Gentest

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    • Hallo zusammen,
      mich würde es interessiern, welche genetischen Untersuchungen ihr bei euren (Zucht)Hunden macht. Speziell die des DSHs wären interessant für mich und auch, bei welchem Labor man sie käuflich erwerben kann. Hat sich der HD-Test bewährt? DM? Gibt es ein Labor, das ein DSH-Paket anbietet?
      LG
      Jen
    • Vor ein paar Jahren wurde in Zusammenarbeit mit dem SV eine große Gelenkstudie gemacht (ich meine, von der Uni Gießen). Da wurde anhand der Blutprobe ein Gentest gemacht, die Welpenbesitzer mussten monatlich Bericht erstatten über Haltungs- und Fütterungsbedingungen und dann wurde anhand des Hauptröntgens überprüft, ob der Gentest das Röntgenergebnissen bestätigt.

      Das Ergebnis wurde in der SV-Zeitung veröffentlich und dort stand, dass man genauso gut Kaffeesatz lesen könnte, denn der Gentest und das Röntgenergebnis war zu oft nicht übereinstimmend.

      Dort wurde dann dann auch infrage gestellt, ob Gentests im Allgemeinen eine so hohe Aussagekraft haben, da solche Studien wie dem Gelenktest kaum gemacht werden. Der DM-Test wurde in dem Zusammenhang ausdrücklich erwähnt. Auf der HP der Gießener Uni steht auch, dass der DM-Test nur eine spezielle Form der DM erkennen kann, d.h. Daß er nicht umfassend Aufschluss gibt.

      Um auf Deine Frage direkt zu antworten: es gibt derzeit keine Verpflichtung zu einem Gentest in Bezug auf Erkrankungen. Lediglich die DNA-Probe in Bezug auf die Abstammung ist für Zuchthunde vorgeschrieben.
    • OK, danke Bonnie. Dann nehme ich nur das DSH-Paket von Laboklin in Anspruch. Da ist DM mit dabei. Ich war nur etwas verusichert, weil ich bei diversen Hunden auf verschiedenen Plattformen Infos fand: Frei von allen 168(Wahlweise auch 200 oder nur 78) testbaren Erbkrankheiten. Aber man muss ja beim DSH nicht auf DCM testen......
    • Also ich hab als Gentests auch nur DM gemacht ... aber alle anderen Röntgenparameter auch also neben HD und ED auch LÜW OCD und den Rest vom Rücken

      Manchmal bietet sich auch die Haarlänge als gentest an aber der ist beim SV selbst günstiger als bei laboklin
      Das Leben ist das was passiert, während du etwas anderes planst !
    • Die Studie in Bezug auf den "genomischen Zuchtwert" wurde von Prof. Distl an der TiHo in Hannover durchgeführt, nicht von der Uni-Klinik in Gießen. Und dass der SV ihn nicht für sinnvoll hält, und entsprechend darstellt, bedeutet nicht dass dieser "genomische Zuchtwert" in der Zuchtselektion nicht sinnvoll umgesetzt werden kann. Andere Zuchtverbände arbeiten bereits mit ihm. Leider macht es wenig Sinn wenn man seine Hündin testen lässt, deren genomischen Status in Bezug auf die relevanten Genabschnitte kennt, aber der Status der Zuchtpartner dann unklar ist (weil diese nicht getestet sind).

      Was sich bei der Gelenkstudie heraus gestellt hat war dass Hunde, die den HD-Befund "normal" oder "fast normal" erhalten haben, häufiger in Bezug auf die relevanten Genabschnitte weniger belastet sind als die, die einen schlechteren HD-Befund erhalten. Die Betonung in diesem Zusammenhang liegt auf "häufiger". Das wusste man allerdings auch schon vorher: Dass wenn man mit Hunden mit schlechteren HD-Befunden züchtet, deren Nachzucht häufiger von HD betroffen ist als wenn man mit Hunden züchtet, die möglichst gute Hüften haben. Die Problematik, dass sich auch Hunde mit "normal" oder "fast normal" im Nachhinein als "HD-Vererber" entpuppen, so wie es auch Hunde gibt mit "noch zugelassen", die in Bezug auf HD völlig unauffällig vererbt haben, wird dadurch aber nicht gelöst. Hier kann nur der "genomische Zuchtwert" eine Verbesserung in der HD-Situation bringen. Diesen Test gibt es aber halt nicht für 3 Euro fünfzig...

      Der SV hält ja auch den Test auf DM für überflüssig. Da der Anteil an DSHs, die den Genotyp DM/DM besitzen, angeblich sehr niedrig ist. Und ja nicht jeder DM/DM-Hund im Laufe seines Lebens an DM erkrankt. Dass die Population des DSHs sehr groß ist und DM somit in der Realität trotzdem "gefühlt" doch häufiger auftritt, spielt für die Entscheidungsträger offensichtlich keine Rolle. Meiner Ansicht nach ist dieser Test aber absolut sinnvoll, um zumindest die gefährdete DM/DM-Nachzucht zu vermeiden. Und wer seine Hündin nicht testen lassen möchte, kann einen getesteten N/N-Zuchtpartner wählen.

