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Der Dobermann als Gebrauchshund? - Druckversion +- Das Leistungshundeforum (http://www.leistungshundeforum.de) +-- Forum: Working Dogs (http://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=6) +--- Forum: Dobermann (http://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=81) +--- Thema: Der Dobermann als Gebrauchshund? (/showthread.php?tid=14710) Seiten:
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Der Dobermann als Gebrauchshund? - zedemar - 28-02-2015 Das Thema ist Schnee von Gestern, die Rasse kämpft um ihre Existenz. Wenn sie überleben will, werden andere Kriterien als die Eignung als Gebrauchshund ausschlaggebend sein. - tinka - 28-02-2015 moin harald, was willst du damit anschieben? gruß reinhard - zedemar - 28-02-2015 Ich will damit nichts anschieben, es ist lediglich eine Tatsachenfeststellung. Wie es mit der Rasse weiter geht und ob das überhaupt noch möglich ist, wird in den Händen von Populationsgenetikern liegen. - Naomi - 28-02-2015 Wenn sich die Rasse nicht mehr als Gebrauchshund eignet, kann sie auch gern untergehen. Sorry einen Hund der aussieht wie ein Dobermann und sich benimmt wie ein Pudel, braucht man mM nicht und für die Deko als Familienbegleithund hat man genügend Rassen zur Auswahl. Entweder erhält man den Dobermann als das was er sein soll oder überhaupt nicht. - zedemar - 28-02-2015 Naomi, Du hast Deinen Rassewechsel ja hinter Dir und kannst Dich unbeschwert äußern. Aber nur ein gesunder Hund kann auch ein guter Gebrauchshund sein. Was mit der Rasse passiert und was am Ende davon übrig bleibt, steht in den Sternen. Warum beleidigst Du die Pudel? Ich kannte welche mit SchH III. Ist aber auch schon lange her. :-) - Heraklit - 01-03-2015 Der Königspudel ist vermutlich sogar gebrauchstüchtiger - tinka - 01-03-2015 hallo harald, ich wollte nur wissen, wo der schwerpunkt jetzt liegen soll. ich selbst habe erst seit gut 3 jahren etwas kontakt und somit auch ein bischen einblick zum dobermann bekommen. erschreckend für mich klar die dcm geschichte, wo scheinbar die chance 50-50 steht, dass der dobermann mir nicht mit 4-5 jahren aus dem nichts tod umfällt. erschreckend finde ich auch, dass die basis das sogar billigend hinnimmt. warum auch immer?! aber auch die boxer als rasse haben ja mit ihrer aortenstynose ein ähnliches problem. und das als zweitgrößter rassezuchtverband im gebrauchshundebereich. aber der dv scheint hier genauso zu verfahren, wie sie es mit dem kupierverbot bis jetzt gehandhabt haben. schlupflöcher suchen... von der leistung her, so denke ich, gibt es schon gut veranlagte hunde, wie in jeder rasse. die frage ist, ob man in der wesensbildung hier auch ausbilderisch einfach mal am hund vorbei operiert, weil gängige schemata oder doktrien einfach auf den hund nicht passen wollen?! vergleiche ich nun die optionen von lebenserwartung gepaart mit langfristig geplanter ausbildung, so wird er schwer sein eine gebrauchsfähigkeit dann auch zu beweisen. wir haben einen, ohne dv papiere, jetzt 4 jahre alt, und erst als 1 jähriger mit der grundausbildung begonnen. in der verhaltensbildung haben wir ganz strukturiert gearbeitet, in der einstellung zur jeweiligen aufgabe auch. erst jetzt, mit 4 jahren geht eine große veränderung bei dem hund in der einstellung zum schutzdienst durch, was sich in der wechselwirkung von belastung und griff sehr von vorteil zeigt. vielleicht macht es sinn, dass man auszuchten in diese richtung macht?! züchten nach zahlen alleine wird sicher nicht zu einem ergebnis führen, wie das ergebnis aus der mathematik. und ausbilden nach bestimmten ansätzen erzeugt auch nicht immer das gefühl im hund, welches er erzeugen soll. das sind meine gedanken dahin. gruß reinhard p.s. und ein gedanke noch weiter: die vergangenheit wird immer glorreicher gesehen, als sie dann tatsächlich war. mittlerweile haben sich rassen im gebrauchshundebereich etabliert, die vor 30-40 jahren kein thema in deutschland gewesen sind. und erfolgreich haben sich nur die rassen weiterentwickelt, in denen diese herausforderung angenommen worden ist, statt sich im eigenen verband einzuigeln. - zedemar - 01-03-2015 Hallo Reinhard, so wie Du die Herangehensweise bei Deinem Hund beschreibst, ist es m.E. dobermanngerecht. Die Dobermänner zähle ich zu den Spätzündern. Erwachsen sind sie so zwischen 3 und 4 Jahren. Das Problem ist, dass sie sich, was den Schutzdienst angeht, schon sehr früh, sehr intensiv zeigen. Zur Freude von Hundeführer und Helfer. Natürlich