Junghund Verhalten - normal oder doch beunruhigend?

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    Junghund Verhalten - normal oder doch beunruhigend?

    Hallo Leute,

    ich habe eine 13 Monate alte Schäferhündin (Gebrauchshund), die mir momentan den letzten Nerv raubt...
    Es ist mein zweiter Hund, ich bin also nicht gerade eine blutige Anfängerin, trotzdem weiss ich im Moment nicht mehr, ob ich alles richtig mache bzw. was ich noch machen soll...
    Hauptsächlich habe ich Probleme beim Spazieren gehen... Hupla läufts eigentlich gut.

    Problem Nr. 1 - sie jagt Autos, Jogger und Radfahrer.... ich nehm sie immer in die Sitzposition, sobald Auto, Jogger oder Radfahrer uns entgegenkommen.. lass sie solange im Sitz, bis das Objekt der Begierde an uns vorbei ist, ich bestätige sie dann mit Ball bzw. Beisswurst... die spielt dann mit mir, ist aber total aufgedreht und möchte unbedingt nachlaufen (Leckerlis nimmt sie mir nicht ab)... Jetzt bin ich am überlegen ob ich einen Radweg mit angrenzender Hauptstrasse anpeilen soll und da solange rauf und runter laufen soll, bis sie die Schnauze voll hat? oder bewirkt das eher das Gegenteil, dass sie noch mehr Blut leckt?

    Problem Nr. 2 - sie ist sehr sozial, möchte jeden Mensch anspringen... wenn ich mich beim Spaziergang mit jemanden unterhalten möchte, dann jault und schreit sie vor Freude... sie möchte dann unbeding zur anderen Person hin.. eine Unterhaltung ist dann nicht möglich, auch weil mir das Verhalten peinlich ist und viele Menschen Angst bekommen, weil sie der Meinung sind, sie ist aggressiv. Soll ich sie beherzt mit Leine in die Sitzposition bringen? Wie kann ich ihr dieses jaulen/schreien abgewöhnen? Mit Leinen ruck?

    Problem Nr. 3 - Sie zieht an der Leine wie verrückt... ich habe das Problem vor einem Monat ein wenig in den Griff bekommen mit dem Richtungswechsel - dann kam die Läufigkeit - Ihr Verhalten in dieser Zeit war die reinste Katastrophe - die Läufigkeit ist nun vorbei, aber das Leine ziehen ist immer noch da... was kann ich denn noch machen, nur Richtungswechsel?

    Sind das "nur" pubertäre Phasen, die sich legen?

    Ich mache mit ihr IPO, sie ist sehr triebig und hat echt Hummeln im "A***sch".
    Andere Hunde sind ihr weitgehend egal, im Rückruf hört sie wirklich gut und ist auch ansonsten eine sehr schnelllernige intelligente "Bestie" :D

    Danke für Eure Hilfe

    LG
    @Bambi
    Statt sie absitzen zu lassen, bei Begegnungen, würde ich ihr eine 'Ersatzaufgabe' Stelle.
    Wenn sie sitzt, kann sie sich voll auf Radfahrer, Jogger oder Auto konzentrieren. Lass sie Fusslaufen.....mach Konzentrationsübung auf dich mit ihr......zb Positionsübung. Fürs Bestätigen finde ein Triebziel für sie, wo sie alles um sich herum für vergisst.
    Mit Autos......verfahre ebenso.

    @Sassenach, also so wie ich das verstehe, ist die Hündin sehr wohl an der Leine gesichert.
    Das kostbarste Vermächtnis eines Hundes, ist die Spur, die seine Liebe in unserem Herzen zurückgelassen hat.


    Alles normal .
    Jagen macht spass.
    Menschen berüßen ist toll , viel Aufmerksamkeit und meistes noch tolle Leckerli.
    Je mehr man zieht umso schneller ist man am Ziel.

    Mein Junior 6,5 Monate zeigt schon von Anfang an das gleiche Verhalten.

