Sportdoxx

Altdeutsche Schäferhunde

    toto1710 schrieb:

    Hallo Bonnie,
    leider waren die Langstock bis 1991 beim SV in der Zucht, da gab es nämlich noch zwei Körklassen.
    Schau die mal einige gute Vererber an : zb. Mona Döllenwiese. Körklasse 2 usw.
    Seit wann spricht man von Dissident Vereinen erst durch die Satzungsänderung vom SV beide Verbände ASVD oder LSVD gibt es schon seit Mitte 1980 aber da war es dem SV scheißegal man hatte ja noch genug Mitglieder
    Und Ergo es ging nicht ums Geld bei der Zucht, man wollte einfach diesen Typ Hund erhalten.
    Habe selber einen Connor Staatsmacht Sohn als Langstock und in den Papieren wurde Stockhaar eingetragen weisst du auch warum ?
    Weil laut Aussage des damaligen Zuchtwartes gibt es keine Langstock mehr im SV.


    Warum "leider"???

    Von "Dissidenz-Vereinen/-Verbänden" spricht man nicht erst seit der letzten Satzungsänderung im SV. Einfach mal irgend eine VDH-Vereins-/Verbandssatzung lesen. Bzw. die VDH-Satzung dierkt...

    Im Alter von 8 bis 9 Wochen ist oft nicht abzusehen ob ein Welpe langstockhaarig wird, oder ob er nach dem Abhaaren des Welpenfells dann doch kein Puschel mehr ist. Deswegen werden die Welpen, bei denen sich Zuchtwart und Züchter nicht klar sind darüber, meist erst mal als "Stockhaar" eingetragen. Bis zur Wiederzulassung des Langstockhaar in der Zucht haben Langstockhaar-Welpen, die als solche eingetragen worden sind, ja den Vermerkt "Zuchtverbot" erhalten. Das zu revidieren war umständlicher als wenn ein als stockhaarig eingetragener Welpe dann doch langstockhaarig blieb. Der ist ja dann über die Schaubewertung aus der Zucht raus geflogen. Eindeutig langstockhaarige Welpen sind aber meist auch als Langstockhaar in den Wurfmeldeschein eingetragen worden.

    In Bezug auf die Aussage des damaligen (Bundes)Zuchtwartes hast Du Dich wahrscheinich verhört. "Langhaar" gibt es keine mehr im SV. Nicht "Langstockhaar". Im Gegensatz zum Langstockhaar besitzt der Langhaar keine Unterwolle...
    "Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

    Mark Twain

    kimmy schrieb:

    Eigentlich ist es schade, dass diese Hunde dann nicht anerkannt werden. Es würde doch der Vielfalt nutzen.
    Hauptsache die Anforderungen an Gesundheit und Charakter und Wesen sind gewährleistet.
    Wir aber werden diesen ''Streitpunkt'' nicht klären.....

    MfG,
    Kimmy


    Welche Hunde werden nicht "anerkannt"? Langstockhaar???
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    Mark Twain
    Du verwechselst die Begriffe "Dissidenzzuchtverband" und "Konkurrenzzuchtverband". Dissidenzverbände sind Verbände ausserhalb des VDHs. "Konkurrenzzuchtverbände" sind Verbände innerhalb des VDHs, die sich um die selbe Rasse bemühen. Das Verfahren in Bezug auf Mitgliedschaften in Dissidenzverbänden wird über den VDH geregelt und war somit schon ewig auch Bestandteil der SV-Satzung. Wie innerhalb von VDH-Verbänden mit Mitgliedschaften in Konkurrenzzuchtverbänden umgegangen wird regelt intern jeder VDH-Verband für sich alleine. In manchen sind sie möglich, in anderen nicht.

    Neu ist somit nicht der Passus mit den Dissidenzverbänden in der SV-Satzung...