      Was meiner Ansicht nach überflüssig ist, das ist der Test auf den MDR1-Defekt. Die angeblich 5% genetisch betroffenen Schäferhunde, die von Laboklin in Bezug auf den MDR1-Defekt auf deren Homepage erwähnt werden bzw. wurden, stammen lt. telefonischer Auskunft von Laboklin aus einer amerikanischen Studie. Und wurden nicht aus eigenen Testergebnissen ermittelt. Inzwischen darf im deutschsprachigen Raum nur noch TransMIT, die an der Uni Gießen angesiedelt sind, auf den MDR1-Defekt testen. Eine Arbeitskollegin von mir hat dort ihre Doktorarbeit über den MDR1-Defekt geschrieben (genauer gesagt über die Auswirkungen des Produktes "Profender" auf Hunde, die den MDR1-Defekt im Erbgut tragen). Sie hat auf meinen Wunsch hin extra noch mal einen Kollegen gefragt, der schon sehr lange in diesem Bereich arbeitet (12 Jahre), und in dieser Zeit hatten sie bei keinem reinrassigen Schäferhund , der heterozygot oder gar homozygot betroffen war. Auch die Angaben von TransMIT zur Rasse DSH stammen aus ausländischen Studien = ausländischen DSH-Populationen. In Gießen testen sie deswegen DSHs vor geplanten OPs nicht mehr auf den MDR1-Defekt (was bei anderen Rassen, die davon betroffens ein können, gemacht wird, weil die Kenntnisse darüber ja über die Narkosebedingungen entscheiden).
      "Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

      Mark Twain
    • Es ist möglich in einem Screenig gleichzeitig auf derart viele Mutationen zu testen. Bietet z.B. MyDog-DNA an, die an der Uni in Helsinki arbeiten. In so einem Screening ist es ein Aufwasch gleich auf alles zu testen was man bisher lokalisieren konnte an Mutationen. Die für die jeweilige Rasse relevanten Mutationen werden dann ganz oben auf der Liste angeführt, und weiter unten kommen dann die, die unwahrscheinlicher sind für die jeweilige Rasse. Es wäre mehr Aufwand so ein Screening je nach Hund/Rasse in Tests auf einzelne Mutationen zu teilen.

      Für mich hat das den schönen Nebeneffekt dass man sofort die Träger einer für eine Rasse "untypsische" Mutation lokalisieren und ggf. in der Zucht eliminieren könnte, bevor sich so ein Gendefekt ausbreiten kann.

      Ich habe einen Hund einer anderen Rasse mit einer sehr schmalen genetischen Basis. Dort wurden zwei Hündinnen zur Blutauffrischung einer Rasse eingekreuzt, die ursprünglich von dieser Rasse abstammt. Im Nachhinein hat sich dann ergeben dass diese Hündinnen beide PRA-Trägerinnen waren. Sprich in der eh schon kleinen Population muss nun auch noch der PRA-Status bei den Verpaarungen beachtet werden. Und ganz aktuell wurde durch Zufall eine weiter Mutation in dieser Population entdeckt (weil zwei Welpen mit einer Farbe zur Welt gekommen waren, die lt. Farbgentest der Eltern nicht hätten geboren werden können), die bei den homozygoten Hunden zu einem Teilalbinusmus führt (dessen Aufwirkungen auf die Geundheit noch nicht abzusehen sind). Bisher waren ca. 1/4 der getesteten Hunde zumindest Träger dieser Mutation (beim weißen Farbschlag fallen die homozygoten Hunde in den meisten Fällen nicht auf, und beim braunen Farbschlag ebenfalls nicht, wenn die Elterntiere nicht auf eine entsprechende Farbgenetik hin getestet sind). D.h. vermutlich wird es jetzt für einige zuchttaugliche Hunde unmöglich werden überhaupt noch einen Zuchtpartner zu finden, wenn die Ergebnisse beider Gentests bei der Partnerwahl beachtet werden müssen und auch noch ein paar anderweitige Dinge stimmen sollen (HD/ED/PL, Vorgaben wegen der Verpaarung der einzelnen Farbschläge untereinander usw.).

      Hier wäre es toll gewesen wenn bereits im Vorfeld anhand eines DNA-Screenings der Zuchttiere diese Mutationen aufgefallen wären und man früher hätte reagieren können.
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    • Ich halte auch einen Test auf hypophysären Zwergwuchs beim DSH für sinnvoll, da bei der Verpaarung zweier heterozygoter Träger, die phänotypisch völlig unauffällig sind, theoretisch 25 % Zwerge fallen, die man aber meist nicht als solche erkennt, weil ca. 90 % von ihnen vor oder kurz nach der Geburt verenden.