    Problem 1 habe ich so im Griff : Ablenkung, Ablenkung und Ablenkung. Bevor !!! er jagd nehme ich ihn an die Futterhand ( Futtertreiben) funktioniert bei uns ganz gut.
    Radweg habe ich auch schon gemacht, aber wie gesagt, sobald er 2m jagt ist das Jagen die Bestätigung.

    Problem 2 : Niemand darf Junior mehr ein Leckerli geben , oder ihn überschwänglich begrüßen. Meistens wird er bei Begrüßung von mir!! gekrault. Funtioniert ganz gut.

    Problem 3 : Tja das ist so eine Sache. Ich will nicht das mein Hund hinterher oder nebenher troddelt , er soll schon an der gespannten ;( Leine gehen.
    wenns zu heftig wird , nehme ich ihn mit Futterhand an die rechte Seite, Hörzeichen "Mit" , da darf er dann schlampern. könnte besser Funktionieren :(
    Die Farbe beißt nicht

    britta_vamos wrote:

    Alles normal .
    Jagen macht spass.
    Menschen berüßen ist toll , viel Aufmerksamkeit und meistes noch tolle Leckerli.
    Je mehr man zieht umso schneller ist man am Ziel.

    Mein Junior 6,5 Monate zeigt schon von Anfang an das gleiche Verhalten.

    Problem 1 habe ich so im Griff : Ablenkung, Ablenkung und Ablenkung. Bevor !!! er jagd nehme ich ihn an die Futterhand ( Futtertreiben) funktioniert bei uns ganz gut.
    Radweg habe ich auch schon gemacht, aber wie gesagt, sobald er 2m jagt ist das Jagen die Bestätigung.

    Problem 2 : Niemand darf Junior mehr ein Leckerli geben , oder ihn überschwänglich begrüßen. Meistens wird er bei Begrüßung von mir!! gekrault. Funtioniert ganz gut.

    Problem 3 : Tja das ist so eine Sache. Ich will nicht das mein Hund hinterher oder nebenher troddelt , er soll schon an der gespannten ;( Leine gehen.
    wenns zu heftig wird , nehme ich ihn mit Futterhand an die rechte Seite, Hörzeichen "Mit" , da darf er dann schlampern. könnte besser Funktionieren :(


    Da bin ich dann doch ein wenig beruhigt, dass es anderen auch so geht :)

    Das Futtertreiben funktioniert bei meiner nicht mehr wenn Autos oder Radfahrer entgegekommen. Da hab ich heute mal den Rat von Erko beherzigt und hab sie Fuß laufen lassen... sobald das Auto weg war, hab ich sie bestätigt fürs Fusslaufen und mit ihr gespielt. Sie wollte dann nicht mehr nachlaufen... werde weiter so verfahren - an dieser Stelle ein Dankeschön an @Erko :thumbup:

    Problem 2: Da hatte ich also den richtigen Gedanken.. andere Menschen sollen sie nicht ansehen, nicht mit ihr sprechen und sie ignorieren... in der Realität ist das leider schwieriger... jeder Mensch meint er muss dem Hund Aufmerksamkeit schenken X( - da muss ich einfach energischer mit den MEnschen sein :)

    Problem Nr. 3 erfordert also Geduld Geduld und nochmals Geduld...

    Danke für Deine Tipps

    ostholstein wrote:

    In diesem Video wird das Problem „Autos jagen „ mit der Wasserflasche gelöst.