    Und ein Anschreiben der Mitglieder, dass sie sich für einen Verband entscheiden sollen, ist auch nicht neu. Wer "länger dabei ist" erinnert sich bestimmt noch an das Geplänkel zwischen dem SV und "den Gebrauchshunden" im letzten Jahrhundert. Da wurden z.B. Hundeführer, die überregional "sowohl als auch" geführt haben, schriftlich darauf hingewisen dass sie sich gefälligst für einen Verband zu entscheiden hätten. Die einen haben's getan, die anderen nicht...
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    Mark Twain
    Sorry, dass ich die Sache jetzt noch einmal ein wenig kompliziere. Es ist zwar wahr, dass umgangssprachlich die langstockhaarigen Deutschen Schäferhunde oft Altdeutsche Schäferhunde genannt wurden, aber den Blickwinkel darauf zu beschränken ist doch ein wenig zu DSH-fokussiert. Denn eigentlich bezeichnet der Begriff Altdeutsche Schäferhunde zusammenfassend mehrere deutsche Hütehundeschläge wie z. B. die Gelb- und die Rotbacke, den Schwarzen, den Strobel, den Schafpudel usw. Teilweise erinnern die noch an Hundeschläge, aus denen der DSH einmal entstanden ist (bei der Gelbbacke etwa kann man rein optisch noch die Phantasie haben, dass die eine Rolle gespielt haben könnte). Das sind Arbeitshundeschläge, um VDH- und FCI-Anerkennung ist es bei deren Entstehung nicht gegangen, dazu sind sie auch schon zu alt. Wenn langstockhaarige DSH auch als Altdeutsche Schäferhunde bezeichnet werden, dann ist das eine Übertragung, die wohl darauf zurückgeht, dass man das Langhaar für irgendwie ursprünglicher hält, was aber so auch nicht stimmt: bei den alten Arbeitshundeschlägen findet man (mit Ausnahme von Kurzhaarigen) so ziemlich jede Haarart von verwirbelt-rauhhaarig, anliegend stockhaarig bis langhaarig. (Natürlich nicht bei jedem Schlag jede Haarart, sondern bei den verschiedenen Schlägen zusammengenommen verschiedene Haararten.)

    So ganz nebenbei: Mich hat es immer geärgert, dass bei uns der Border Collie ein Modehund geworden ist, während die einheimischen Hütehundeschläge, die nicht weniger "schafgeprägt" und sicherlich auch nicht weniger lernfähig und -bereit sind, nicht nur nicht beachtet wurden, sondern noch nicht einmal gekannt werden! Die arbeiten allerdings durchaus anders an den Schafen, durchaus ruppiger, deftiger im Austeilen, als der Border und sind sicher als Familienhund noch vergleichsweise ungeeigneter, weil härter, durchsetzungsbereiter und übrigens auch noch laufhungriger und schwerer zu erschöpfen. Nur: Das Familienhundedasein ist eigentlich auch für einen Border, der wirklich noch einer ist, keine Existenz. Und in der Arbeit mit Schafen ist der Border kein Allrounder sondern ein Spezialist für zwei Arbeitsgänge: Das Einholen zerstreuter Schafe auf einem größeren freien Gelände und das Eintreiben in Ställe und Pferche. Die Altdeutschen Schäferhunde dagegen sind Allrounder, mit denen Schafe darüber hinaus auch über Strecken diszipliniert getrieben werden können und die beim Weiden der Schafe gewissermaßen als lebende Zäune einsetzbar sind, mit denen man genau einstellen kann, wohin die Schafe kommen können und wohin nicht (wichtig beim Abweiden zu Naturschutzzwecken). Ich denke, dass für Leute, die hierzulande mit Schafen arbeiten, ein Blick auf die Altdeutschen (denen der Mangel an Schafhaltung die Zuchtbasis verengt) mindestens so sehr zu empfehlen wäre wie auf den Border. Schäfern erzähle ich da nichts Neues, aber manchen Hobby-Schafhalter und Hobby-Hütehundlern (und es gibt Leute, die sich für ihre Border ein paar Schafe zugelegt haben) vielleicht schon.
    Hallo WoWi,
    Leider, leider sind einige Altdeutsche Hütehunderassen, wie der Schafspudel, so gut wie ausgestorben. Der HarzerFuchs' wird ja noch gerne im Zusammenhang mit dem Malinois erwähnt, die 'Gelbbacke', mit dem DSH und sogar mit dem Hovawart, ....doch das gehört nun nicht zum Thema.
    Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist, weshalb es zu dieser Trennung ''Altdeutschen DSH und ....DSH'' kam. Ging es einzig um die Fellstruktur?

