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Krallen kürzen beim Welpen

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      Krallen kürzen beim Welpen

      Hallo Zusammen,

      Freunde von mir sind im Begriff sich einen Labrador zu holen, daher habe ich mir gerade die Homepage
      Züchterin angesehen und bin ich auf folgende Aussage gestoßen:

      Nach 4 Tagen habe ich das erste mal die Krallen gekürzt - ging im Schlaf :D

      Ich hab mich mit der Aufzucht von so kleinen Hunden noch nie beschäftigt.

      Ist es normal in dem Alter schon die Krallen zu kürzen?

      Viele Grüße
      Tobi
      Ich kürze die Krallen der Welpen auch regelmässig. Spätestens nach der 1. Lebenswoche werden die Spitzen alle 3 bis 4 Tage gekürzt.

      Das wichtigste für den Züchter ist die Gesäugegesundheit der Mutterhündin! Unsere Welpen kommen nicht mehr in Erdhöhlen zur Welt, mit einem Umfeld welches die Krallenspitzen abschleifen könnte. Sondern in Wurfkisten mit glattem Boden, Decken oder Stroh etc. drin, in denen keine Möglichkeit besteht dass sich die recht weichen Krallenspitzen der Welpen rund abschleifen. Wer sich mal die Mühe macht und die Krallenspitzen von Welpen, deren Krallen nicht gekürzt werden, kontrolliert, wird feststellen dass die in den meisten Fällen nadelspitz sind.

      Oft hört man von Züchtern dass die Mutterhündinnen schon wenige Tage nach dem Werfen lieber vor der Wurfkiste schlafen als darin bei den Welpen. Bei meinen Hündinnen nie ein Thema. Wer so etwas beobachtet sollte dann mal die Welpenkrallen kürzen. Nicht selten schläft die Hündin dann wieder bei den Welpen.

      Natürlich kommt es nicht zwangsläufig zu Problemen mit den Gesäuge wenn man die Welpenkrallen nicht kürzt. Aber so manche Entzündung hätte dadurch verhindert werden können. Mal ganz abgesehen vom "Wohlfühl-Aspekt" für die Hündin.
      "Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

      Mark Twain
      Dir ist aber schon klar, dass wir hier von Welpen im Alter von 1-max. 3 Wochen reden und über vermeidbare Schmerzen für die Mutter beim Säugen?

      Die rennen noch nicht durch den Auslauf und toben herum, die werden auch bei Dir in der Regel in einer Wufkiste liegen, deren Untergrund nicht gerader aus Beton o.Ä. besteht.
      Gruß Bettina

      "Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
      Ich habe 4 Hündinnen zur Zucht eingesetzt. Keine von ihnen hatte Probleme beim Säugen in den ersten Wochen nach dem Werfen. Keine Hautirritationen, geschweige denn Entzündungen. Alles sehr entspannt in der Wurfbox mit Holzboden. Unangenehm für die Mütter wurde es natürlich nach dem Durchbrechen der Milchzähne. Ich glaube aber, dass sich Mutter Natur bei diesen Abläufen etwas gedacht hat

      Beste Grüße, Jens
      Zum einen denke ich dass Frauen diese Thematik naturgemäß etwas anders beurteilen als Männer. 8) Zum anderen hatte ich weiter oben bereits geschrieben dass es nicht unweigerlich zu Gesäugeverletzungen/-irritationen führt wenn man die Krallen der Welpen nicht kürzt. Aber nadelspitze Welpenkrallen können eine Ursache werden für Probleme mit dem Gesäuge.

      Ganz abgesehen davon dass ich es für wichtig halte dass Welpen in Bezug auf ihr späteres Wesen und ihre spätere Gesundheit naturgemäß aufwachsen, wozu gehört dass sie in ihren allerersten Lebenswochen am Gesäuge der Mutter trinken und schlafen können (und nicht z.B. wegen etwaigen Entzündungen an diesem von der Mutter getrennt und mit der Flasche gefüttert werden müssen) und dass sie über die Muttermilch kein Antibiotika aufnehmen (was wegen Gesäugeentzündungen/-verletzungen dann meist relativ häufig eingesetzt wird), bin ich darauf angewiesen dass die Säugezeit möglichst problemlos abläuft. Ich könnte es zwar irgendwie organisieren, wenn ich die Welpen ein paar Tage oder sogar ganz mit der Flasche füttern müsste. Aber das wäre weder für die Welpen ideal noch für die Hündin, und schon gar nicht für mich und mein ganzes Umfeld.

      Von daher minimiere ich diesbezüglich von vorne herein jedes Risiko. Ich entwurme meine Welpen ja z.B. auch regelmäßig, obwohl sie nicht zwangsläufig an Wurmerkrankungen leiden wenn man das nicht tut. Und viele Züchter haben z.B. "Distanz-Rahmen" in ihren Wurfkisten, damit die Hündinnen nicht versehentlich einen Welpen erdrücken. Obwohl das einer instinktsicheren Hündin nicht passieren würden. Das Kürzen der Welpenkrallen gehört genau so zu derartigen Vorsichtsmaßnahmen, um Aufzuchtsprobleme möglichst zu vermeiden. Ganz abgesehen davon dass die Hündinnen sich sichtlich wohler fühlen, was man an ihrem Verhalten bemerkt. Ich finde es schon auffällig wenn eine Hündin mit jungen Saugwelpen häufiger vor der Wurfkiste schläft, nach dem Kürzen der Welpenkrallen plötzlich wieder häufiger entspannt in der Wurfkiste bei den Welpen vorgefunden wird.