    Danke für Deinen Tip.
    Ich kenne das Video, hab es dann mal mit ner Sprühflasche versucht - sie hasst nämlich Sprühflaschen und obwohl ich peinlichst genau darauf geschaut habe, dass sie nicht bemerkt, dass es von mir kommt... ist sie von mir dann beim nächsten Auto abgewichen, hat sich auf die Hinterbeine gestellt und wollte aus dem Halsband raus...
    Ich hab es dann abgebrochen, weil ich denke, dass es nicht gut ist, wenn sie von mir abweicht... ?( - hat den jemand Erfahrung mit dieser Methode?
    Genau das ist dein Problem. Beim erfahrenen Hundehalter gibt es jetzt dafür noch den A... voll und der Fall ist ab da oder sehr bald erledigt.
    Hund lässt den Blödsinn kriegt daher keinen Ärger mehr beruhigt sich bald und alles ist normal.
    Hunde müssen lernen dass ihr Verhalten Konsequenzen hat und dann mit den Konsequenzen leben lernen. Das geht aber nicht wenn der Halter beim kleinsten Meiden Angst hat die Bindung ist für immer zerstört.
    @Dino ich glaub da hast du mich falsch verstanden, ich hab weiss gott nicht Angst, dass die Bindung zerstört wird/wurde.Sie ging auch nicht ins Meiden, sondern sie wollte einfach der unangenehmen Sprühflasche ausweichen und wäre mir dann um ein Haar aus dem Halsband raus.
    an @M. Lorenz ich werfe nicht mit Wattebäusche... ;)... ich hab euren Post verstanden... ich wollte nur nachfragen, ob es auch andere Methoden gibt, bevor sie den "A..." vollbekommt, da sie eben noch jung ist und ob dieses Verhalten noch unter Pubertät fällt...
    Was wird denn gemacht, wenn sich ein Welpe den Hausschuh holt und ihn zerpflückt?
    Was wird denn gemacht, wenn ein Welpe Scheiße beim Gassi fressen will?
    Was wird denn gemacht, wenn ein Welpe sich die grätige Katze vom Nachbarn als vermeintlichen Spielpartner aussucht?

    Mal ganz ehrlich: in diesen Situationen schafft man doch die Basis für Unterbrechung und das Auflösen danach, nicht, wenn der Hund schon in der Pubertät steckt...

    In dem Alter sollte der Hund schon merken und auch über die Konsequenz eines “ Verbotes“ im klaren sein. Klassische Konditionierung, wie beim Clickers, nur dass ich dann negativ verstärke. Und auch das Versprechen auf „Arschvoll“, natürlich Hund und situationsabhängig, muss auch ab-und mal eingelößt werden, denn sonst verbraucht es sich, konditioniert sich schlimmstenfalls zum Aktivierungzwang.

    Ich will nicht Scheiße oder Giftköder unter Zwang einem fast erwachsenen Hund Fang nehmen, wenn er es zuerst gesehen hat, will ich nicht, dass er sich einer Katze stellt, die ihm vielleicht das Augenlicht nimmt, und will auch mach Hause kommen können, ohne dass da das reinste Chaos herrscht.

    Ich kann ihm natürlich auch beibringen Giftköder oder Scheiße anzuzeigen, kann ihm beibringen, Servicedogmäßig die Bude aufzuräumen.

    Es gibt aber Situationen, da hat er zu akzeptieren, dass ich etwas nicht will.

    Und da reicht, in diesem Falle bin ich mir mit Alex mal einig, ein einfaches -nein-, was vom Hund auch nicht mehr diskutiert wird.

    Was macht Du denn, wenn der Hund hinterm Ball herjagt, der über eine Mauer in den Abgrund springt?

    Ey...

    wir haben Zwei Hunde zuhause, die haben bei der Konditionierung des -nein- kein Schaden genommen.
    und wir haben eine Hündin mit einen Jahr übernommen, die das nein nicht kennt. Da knabbern wir nach drei Jahren noch immer dran.

    Einfach ganz großer Müll, wenn man kein verläßliches Unterbrechungssignal hat...

    Für uns, aber auch den Hund. Man muss immer um zwei Ecken weiter schauen. Und das ist echt anstrengend.für alle Beteiligten.

    Geht überhaupt nicht um Stachel oder Schädelkloppen...
    Schön mal vor der eigenen Tür kehren...