    MfG,
    Kimmy
    Die diversen Hütehundschläge werden nicht als "Altdeutsche Schäferhunde" bezeichnet, sondern als "Altdeutsche Hütehunde". Und ich finde es ganz prima dass die bisher nicht zu Modehunden geworden sind. Wobei die "Tiger" hier in unserer Gegend leider doch immer wieder mal in den Hundevereinen aufschlagen. I.d.R. deswegen weil ihre Halter mit dieser Art Hund überfordert sind und Hilfe suchen. Vor allem Begegnungen mit anderen Hunden können problematisch werden, wenn dieser Typ Hund erst mal erwachsen geworden ist. Die Füchse scheinen diesbezüglich noch die umgänglichsten Vertreter zu sein.
    "Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

    Mark Twain

    kimmy schrieb:

    Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist, weshalb es zu dieser Trennung ''Altdeutschen DSH und ....DSH'' kam.




    Beim SV versteht man vieles nicht. Den weißen Schäferhund und den rauhaarigen Schäferhund hatten die doch auch aus dem Verein geworfen.
    @kimmy
    Altdeutscher Schäferhund ist umgangssprachlich. Diese Rasse gibt es nicht. Der sogenannte Altdeutsche Schäferhund ist der Langstockhaarige DSH.
    Es kam zu keiner Trennung. Diese Haarart war in der Zucht nicht gewollt. Schon der Gründer dieser Rasse bevorzugte den Stockhaarigen.
    Aber da auch langstockhaarige und rauhhaarige Hunde zur Gründung der Rasse DSH mit eingesetzt wurden, ist dieses Gen nunmal in den meisten Hunden vertreten.
    91 wurde dann der LDSH nicht mehr zur Zucht zugelassen.
    Gott sei Dank gab es Idealisten, die sich dann in Dessidenzvereinen zusammen taten, und die LDSH reingezüchtet haben.
    Was beim SV zu etlichen Austritten führte.
    Im Zuge des aus diversen Gründen extremen Mitgliederschwundes bis heute im SV, wurde vor paar Jahren der LDSH wieder zur Zucht zugelassen.
    Man muss dazu noch sagen.......trotz ständiger Versuche das Langstockhaargen auszumerzen, ist dieses Gen in der DSH Zucht weit verbreitet. Es kommt in sehr vielen Stockhaarwürfen vor, das Langstockhaar dabei ist.
    Das kostbarste Vermächtnis eines Hundes, ist die Spur, die seine Liebe in unserem Herzen zurückgelassen hat.


    Die "Dissidenzverbände" sind deswegen so "verpönt" weil die teilweise grottenschlecht arbeiten. Dazu muss man den Ursprung einiger dieser Verbände kennen. In meiner Kindheit hatten ehemalige niederbayerische Schweinezüchter ihre Produktion umgestellt auf Hunde. Da wurden dann in ehemaligen Schweinekoben billig Welpen produziert und z.B. über Zoogeschäfte oder den Quelle- und Neckermannkatakog vermarktet. Du hast Deinen Collie, Dackel, Pudel, Dalmatiner oder Schäferhund z.B. bei Quelle bestellt, und der arme Tropf kam dann im Alter von 6 Wochen in einem verschlossenen Pappkarton mit Luftlöcher per Bahn angereist. Den musstest Du dann an der nächstliegenden Bahnstation abholen, wo diese Kartons nicht selten auch mal ein ganzes Wochenende herum standen, wenn ein Welpe das Pech hatte dort Freitags einzutreffen.