      Naturgemäß kommen Wolfswelpen in Erdhöhlen zur Welt. Der Untergrund, auf welchem sie in den allerersten Lebenswochen leben, ist weder glatt noch weich. Er besteht aus trockener Erde, nicht selten mit Sandanteilen (darin läßt es sich leichter eine Wurfhöhle graben), teilweise vielleicht mit etwas Fels bzw. Stein. Bei den Bewegungen der Welpen, wenn diese das Gesäuge suchen, schleift so ein Untergrund das weiche Horn der Welpenkrallen kontinuierlich ab. Das fehlt aber in unseren Wurfkisten, egal ob die in einem Zwinger oder der Wohnung stehen. Oder belegt etwa irgend jemand von Euch den Boden seiner Wurfkiste mit ganz feinem Schleifpapier, was einem natürlichen Untergrund noch am ehesten entsprechen würde?

      Zudem denke ich dass man seiner Zuchthündin durchaus etwas mehr Komfort zukommen lassen darf als ihn eine wildlebende Wölfin manchmal hat. I.d.R. ziehen unsere Hündinnen weitaus mehr Welpen groß als eine frei lebende Wölfin, und viele von ihnen auch um einiges häufiger. Wir füttern die Welpen ja auch und lassen diesen Part der Aufzucht nicht, wie in der Natur üblich, die Mutterhündin vornehmen.
      "Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

      Mark Twain

      Bettina Balters schrieb:

      Dir ist aber schon klar, dass wir hier von Welpen im Alter von 1-max. 3 Wochen reden und über vermeidbare Schmerzen für die Mutter beim Säugen?

      Die rennen noch nicht durch den Auslauf und toben herum, die werden auch bei Dir in der Regel in einer Wufkiste liegen, deren Untergrund nicht gerader aus Beton o.Ä. besteht.


      Jupp, ist mir klar !
      Meine Wurfkiste hat als Unterlage ne MDF-Platte mit Heu.
      Ich mag jetzt wirklich nicht darüber diskutieren, ob die Krallen sich im Sand mehr abschleifen, oder auf Beton, Stein oder Holz.
      Was mir wichtig ist, die Finger von den Welpen zu lassen, solange sie nicht die Augen öffnen, Stichwort Immunsystem !
      Das prophylaktische Entfernen von irgendetwas lehne ich halt strikt ab für mich. Gibt es Probleme kann ich eingreifen und helfen, ich werde aber nicht Mutter Natur spielen und festlegen was für den Hund am besten ist, da hat die Evolution einen gewaltigen Vorsprung.

      Jeder darf und wird es handhaben wie er mag, ich will auch niemanden bekehren, ich habe nur meine Meinung geäußert, und ich bin durchaus in der Lage zu verstehen was hier geschrieben steht ;)

      Akut. schrieb:

      Stichwort Immunsystem !


      Und genau deswegen kürze ich die Welpenkrallen! Wenn ich dadurch in meiner gesamten Züchterlaufbahn auch nur eine einzige Gesäugeentzündung und dadurch eine Antibiotikagabe verhindern kann, dann ist mir dieser minimale Aufwand das wert! Eben um das Immunsystem der Welpen des betreffenden Wurfes nicht zu schädigen.

      Akut. schrieb:

      Das prophylaktische Entfernen von irgendetwas lehne ich halt strikt ab für mich. Gibt es Probleme kann ich eingreifen und helfen, ich werde aber nicht Mutter Natur spielen und festlegen was für den Hund am besten ist, da hat die Evolution einen gewaltigen Vorsprung.


      Dann entwurmst Du die Welpen folglich auch nicht? Wäre jetzt für mich die logische Konsequenz Deiner Aussage...

      Im übrigen müssen Züchter, die in Deutschland im VDH züchten, ihre Welpen in den ersten Lebenswochen regelmäßig in die Hand nehmen. Zum einen sollte bereits der Züchter am ersten Lebenstag kontrollieren dass mit jedem Welpen alles in Ordnung ist, welches Geburtsgewicht er hat, welches Geschlecht, dass der Nabel in Ordnung ist, keine Mißbildungen vorliegen usw. Im Zwingerbuch, welches alle Züchter im VDH führen müssen, sind u.a. die Geburtgewichte zu notieren. Zudem erfolgt i.d.R. eine erste Wurfabnahme durch den zuständigen Zuchtwart.

      Und mal ganz abgesehen davon dass man heutzutage weiß dass bereits eine allererste Frühprägung auf den Menschen wichtig ist, auch in der sog. vegetativen Phase, würde ich mir Gedanken über meine Aufzuchtbedingungen machen wenn ich als Züchter Angst hätte durch das Berühren der Welpen ihr Immunsystem zu schädigen.
      "Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

      Mark Twain