welches Verhalten er Ruhe bekommt; Wehrverhalten. Wehrverhalten wird dann vom Helfer mit dem Triebziel Flucht bestätigt, und wird dann später in Beute kanalisiert.
"Wer das tut, was jeder tut,bekommt auch nur das,was jeder bekommt. -und dass ist das, was keiner will."
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