    Und natürlich benötigten solche Welpen dann ja auch "Papiere". Deswegen wurden damals einige dieser "Dissidenzzuchtverbände" und "Dissidenzdachverbände" gegründet. Der Vorstand bestand nicht selten aus Mitgliedern nur einer Familie, und die "Ahnentafeln" erhielten einen hübschen schwarz-rot-goldenen Aufdruck und sahen mächtig nach was aus. Gestimmt hat darin in vielen Fällen allerdings so gut wie nix... Als z.B. der "Quelle-Cocker" einer damaligen Freundin von mir verstorben war, hat dessen "Züchter" seine Ahnentafel zurück gekauft, weil man die ja noch mal für einen anderen Hund verwenden kann... (im übrigen war der verstorbene Cocker einfarbig rot, lt. Ahnentafel allerdings ein Rotschimmel). Und gerade in Bezug auf die Cocker Spaniel verbreitete sich damals in diesen Populationen ein Gedefekt rassant ("Cockerwut"). Zwei von drei mir bekannten damaligen "Quelle-Cocker" waren davon betroffen. Von einem davon haben ich heute, nach fast 40 Jahren, immer noch eine imposante Narbe am Oberschenkel.

    Mit meiner ersten Schäferhündin habe ich mal eine Bekannte zu einer "Dissidenz"-Ausstellung begleitet. Einer der Schaurichter dort überredete mich doch mal meine Schäferhündin von ihm beurteilen zu lassen. Er gab ihr ein SG mit der Begründung sie hätte von ihm ein V erhalten, würde ihm ihre Ahnentafel vorliegen. Zu dieser Hündin: Sie war lt. Standard zu klein und hatte mit Liebe ein G-Gebäude. Zudem war damals ihre CES-Erkrankung im Gangbild bereits deutlich sichtbar. UND sie hatte damals einen eher schlechten Tag und hatte im Vorfeld versucht mit gesträubtem Fell diesen Richter zu beissen... Die Qualität solcher Zuchtbewertungen kannst Du nun selbst beurteilen. In einigen dieser Verbände trägt jeder Hund irgendeinen Titel, egal wie er aussieht.

    Was mir in den Ahnentafeln einiger "Dissidenz"-Schäferhunde aufgefallen war: Da waren bei den Ahnen teilweise Zuchtverbindungen mit SV-Hunden aufgeführt, die so gar nicht hatten stattfinden können (weil zu dem Zeitpunkt, als die betreffenden Deckakte hätten stattgefunden haben müssen, zumindest ein Elternteil gar nicht mehr gelebt hat).

    Natürlich arbeiten nicht alle Zuchtverbände in der "Dissidenz" so. Es gibt auch welche, die den selben oder einen gar höheren Standard haben als die entsprechenden VDH-Verbände. Da muss man halt sehr genau hinsehen, wenn man einen Welpen kauft.
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    Mark Twain
    Ich war mal eine Weile im ASVD Mitglied.
    Mein 1. Plüsch war aus ASVD Zucht.
    Ich bin damals wegen der Zuchtziele und der erlaubten Verpaarungen da ausgetreten.
    Wenn ein Hund damals SchH Ausbildung hatte, war das nicht gerne gesehen! Da man Schutzdienst ablehnte.
    Inzuchten wurden nicht beachtet. Es hat niemanden interessiert, ob es zu Inzest kommt! Die Mauschelei in den Zuchtklassen, war noch schlimmer, als beim SV.
    Über SV Hunde wurde allerübelst hergezogen......dabei waren etwa 99% der ASVD Zuchthunde aus SV Zucht.......etc
    Da könnte ich noch ewig so weiter schreiben.
    Viele ASVD Hunde, hatten schlicht eine "klatsche in der Birne". Wurden aber mit 12 Mon schon gekört.
    Qualität bezog sich ausschließlich auf das Äußere.....wobei da Hunde vom damaligen 1. Vors immer den Vorzug erhielten.
    Das kostbarste Vermächtnis eines Hundes, ist die Spur, die seine Liebe in unserem Herzen zurückgelassen hat.