Was Hund geben zur Beschäftigung, wenn er alleine ist

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  • Was Hund geben zur Beschäftigung, wenn er alleine ist

    Meine 1 1/2 jährige DSH-Hündin aus Leistungszucht lebt mit meinem alten Rüden bei mir im Haus. Wenn ich zur Arbeit bin, das sind 10 Std. an 3 Tagen, 6 Std. an 2 Tagen, sind beide draußen in "ihrem" abgegrenztem Garten. 100 qm mit 2 Gartenhäusern, darin Hütten für schlechtes Wetter. Die Hütten werden auch sehr gerne angenommen.
    Aber:
    Mein Monsterchen sucht sich Beschäftigung, wenn ich nicht da bin. Z.B. habe ich eine Sammlung von ca. 20 Spanndraht-Schlingen, mit denen urspünglich der Maschendrahtzaun an den Pfosten befestigt war.
    Lieblingsspielzeug war: Plastik-Gießkanne. Kunststoff-Kanister. Verschiedene große Pflanzkübel. Kleiner Hackklotz. Äste: als ich die Gärtner hier hatte, ließ ich einige für sie liegen. Gummimatten zum draufliegen geht gar nicht, die zerfrisst sie; schade für den alten Kumpel.
    Und natürlich hat sie diverse Spielsachen (die nicht so einfach zerfressen werden können).

    Hat jemand noch eine Idee, was ich ihr geben kann, womit sie sich tagsüber harmloser beschäftigen kann? Wenn sie es halt braucht... und ein 2. Hund im Gelände ist.

    Sie ist mein 7. Hund aus Leistungslinie in gut 30 Jahren IPO-Sport. Also ich weiß schon, daß sie kein Hund nur zum Spazierengehen ist. Aber hier bin ich gefordert :/
  • Schau dir doch mal an, wie sie Beutegreifer im Zoo beschäftigen,....Geruchspäckchen, Eisbomben mit Inhalt, Futterkisten oder Säcke mit Stroh und Leckerreien, Kartoffelsäcke mit Fremdgeruch aufhängen,...

    Meine hatte am Anfang einen Futterball und Kauartikel, nach 1 Jahr konnte ich die Dinge vernachlässigen, sie haut sich nach sich nach der morgendliche Fahradtour gemütlich auf Ohr....und zeigt über Tage keine Unterbeschäftigung an
  • Ich denke einfach, das ist einfach ein Produkt der züchterischen Zielsetzung der heutigen Zeit in Bezug auf die Bewertungskriterien im Gebrauchshundesport nach IPG...

    Hohes Temperament, hohe Arbeitsbereitschaft, high-drive mit viel Ausdauer.

    Viele Sachen werden dann selbstbelohnend, besonders die, auf die man keinen Einfluss hat, da man ja nicht immer am Hund sind.

    Vor 30 Jahren waren diese Hunde eher eine Ausnahme, heute sieht und hört man davon ja sehr viel mehr.

    Silke hatte da ja auch so ein Beispiel, und der Hund lebt im Haus...

    Die Geister, die ich rief.(soll nicht heißen, dass Du so einen Hund haben wolltest, aber Du hast jetzt so einen) Oftmals nützen einem da die 30 Jahre Hundeerfahrung wenig, weil man nie mit sowas konfrontiert worden ist. Und das wegzumachen ist irgendwie so, wie einem Retriever das Apportieren abzugewöhnen.

    Zum Auspowern eignet sich sicher ein Schweinetreibball. Alles andere würde ich entfernen. Der Ball muss was besonderes sein und der Hund muss lernen darauf zu warten. Fremdkörper-OP sind Müll, Stöcker rammen die sich in den Hals... also alles spielbare raus, nur der Ball.

    Warten lohnt sich, das muss der Hund lernen. Wie mit dem Welpen und alleine lassen. Wenn er lernt, dass Du wiederkommst, und das viel eher, wenn er nicht jault, dann wartet er auch.

    Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass der Hund mittags kurz im Garten ist, dort dann Vollgas geben kann, und dann im Haus entspannt?!


    Gruß Reinhard
    Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
  • Mir erschießt sich zwar nicht unbedingt, warum ich einen Hund aus bestimmten Linien haben muss, wenn ich 10 Std. außer Haus bin, allerdings erscheint dann die " Zoobeschäftigung " ala Claudia Ph. noch am zielführensten, ob sinnvolle Haltung steht auf einem anderen Blatt.
    Bin da dann schon bei Reinhard
    Hundesportliche Grüße

    Burkhard
  • Naja Burghardt,

    wenn die Erfahrung mit den Vorhunden, und einer davon hatte zumindest ne Quali zur BSP IPO, nie sowas aufgezeigt hat, dann scheint die Haltung grundsätzlich den Hunden nichts negatives angehaftet haben. Mein gelber Freund lebt ähnlich. Der hat seine Highlights, wenn er den Postboten anpöbelt, oder den Besuch der Nachbarn. Aber insgesamt wartet er, dass ich nach Hause komme.