will man dann mit so einem tollen Hund auch schnell weiter kommen. Aber das schaffen dann nur wenige. Denn sobald auf den ungefestigten Hund Zwang gesetzt wird, bricht er ein, vielmehr sie verlieren die Freude an der Sache. Die wenigen Hundeführer, die wirklich sehr erfolgreich mit einem Dobermann waren, haben längst eine andere Rasse, oder sagen der gegenwärtige Dobermann wird der Letzte sein. Das tut mir natürlich leid, besonders auch für die Rasse, aber ich kann es ihnen nicht verdenken. Wer investiert schon gerne 3-4 Jahre Ausbildungsarbeit und dann kippt Dir der Hund um? Der Karren beim Dobermann steckt inzwischen so tief im Morast und versinkt immer mehr. An Auszucht möchte ich noch nicht denken. Ich hoffe auf einen Gentest für das primäre Problem und dann auf einen Neustart. Dobermann 1.2 - tinka - 01-03-2015 hallo harald, es gibt ja auch anhand zumindest eines ehemals sehr erfolgreichen hundeführers und ausbilders aus der maliscene, dass der wechsel zum dobermann eine so schlechte entscheidung nicht sein kann. armin buschmann zeigt das ja mit seinem jungen index sehr deutlich. und hier nicht nur aufgrund der geringeren population. unabhängig jetzt von seiner person: das ausbildungsergebnis braucht sich nirgendwo verstecken. bei der dm 2013 war ich dabei. für mich schon ein ganz anderes auftreten als seine mitbewerber um den titel. es gibt, so meine ich jedenfalls zu erkennen, ein hohes kooperationspotential beim dobermann. nasenveranlagung muß bei den fangverhältnissen einfach top sein, aggression im schutzdienst bringt er auch mit. was für mich auffällig bei den dobermännern ist, die ich kenne, dass es im schutzdienst scheinbar eine anbissverzögerung gibt, auch der wirklich feste griff scheint sehr abhängig von der klarheit der lage zu sein. die vereinigung von gegner und erzieher in der person des figuranten, wie es bei den schäfern funktioniert, bringt den dobermann im aufbau aus dem konzept. und das, so denke ich, resultiert aus dem, was du beschreibst. der hund macht ordentlich gas, ist übermotiviert und verliert am ende die übersicht. regulatives eingreifen von hinten stört den hund in seiner entwicklung nach vorne zu gehen, zuviel belastung von vorne kann die beute belasten und treibt den hund in einen unruhigen griff oder aber in die ecken. bei unserem kann ich nur sagen, dass wir einstellung figurant und einstellung kooperation in den verhaltensbildern teil c voneinander getrennt haben, bis beides in sich fertig gewesen sind. dann haben wir das zusammengefügt. jetzt übertragen wir das auf figuranten, die echt ernst machen. und dann macht der hund auch ernst, ohne dabei technik oder substanz zu verlieren. und siehe da, plötzlich stimmen auch einstiege und griffhärte. er hat also einen lösungsweg, den gilt es zu generalisieren. meines wissens nach gibt es einen genetischen fingerabdruck für dcm aus usa. einzige lösung hier scheint mir, dies zuchtausschließend zu machen, sich dann aus unbekannte linien bedienen zu müssen. mag sein, dass man dann keine dobis mehr sieht, die fett sind wie hochbeinige labradore, dafür aber alt genug werden, dass man die gebrauchsfähigkeit bis zu 8-9 jahre abrufen kann. dann bedarf es nur die hälfte der jetzt erzeugten dobermänner, weil man erst spät einen nachfolger braucht. und dann auch erst kann langfristig ausgerichtete ausbildung den dobermann auch wieder in den internationalen vergleich bringen. gruß reinhard - zedemar - 01-03-2015 Reinhard, Du siehst es wie ich, Der Dobermann ist ein Hund, der Druck braucht, um Gegendruck zu machen, aber der Zeitpunkt muss der Richtige sein und Druck von hinten mögen sie überhaupt nicht. Es ist eine schwierige Gratwanderung, die nur wenige schaffen, ohne auf der einen oder der anderen Seite runter zu fallen. Ich kenne auch keinen Dobermann, der sehr erfolgreich, war der ausschließlich über den DV ausgebildet wurde. Dobermänner sind Individualisten und ausgesprochen intelligent. Man könnte einem Dobermann ohne große Probleme beibringen, eine Prüfung ohne Hundeführer zu absolvieren. Hab ich mal zum Spaß gemacht, 3 er Schutzdienst, ohne HF, nur mit Initialkommando für das Revieren. Nun, ich kannte den Hund sehr gut, aber es hat geklappt. Das was Frau Dr. Meurs in den USA gefunden hat, ist ein Teil des Puzzles und nicht zuverlässig aussagekräftig. DCM ist ein polygenetisches Problem. Wir haben unsere Hunde auch testen lassen, aber wie gesagt, frei heißt in diesem Fall nicht frei, auch wenn sich manche das auf ihre Homepage schreiben. Gruß Harald |