    Clint1 wrote:

    Also mir gefällt das Video auch nicht.Der kleine Hund ist sehr beeindruckt und ängstlich.
    So möchte ich mein Hund nicht ausbilden.Man sieht ja auch nicht alles.Es muss auch einen anderen Weg geben



    So eine kleine Wasserdusche ist nun wirklich keine Tierquälerei. Da merkt der Hund wenigstens, daß ein
    unerwünschtes Verhalten nicht geduldet wird.

    Wenn man seinem Hund das Autojagen mit Locken von Leckerlies und Spielzeug abgewöhnen kann, ist es um so besser.
    Das Locken stößt meistens aber sehr schnell an seine Grenzen und die Ablenkung ist interessanter.
    @ Britta

    Nein... Ursache und Wirkung.

    Es ist ein Unterschied, ob ein Hund grade erst seine Welt entdeckt und man hier seine Erfahrungen mit Situationen beeinflusst, positiv, wie auch negativ, oder ob er vielfach selbstbelohnend sich dies und das selbst beigebracht hat, die Ansätze dazu vielleicht durch den Hundeführer sogar noch variabel bestätigt und verstärkt hat.

    Problem 1: Hundeplatz läuft gut, das ist die Hauptsache...
    Warum läuft es da gut? Weil dort immer schematisch die immergleichen wiederkehrenden Bilder abgerufen werden.
    Klare Struktur, Lernen in Bildern. Viel einfacher dort dem Hund erst zu zeigen, was man will, anstatt zu verbieten, was man nicht will. Aber auch dort wird sicher schonmal ein unerwünschtes Verhalten in irgendeiner Form geahndet worden sein. Wäre der erste Hund in meiner Laufbahn, wo das nie gemacht worden ist...


    Mmmmh, aus meiner Erfahrung heraus muss man dort ungefähr 10 Minuten pro Trainingseinheit konsequent sein. Schaffen zwar manche auch nicht, ist aber hinzubekommen.

    Wieviel Blick hat man im Alltag zu Ansatzverhalten, wie konsequent geht man da ran- zeigen, wie es geht-?

    Problem 2:
    Farm der Tiere... vier Beine gut, zwei Beine schlecht...
    wir haben bei uns in der Truppe einen Presa Canario, 15 Monate, über 40 Kg... der macht das auch. Aus Freude zum Anspringen hat sich eine Form von Disziplinierung entwickelt.

    ... sich mal auf „ Augenhöhe“ begegnen...

    Ich schüttelt den Welpen nicht durch, wenn er anspringt, er soll Menschen gegenüber freundlich sein.
    Das kann er aber auch auf 4 Pfoten.
    Steigt er auf, dann mache ich ihm das darüber madig, indem ich seine Hinterpfoten leicht mit meinem Fuß bedränge. Er lernt das abzustellen, indem er sich auf seine 4 Pfoten stellt. Bei 15 Monaten und 40 Kg und dem Willen auf Augenhöhe zu kommen wird das schon schwierig, evtl. kritisch..,

    Problem 3:
    kenn ich von unserer Hündin zu gut.
    sie hat gelernt, variabel bestätigt: Gegenhalten lohnt sich, irgendwann wird hinten aufgegeben. Je stärker die „Korrektur“,desto mehr hält die gegen.

    Installation eines Aktivierungszwanges.


    Mir hat man mal erklärt, dass, wenn man etwas gegenkonditionieren will, dieses dann hin von der Einstellung bis hin zur Verhaltensänderung nach der positiv verstärkender Methode/Ansatz , dass man hier in etwa die doppelte Zeit braucht, wie bei einer Neukonditionierung. Dabei kommt Löschungstrotz und Geschick des HFS ja auch noch ins Spiel/ zum Tragen.

    Bei jetzt 13 Monaten ohne einen verläßlichen Unterbrecher...

    Und der muss eben installiert werden, tiergerecht, aber nachhaltig in seiner Wirkung. Und die Stimmung des Hundeführers in dem Moment sollte für den Hund unüberseh/-fühlbar sein.

    Und darüber, dass ich es unterbreche verhindere ich das auch.

    Das ist jetzt Wortspielerei.
    Schön mal vor der eigenen Tür kehren...