    Ich kenne den DSH von früher als einen recht ausgeglichenen Hund. Als ich mit 12 zum Hundeplatz mitgenommen wurde, da lebten die meisten DSH im Zwinger und machten nur Rabatz, wenn Du da ran gegangen bist. Ansonsten haben die gepennt. Mittlerweile müssen sie mit den Malis mithalten. Und das hat den DSH schon verändert, wie ich finde.

    Und das meinte ich mit: die Geister, die ich rief.

    Ob die Haltungsbedingung daran viel ändert? Das denke ich eigentlich nicht.

    Gruß Reinhard
    Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
  • Claudia Ph., das mit den Leckerlies im Stroh in einem großen Mörtelkübel z.B. kann ich hier gut umsetzen :) Auch könnte ich Säcke mit Schafs- oder Pferdegeruch - Knödelchen drin ;) aufhängen, dann hat sie zu tun die abzumontieren, werde ich ausprobieren. Habe einige Jutesäcke vom Baumgärtner. Auf solche Ideen hatte ich gehofft!

    Und ja, der Hund hat ein "sportliches" Nervenkostüm. Ich beschwere mich nicht, denn sie ist immer arbeitsbereit, gleich auf Vollgas. Das macht schon richtig Spaß! Und wenn ich zuhause bin und im Alltag ist ja alles gut.

    "Die DSH müssen mit den Malis mithalten"... Von Welpe an meinte ich, die hätte in eine Gummizelle gehört. Die flog, ohne landen zu können. Verletzungsgefahr egal. Ich bezeichnete sie als malinoid, und das meine ich als Kompliment! Mittlerweile wird sie vernünftiger.
  • Tatsächlich hinkt der Vergleich zum Zoo...
    Warum? Weil diese Tiere nichts außer ihrem Freilauf und ggfl. Schlafquartier kennen...
    Man macht sowas um steriotypen Verhalten vorzubeugen. Entgegen dieses DSHs reagieren Zootiere über den Frust mit Inaktivität bzw. rufen immergleiches Verhalten auf.
    Die variablen eingesetzten Sachen, die Claudia benennt, die sollen das verhindern, quasi die Tiere aktivieren...

    Siehst Du eine solche Gefahr bei dem DSH? Eher wohl das Gegenteil.

    Ich denke, dass man bei einem solchen Hund an der Frustrationtoleranz arbeiten sollte. Ständiges Bespaßen begegnet nicht dem Problem, dass der Hund aus Langeweile seinen Freilauf zerlegt.

    Ich kann dem Hund ja in 10- oder 6 Stunden Abwesenheit doch nicht volles Bespaßungsprogramm geben, wenn ihm danach ist.

    Es muss sich für ihn lohnen zu warten.

    Und darauf würde ich setzen. Arbeiten an der Frustrationstoleranz und nicht durch ständiges „Abfüttern“ dies umgehen...

    Aber ich bin kein „ Eggschbärde“.

    Gruß Reinhard
    Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
  • Puh, Reinhard, das sollte als Denkansatz und Abwechslung/Highlight dienen....nicht täglich und immer und überhaupt.

    Aktive Spaziergänge bei mir sind nicht 6 Stunden laufen, Hundeplatz ist/war nicht dreimal in der Woche, alles Sparten durch trainieren,....Und woran sich Hunde gewöhnen muss , nur weil er mit uns zusammen lebt und primär für unser Wohlbefinden da ist, ist schon ein Paket.

    Warum kann ich dann nicht auch selbständige Beschäftigungsansätze des Hundes befriedigen?

    Lohnen zu warten,...mann 8o ( in dem Fall 10 Stunden) entweder habe ich dich nicht verstanden, oder du meinst das ernst?

    Arbeiten an der Frustrationstoleranz ,...ja klar damit kann man arbeiten,...

    ...aber darum ging es nicht, sondern um die Zeit, wo ein Hund im menschlichen Ablauf lebend, in Abhängigkeit vom Menschen, auf uns wartet....es geht nicht um ein Körbchen voller Spielzeug, sondern um Einsetzen ihrer Sinne, um nicht komplett zu "verblöden" während sie auf den Zeitpunkt warten,... uns glücklich zu machen.